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 PfWB Glocken-weinkauf (Bd. 3, Sp. 354)   PfWB Wein-kauf (Bd. 6, Sp. 1197)   PfWB Schmus-geld (Bd. 5, Sp. 1206) 
 -weinkauf m.: 'Kauftrunk beim Glockenkauf (?)'. a. 1566-87: Item 2 schilling 2 heller klocken win kauff [SSp., Kirchenrechn. 63 Wernersberg, Bl. 98]. —

 

 -kauf m.:
1. 'Umtrunk (oft Bier) bei der Besiegelung eines erfolgreichen Handelsabschlusses', beim Wein-, Pferde- und Viehhandel, Acker-, Hauskauf, Richtfest, Verlobung; manchmal auch als Anzahlung oder Provision, Winkuff (winkuf) [mancherorts ges. Pf außer mittl. u. südl. VPf LA-Böching, Kühn Hamet 143 PfId. 152 Thielen 122 Vogelsgesang 25 Wilde 264 Krämer Gal 243], -kouf (-kǫuf) [ GH-Schwegh], Winguff (winguf) [verbr. ges. Pf außer mittl. u. südl. VPf SP-Heiligst GH-Lingf Nd'lustdt Schandein Sprachsch. 96], -goff (-gǫf) [ HB-Medh N'alth IB-Habkch RO-Rehborn], Wenkoff [ WD-Niedkch], Wenguff [ IB-Rohrb], Weinguff [ LA-Wollmh], Woinguff [ LU-Neuhf]; s. K. 386; vgl. PfWB Handschlag 1, PfWB Schmusgeld; Zs.: PfWB Glockenweinkauf; W. trinke 'einen Handel besiegeln' [mancherorts]. Wann de Gailshannel ferdich es, werd W. gedrunk [ KB-Albish]. Kumm emit, Philb, bei de Gerlach, s'gebt Winkuff [RO-Hochst (NPfGV 11/1936 87)]. W. trinke es kee More (Mode) meh (um 1925) [RO-Münstapp]. RA.: Der W. orrer dass Trenke, wo neicht koscht [ WD-Niedkch]. 's kann jo ken Hinkel meh verkaft wäre, glei murr (muß) e Fäßche Bier Wenkuff gedronk wäre [Westrich (PfId. 171)]. De W. hot e gespaltene Klooe (Klaue) 'Käufer und Verkäufer teilen sich die Kosten des Trunks nach dem Verkauf eines Rindes' [ KU-Kollw RO-Dielkch]. Volksgl.: Der Käufer eines Pferdes muß den W. (Faß Bier) zahlen, damit er Glück mit dem Pferd hat [ HB-Kirrbg]. Volksbr.: W. in Hülle und Fülle gab es bei der Bürgermeisterwahl, bei der Generalversammlung des Gesangvereins, bei Verkäufen, Versteigerungen [NPfGV 11/1936 87]. Der W. besteht aus Freibier, das (beim Pferdekauf) der Käufer zahlt [mancherorts]. Käufer und Verkäufer teilen sich den W., meist ein Faß Bier [mancherorts]. »Nach abgeschlossenem Kaufe wird das auf den Wagen geladene Quantum bezahlt; das, was vorher getrunken wird, ist frei, d. h. es geht auf Kosten des Verkäufers« [Wilde 264, Kleeberger 101]. Zum W. nach einem Viehhandel kommen auch die Nachbarn [ KU-Frohnf KL-Lind]. Wird das erhandelte Pferd oder Rind gleich mitgenommen, erhalten der Knecht oder die Magd, die das Tier bisher versorgt haben, ein Trinkgeld, den W. Er richtet sich nach dem Kaufwert: beim Kalb ½ Mark, beim Rind 1 Mark, beim Pferd bis 3 Mark. Wird das Tier erst einige Tage später abgeholt, wird mehr gezahlt [ BZ-Dernb]. Der W. wird in einer Wirtschaft getrunken [ ZW-O'aub]. Der Schmuser, der den Handel vermittelt hat, fordert meist zum W. auf [ KL-Reuschb]. Vk.: s. die Sage Der Winguffsfänger von Forst in: Viktor Carl: Pfälzer Sagen III 72. a. 1226: ... q(ui) om(ne)s biberu(n)t vinu(m) q(uo)d d(icitu)r

[Bd. 6, Sp. 1198]
winkouf [Dolch-Münch Urkb. Kaislt I S. 154, 156]. a. 1514: 5½ alb. haben wir zu winkauff geben [GgHospR S. 10]. a. 1550: ... hen wir geben zu wenkoff als wir den faren 'Stier' kauft hen [Wenz 292]. a. 1581: vnd von jedem mansmadt den gemeinden drey schilling zu weinkauf geben werden [PfWeist. 171 (LU-Böhl)]. a. 1593: Darumb gipt er ... den zwoen gemeinen 6 schilling pfening zu weinkauff [PfWeist. 174 (LU-Böhl)]. a. 1634: Item 3 fl. werden ... den Steinmetzen vndt Zimmerleuthen ... an statt deß Weinkauffs vndt Spitzweins (Spitzwein) ... verwilligt [WerschwSchR 106]. a. 1628: Dieses Jahr sind die Trauben nicht zeitig worden, und hat deswegen einen saueren wein gegeben, ist also in solchen Jahren, niemahlen Weinkauf gemacht [Niedhammer 84]. a. 1787: bei einem Güterverkauf: Den Weikauf zahlen beite Theile zur Halbscheid [SSp Falkensteiner A. 168 (KB-Ilbh)]. a. 1810: Einnahmen aus dem trockenen Weinkauf 'W. in Form von Geld?' [Dimel 77]. —
2. 'Handgeld an die Dienstboten als Besiegelung einer neuen Verdingung', Wei(n)kuff [ LU-Altr Rh'gönh SP-Harths GH-Erlb] -guff [mancherorts südl. VPf, Schandein Sprachsch.], Wei(n)koff [ NW-Duttw Geinsh] -goff [ NW-Haardt LA-Altd Böbing Bornh Essing Venn GH-Zeisk], Woi(n)koff [ NW-Lach/Speyd], Winkuff [NW-Weish/B, PfMus. 1889 77 (BZ-Dernb)], Winguft (wingufd) [ LA-Edk]; s. K. 386; vgl. Auf-, Daran-, Darein-, Darauf-, PfWB Dinggeld; PfWB einig 1, PfWB Bündelwein. RA.: hot de W. genumme 'hat sich verdingt' [ GH-Kand]. Volksbr.: Der W. wird am Bündelchenstag (26. 12.) von der neuen Herrschaft an die Magd (Knecht) gegeben [Grünenwald 35]. a. 1515: Item der kochmöutt 'Kochmagd' und den zweyen vihe meuden 'Mägde' zu winkauff [GgHospR]. a. 1531: ... knecht meygden vnnd dem dienst Volk zu Winkauff geben [GgHospR]. a. 1565: 8 albus zu Weinkauf geben ..., alß ich den frießen den Grundtt kandell ... zu legen verdingt [WerschwSchR]. a. 1589: dem hoffman ... für weinkauff wider bezalt als er das gesindt vff dem hoff gedingt vnd vor wein vndt brot außgeben [HornbSchR]. — Mhd. wînkouf 'Abgabe (in Wein) von einem Kauf' ( Lexer Lexer III 908). — RhWB Rhein. IX 550/51 Wingkuff; ElsWB Els. I 426 Winkauf; Hess.-Nass. IV 597/98; DWB DWb. XIV, I,1 944 ff.; Stoll 35, 169; Becker Vk. 227, 261; Alanne II 173; HRG V 1234/35; Carl Pfalz im Jahr 206, 208; R. Kaiser: Winkuff. In: NPfGV 11/1936 87/88.

 

   Schmus-geld n.:
1. 'Maklerlohn, Geld für die Vermittlung eines Handels oder einer Heirat', Schmusgeld (mūsgęld) [KU-Nanzw Schmittw/O KL-Niedkch PS-Erfw LA-Nd'hochstdt BZ-Dernb Heeger Nachl. PfH 26/1975 29], Schmiesgeld (mīsgęld) [ Gal-Dornf Obl]; vgl. PfWB Schmugeld, PfWB Weinkauf, Zasseress. —
2. 'Trinkgeld, bes. beim Viehhandel' [ KU-Bledb RO-Obd KL-Reichb LU-Neuhf LA-Gommh Ranschb BZ-Gleisz/gleishb GH-Freisb]. — RhWB Rhein. VII 1519; Lothr. 456; ElsWB Els. I 216; Schwäb. V 1018; Hess.-Nass. III 312; Wolf 5035 Schmousgeld. —