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 PfWB gneisten (Bd. 3, Sp. 366)   DWB glanz (Bd. 7, Sp. 7598) 
   gneisten schw.: 'verschmutzt sein, glänzen vor lauter Gneist 1 a'. Er gneischt vor Dreck [ KU-Bechb]; vgl. PfWB glästen 1. RhWB Rhein. IV 924.

 

 glanz, adj. , nitidus, splendidus.
nur im deutschen heimische bildung zu glinzen; im 15. jh. ins mnl. entlehnt, vgl. Franck-van Wijk et. 202a. zur etymologie vgl. DWB glinzen, DWB glänzen.
im hd. seit dem späten 10. jh. belegt (Notker [neben glanzî, glanzen], glanzara nitidius [bair. 10./11. jh.] ahd. gl. 1, 530, 1 St.-S.), erst seit mhd. zeit hat das adj. das subst. glanz neben sich. as. ist das adj. nicht bezeugt und mnd. nur in verschobener form als lehnwort aus dem hd. belegt, s. glantz (1484) Schiller-Lübben 2, 116a; ob durch schlesw.-holst. glant (gland) 'glänzend', 'geputzt', 'hübsch', s. Mensing 2, 384, die existenz des wortes für das nd. erwiesen wird, bleibt sehr zweifelhaft, da glant eher aus galant entwickelt und umgedeutet sein wird; ostfries. glënd, glënnd 'glühend, hellbrennend, intensiv heisz, glänzend', s. Doornkaat - Koolman 1, 634a, ist offenbar part. präs. zum vb. glënnen ebda. in den md. maa. fehlt das wort, die obd. maa. belegen es nur noch vereinzelt, vgl. glanz Lexer kärnt. 115, Staub-Tobler 2, 637.
in der mhd. schriftsprache in mehreren bedeutungen geläufig und im frühnhd. allmählich ungebräuchlich werdend, stirbt das adj., das im älteren nhd. besonders noch bei alem. autoren häufig auftritt, im 17. jh. schriftsprachlich aus.
1) 'hell leuchtend, strahlend'.
vom licht, besonders der gestirne, vom blitz, von feuerschein: ih meino wio ioh selbes Jovis stella, tiu fore filo glanz ist, tanne urouge (unsichtbar) wirt, so diu sunna stat skinen Notker 1, 748 P.; sin bruoder ward ouh pecheret in sinen glanzen sternen ebda 1, 723; unde diu sunne bediutet alles unser frouwen Mariam, gotes muoter. unde ir seht daz wol wie gar lûter unde glanz diu sunne ist âne alle trüebeheit Berthold v. Regensburg 1, 539 Pf.; ze nacht gieng uf ein glanzer mon und ward so grimmenklich kalt Joh. Kessler Sabbata nach Staub-Tobler 2, 637; das es (das feuer) sehr glantz und helle scheinet L. Thurneysser magna alchymia (1583) 20;

du, der du über uns mit hellen augen wachst
und durch die schwartze lufft mit glantzen schlägen krachst
A. Gryphius trauersp. 457 P.;

redensartlich (s. auch unten):

die morgensonn ist mermal glanz
und hebt sich dann der muggentanz
J. v. Watt dtsche hist. schr. 2, 125.

das schweizerische bezeichnet einen sonnigen tag, ebenso eine sternklare nacht als glanz, vgl. die bis ins 19. jh. reichenden belege bei Staub-Tobler 2, 637 f., sowie:

mir ist groz ungewiter
nach also glanzem morgen kommen bei
Laszberg liedersaal 1, 239;

nox pura ein heytere oder hüpsche, glantze nacht, ein hälle nacht Frisius dict. (1556) 1094b; sprichwörtlich:

[Bd. 7, Sp. 7599]
muggentanz — more (morgen) glanz, übermore heiter Staub-Tobler 2, 637.
im religiösen bereich vom himmel und von den verklärten engeln, öfter in verbindung mit schein und scheinen:

da wirt iz glenzzer danne glanz (im himmel)
Heinrich Hesler apok. 22966 H.;

aller glanzen engel schin
Konrad v. Würzburg goldene schm. 1164 Schr.;

dyne engel in eim so hëllen, glanzen schyn (v. j. 1559) J. Murer belägerung der statt Babylon nach Staub-Tobler 2, 637. ähnlich im bilde von der heiligen schrift: das er (der teufel) das evangely, welchs in dann z glantz in die neydigen augen scheynt, z dempfet durch sein geitzwurm Conrad Distelmair gesprechbchlin v. e. strohschneyder u. holtzhauer (1523) a 3b.
2) von starkem widerschein des lichts auf körpern im sinne 'gleiszend, schimmernd, blank', vgl. den weithin gleichen gebrauch von glatt A 2 und 3. von edelsteinen, geschmeide:

so gelantz geschmide trug er an Göttweiger Trojanerkr. 12072 K.;

sin sigel er (Karl der kühne) verloren hat,
vil berlin, güldin, sidin wat,
kron, edelstein so glanze (bald nach 1476) anon. lied auf die schlacht bei Granson in: bibl. ält. schriftwerke d. Schweiz I 5, 59;

mancherley farben steinlein ... wie ein saphyr so hert und so glantz ... das man meint, sie seind poliert L. Thurneisser von wassern (1612) 176;

... her den gläntzesten rubin!
sein feuer soll hinfort im golde glühn
Hoffmannswaldau ged. (1697) 1, 105 Neukirch;

von metallenen gegenständen und metall:

dehein brünne was so glanz,
sine wære schiere verschroten obd. Servatius 2062 in: zs. f. dt. alt. 5;

das swert is gewetczit und gevegit, is ist gewetzt, das is slachte, is ist gevegit, daz is glancz si (Ezech. 21, 10) Claus Cranc prophetenübers. 208 Z.;

ey mein schwerd ist glantz und scharff nun
J. Baumgart jud. Sal. (1561) j 8b;

streich von dem silber dasz du hast, einen feinen starcken glantzen (probier-)strich L. Ercker beschr. aller mineral. ertzt (1580) 27a; alle bleyertz, sie seind glantz, graw, braun oder weisz ebda 4a; die mössine becken geriben und glantz gemacht Raimund Minderer medic. milit. (1620) 51;

viel besser, wenn ich mich in glantzen stahl beschlossen
A. Gryphius trauersp. 271 Palm.

vom blinken des glases, spiegels (vgl. auch spiegelglanz, adj., bei Staub-Tobler 2, 638):

lieht unde glanz, herte ist das glas
Rudolf v. Ems weltchron. 22780 E.;

den ersten spiegel (eines apparats) seuberlich reiben so wird er schön und glantz Paracelsus opera (1616) 2, 567 Huser.
wie bei glatt A 2 und 3 auch von anderen glänzenden dingen: allein dasz sy (die blätter des wilden peterleins) nicht gar so grüen und glantz seindt L. Thurneisser hist. u. beschreib. ... aller fremden erdgewechssen (1578) 102; auszwendig war er (der tempel) von eitel weiszen marmelsteinen gebauet, sehr glantz und blanck auspoliret A. Taurer feigenbaum (1593) c 4a;

sein (des storchs) schneeweisz kleid war schwarz gezieret,
sein pantufl horn glantz auszpolieret
und gehertet mit schlangenblut
als Signoten harnisch und hut
Rollenhagen froschmeus. 2, 79 Göd.;

wie glatt vom holz, vgl. glànz 'fein, besonders vom feinen, zarten holze' Lexer kärnt. 115. die stiefel ausgerieben, bis sie wieder völlig glanz sind über d. zweckmäszigen gebr. d. feuerspritze (1790) nach Staub-Tobler 2, 637. 'schimmernd' von seide und haar:

[Bd. 7, Sp. 7600]

vor an dem lîme (der haube) stuont ein tanz
genât mit sîden, diu was glanz
Wernher meier Helmbrecht 95 P.;

auff seinem haupt hat es (ein knäblein) ein ... krauses härlin, gantz weisz und glantz G. Wickram w. 2, 107 B. von schlangenhaut:

ir (der schlange) haut ist waich, glatt, lind und glantz welsch gattung 1331 Waga;

ähnlich: e glonzer gallerech (gallerte) Balz neumod. talhochzeit (1781) ebda.
3) 'hell, leuchtend' infolge heller, kräftiger farbtöne, namentlich neben weisz, das in älterer sprache die beiden bedeutungen nitidus und albus vereint:

mit dem stecken ich sî traf
daz ir daz bluotige saf
ûz wischte durch ir glanzez vel d. böse frau 607 Schr.;

ire gewietin (geweihten) worin wysir den eyn sne, glenczir den eyne milch Claus Cranc prophetenübers. 168 Z.; das gebeyntze (die gebeine Ludwigs des heiligen), die schone wisz unde glantz woren Wigand Gerstenberg chronik 186 Diemar; mit reinem oder glanzem leinwat bekleidet (1587) nach Staub-Tobler 2, 637. mhd. und frühnhd. als epitheton bei farbe, oft mit 4 verrinnend:

Orgelûsen varwe glanz
Wolfram Parz. 600, 19;

der weibe zirliche schone und ir glantze varbe Joh. v. Neumarkt Hieronymus 203 Bened.;

an deim leib wirstu (Phöbus) gantz erbleichen,
dein glanze farb wirt dir entweichen
G. Wickram w. 7, 173 B.;

hierher von gesunder frischer lebensfarbe: wo dann in der handt erfunden würt ein schöner triangel, mit gleichen ecken und winkeln, der hübsche, glantze, schlechte und wolgeferbte linien hat (triangulus ... habens lineas pulcras et bono colore nitentes ac rectas bonum naturae ac corporis qualitatem refert cum integra valitudine) J. ab Indagine kunst der chiromantzey (1523) 14b. ähnlich von den blumen ihrer leuchtenden farbe wegen:

ich heide breit wil vahen
si, swenne si wil nach glanzen bluomen
uf mich, ich wil si halten dir
hrz. Heinr. v. Breszlau in: minnes. 1, 10b v. d. Hagen;

du (Maria) gest in (den meiden) vor die tenze
dort in dem paradise,
und brichest ab dem rise
die glanzen himelrosen
Konrad v. Würzburg goldene schmiede 239 Schr.;

verblaszt als formel:

mir wurd ein krantz
von blümlein gelantz,
des erfrewet mich gar sehr flieg. bl. des 16. jhs., gedr. bei Val. Neuber (Nürnberg).


die eigenartige glossierung glantzer oder rotter oder rotfar fulvus vel rufus vel rubicundus voc. v. j. 1482 l 1a erklärt sich daraus, dasz man farbe und glanz des goldes als etwas zusammengehöriges und einheitliches empfand (vgl. etwa noch: rutilus gäl wie gold, glentzend Frisius dict. [1556] 1171a) und später solche ungenauen glossierungen ohne das ursprüngliche beziehungswort übernahm.
4) aus 3 verallgemeinert und übertragen als 'prächtig, schön':

min lieb han ich uzerkorn,
als die lilge zwischen dorn
stet unde doch ist vil glantz Daniel 2083 H.;

von menschlicher schönheit, besonders der frauen:

und vil der schœnen frouwen glancz
und werder ritter hochgemuot
Herm. v. Sachsenheim mörin 5480;

wein reizet zu unkeuscheit und mer reitzen die schonen antlutz glantzer frawen Joh. v. Neumarkt Hieronymus 52 Bened.;

dô er in den sorgen was,
sîn wîp, diu künegin genas
eines sunes, der was glanz,
an allen sînen gliden ganz
Otto II. v. Freising Barlaam 12310 Perd.;

[Bd. 7, Sp. 7601]
dann denn (im ewigen leben) werdind die lib untödtlich, glantz, fertig ... sin antwort d. dienerin d. kirchen zu Zürich (1571) 79b; ähnlich 'hübsch, sauber, schmuck':

da was ain weis kaz dort im haus
und muzt sich mit den pfoten glanz
wie ein jungfrulin zu aim danz
Fischart flöhhaz 2073 H.

allgemeiner, sprichwörtlich: es is nichts so glantz, dasz nicht etwa zu nicht werde Seb. Franck chron. Germ. (1538) 3b; der werlt lon ist ein glantzer schein (15. jh.) nach Schmeller-Fr. 1, 975. übertragen auf prächtig klingende worte: o wie verfüret dich diser rapp und zücht dich mit seinen glanntzen worten A. v. Pforr buch d. beispiele 113 lit. ver., vgl. schon Daniel 6441 H.