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 PfWB Gott (Bd. 3, Sp. 387)   PfWB Herrgott(s)-käfer (Bd. 3, Sp. 877) 
   Gott m.:
1.
a. wie schd., Gott (gǫd, god) [fast allg.], Gorr (gǫr) [ KU-Konk], Gutt (gud) [ KU-Mühlb].; de liewe G., Kinderspr.; zum Folgenden vgl. PfWB Herrgott. Kindern sagt man: Die klääne Kinner kummen vum liewe G. [FR-Albsh, verbr.]. De liewe G. werd wache, daß des gut verbeigeht [ LA-Nd'hochstdt]. —
α. in Ausrufen: Ach Gott, ach Gott! Ach du liewer G.! [ KU-Diedk, allg.]. Ei du mein liewer Gott ach! [ KB-Kriegsf]. O Gottche! [ LU-Opp]. Gott sei Dank! [allg.]. Gott sei Lob un Dank! [LA-Ilbh, verbr.]. Jesses Gott! [ LU-Böhl Opp]. Um Gottes Wille, du werscht doch nit krank werre! [NW-Freinsh, verbr.]; vgl. unten 1 a ζ, Gotteswillen. Gott verzeih mir die Sind! [Feierowend Nr. 31/1955, S. 7]. —
β. in Wunsch- und Grußformen: Grieß G.! [verbr. (seit etwa 1914)]. G. helf! [(in älterer Zeit) KL-Fockbg/Limb Mölschb]. Helf G.! [verbr. Don Gal Buch Rußl]. Behiet dich G.! [ ZW-Wiesb KU-Albess LU-Oggh]. Scherzh. Abschiedsgruß: Geh in Gottes Name, beißt dich aa kän Schoof! [ KL-Fischb]. Gott gäbb, daß sie ball g'sund werd! [LA-Gommh, verbr.]. Beim Niesen: Helf d'r G.! [GH-Scheibhdt, verbr.]; auch: Herze G.! [ PS-Lu'wink]; auch: G. senn (segne) dich! [KL-Siegb, verbr.]; vgl. PfWB Gottshändchen. Zum Beginn der Arbeit: Gott walt's! [RO-Sippf, verbr., auch Gal]. Dass. auch beim Wahrnehmen der ersten Blüten oder des ersten Zugvogels im Frühjahr [verbr. Gal], beim Genuß des ersten Gemüses im Frühjahr [KU-Krottb Rutsw/G LU-Opp NW-Kallstdt verbr. Gal], beim Einschießen der Brotlaibe in den Backofen [mancherorts Gal], morgens beim Betreten des Stalles [RO-Sippf]. Mit Allo, Gott walt's treibt der Bauer sein Gespann an [ WD-Niedkch]. Dankesformel: Vergelt's G.! [PS-Erfw, verbr.]; auch: Dank d'r G.! [ PS-Th'frösch]. —
γ. Verwünschung: G. soll dich strofe! [LU-Oggh, verbr.]. —
δ. Beteuerungen: So wohr G. im Himmel is! [ KU-Schmittw/O]. Do soll de liewe G. mein Zeige sein [ LA-Nd'hochstdt]. De liewe G. soll mich strofe, wann's nit wohr isch! [LA-Nd'hochstdt, verbr.]. Wääß G., 's isch wohr! [LA-Gommh, verbr.]. G. soll mein Elend wisse! [ LA-Nd'hochstdt]. G. soll mich bewahre! [ LU-Oggh]. —
ε. Verneinungen: Ach G., nää! [ LU-Oggh Opp Don-Schowe Torscha]. Gott soll's wisse, nää! [ RO-O'mosch]. —
ζ. in sonstigen festen Fügungen und Wendungen: G. gäbe! 'G. weiß': G. gääb, ob er naun dort is [ KU-Kaulb Kreimb Rutsw/L]. G. gääb, wer das war [ebd.]. Dass. zur Verneinung einer Frage: Hat das Wasser gekocht? Gott gä! [ KU-Rutsw/L]. —

[Bd. 3, Sp. 388]
Gottseidank: Sein Elterngrab war Gottseidank scheen in Ordnung [Hartmann Unkel 66]. — Geliebt's G.: a. 1698: Wenn man, geliebt's G., das Korn um einen billigeren Preis bekommen wird [R. Wihr, Rehhütter Chronik 38]. — So G. will: So G. will, werd er widder gesund [RO-Callb, verbr.]. — um Gottes willen 'umsonst, gratis', vgl. PfWB Gotteslohn. a. 1522: 2 malter kornns ... vmb gottes wyllen zw spen (Spende) geben [LandsbgKellR]. a. 1618: Eine alte Frau wurde um Gottes Willen in die Armeleutestube aufgenommen [Küchler 113]. — in Gottes Namen: in Gottes Name [verbr.]. a. 1322: In gotz nammen [SpeyUrk. 274]. — Gottes Glück 'zum Glück', vgl. PfWB Gottesglück. Gotts Glick, daß se das net höre [NPfGV Nr. 8/1934]. —
η. e Stroof Gottes [ LA-Nd'hochstdt]. —
θ. Schoof Gottes 'dummer Mensch' [ RO-Dielkch KU-Kaulb Schmittw/O FR-Tiefth]. —
ι. leider Gottes: lääder Gottes [mancherorts]. —
κ. vor Gott un noh Gott bitte 'inständig bitten' [ Gal-Hohenb]. —
b. RA.: Er lebt wie G. in Frankreich [RO-Dielkch, verbr.]. Er läßt G. e guder Mann sein, vom Sorglosen [ ZW-Battw]. Er loßt Gottes Wasser iwwer Gottes Land laafe, dass. [ IB-Biesing]. Der Faulenzer dut 'm liewe G. de Daa abstehle [ KL-Reichb RO-Dielkch]. Er stiehlt G. un d' Welt z'samme [ LA-Roschb]. Er verspricht G. un die Welt [ LA-Ilbh]. Der vom Unglück Heimgesuchte braucht aa net se saa: G. stroof mich! [KU-Trahw, verbr.]. Er is arem, daß G. erbarem [NW-Weish/S, verbr.]. Er hot nore ää Rock un ää G. [ LU-Muttstdt]. Do hat de liewe G. de Daume dezwische gehall, daß man bei einem Unfall nicht zu Schaden kam [Kaislt]. Sie hot'n alles gehääß, was G. verbott hot 'hat ihn mit den schlimmsten Schimpfworten bedacht' [KL-Hirschhn, verbr. WPf]. Sie steht do, wie se G. erschaffe hot 'steht nackt da' [ NW-Haßl Spey]. G. sei's getrommelt un gepiff 'Gott sei es geklagt (oder auch: gedankt)' [KU-Brück, verbr.]. Scherzh. zu Gästen: Gehn ehr Gottseidank schun fort? Bleiwen doch leider Gottes noch do! [Land]. —
c. SprW.: De liewe G. kann's nit jedem recht mache [ LU-Opp]. Gebt G. e Häs'che, gebt er aa e Gräs'che [Kaislt, verbr. Gal]. Gott gebt die Kuh, awwer net de Strick dezu, um sie zu führen [ KU-Brück LU-Oggh LA-Gommh]. De liewe G. loßt kään Bääm in de Himmel ninwachse [PS-Rodalb, verbr.]. Alles, was recht isch, hot G. lieb; un wer e Gääß stehlt, isch kän Bocksdieb [ LA-Gommh]. Ma muß 'm liewe G. for alles danke [BZ-Dierb, verbr.]. Bei G. isch kän Ding unmöglich [LU-Böhl, verbr.]. Vor G. sin mer alle gleich [ LU-Opp]. Nach der Kaffeepause im Kornstück: Uf zu G., beim Deiwel is kee Trooscht 'Was sein muß, muß sein' [ KU-Diedk]. Luschdich ohne Geld isch aach e Gab Gottes [SOPf]. Gesunde Kinn (Kinder) sein e Gab Gottes [KU-Kaulb, verbr.]. —
d. BR.: Januar warm, daß G. erbarm! [ NW-Frankeck

[Bd. 3, Sp. 389]
GH-Zeisk]. —
e. im Gebet: Liewer G., mach mich frumm, daß ich zu d'r in de Himmel kumm [ GH-Zeisk]. Ein anderes Beispiel s. PfWB Brunnen 1 a. Scherzh.: Liewer G. im Himmel, bescher m'r doch kän Limmel, bescher m'r doch än braver Mann, daß ich mit'm hause kann [ PS-Erfw]. —
f. VR.: Ach Gottche, sächt 's Lottche, siwwe Kinner un kän Mann; 's is e Schann [ LU-Friesh]. —
g. Volksgl.: Zauberformel aus RO-Sippf: In Gottes Namen greife ich an, mein Erlöser wolle mir beistehen; auf die heilige Hilf Gottes verlaß ich mich von Herzen sehr; G. mit uns allen, Jesu Heil und Segen.
h. Von den zum Schwur erhobenen drei Fingern deutet der Daumen auf G., s. das Zitat bei Daumen 1. —
2. Gott Sohn 'Jesus' [ NW-Frankeck]. a. 1291: Dirre brief wart gegeben von gots geburthe dusent iar zweihundert iar vnd ein vnd nunzig [Ottbg-Urkb. 193]. —
3. Bez. für den Marienkäfer: 'm liewe G. sein Geld [ KU-Diedk Kus KL-Weltb Mackb PS-O'simt], 'm liewe G. sein Gailche [ KU-Nerzw Heinzhs]. Syn. s. PfWB Herrgottskäfer. —
4. Pl. von den heidnischen Göttern. Die Häre (Heiden) hän veel Getter [ PS-Erfw Pirmas]. RA. (umgspr.): Des wissen die Getter [ LA-Gommh, mancherorts]. — Südhess. II 1425 ff.; RhWB Rhein. II 1313 ff.; Lothr. 211/12; ElsWB Els. I 244/45; Bad. II 449.

 

   Herrgott(s)-käfer m.: 'Marienkäfer', Herrgottskäwwer [vereinzelt WPf verbr. VPf Gal-Obl Burgth], -käffer [ GH-Freckf Kand Jockgr Germh Don-Hatzf. Syn.: PfWB Billenböbchen, PfWB Bruchkäfer 2, PfWB Feuermücke 1, PfWB Filippine 2, PfWB Gott 3, PfWB Gottesböbel, -käferlein, -tierchen, PfWB Heilandstierchen, PfWB Herrgottsbatzen, -boben, PfWB -schäfchen 1, -schühchen 2, PfWB -täpchen, -tierchen 1, PfWB -vogel, PfWB Himmelsboben, -tierchen, Höllenböbchen, PfWB Johannisboben, PfWB -täpchen, -täubchen, -tierchen, PfWB -vogel, -würmchen, Junikäferchen, Katharine, PfWB Kleebobert, Kristkindel, PfWB Muttergotteskäfer, -vöglein, PfWB Muttertierchen, PfWB Siebenpunkt. Südhess. III 338; RhWB Rhein. III 564; ElsWB Els. I 425; Bad. II 644. —