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| PfWB Glocken-seil (Bd. 3, Sp. 353) | PfWB Schlunker (Bd. 5, Sp. 1123) | PfWB Rotz-nase (Bd. 5, Sp. 616) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. wie schd., -sääl [KU-Bedb ZW-Battw PS-Erfw Pirmas LU-Opp verbr. südl. VPf]; vgl. Glockenriemen, -strang. RA.: Er hot Nerve wie e G. [ GH-Hatzbühl]. a. 1600: Der Hofman in deß Closters Hof vor dem Dorf (ist schuldig zu halten) die glocken seyl von einem Acker, so man nent daß glockenstückh [DirmstAWeist., Dackenheim]. — 2. 'herabhängender Nasenschleim'. Dem Kind hängen die Glockesäler runner [ NW-Neidfs FR-Beindh]. — Südhess. II 1394; RhWB Rhein. IV 754; Lothr. 209; ElsWB Els. II 350; Bad. II 433. —
| 1. 'Schlund, Speiseröhre', beim Vieh, Schlunker (luŋgər) [ KU-Dunzw LA-Bornh], auch 'Speiseröhre des geschlachteten Schweins als Spielzeug der Kinder' [ RO-Als KB-Niefh]; vgl. PfWB Schlunder, PfWB Schlunk 1 a. — 2. 'Aufhängeschlaufe an Kleidungsstücken', [ HB-Medh]; vgl. PfWB Schlinker 1 c. — 3. a. '(beim Kalben, bei der Brunst) aus der Scheide hängender Schleimstrang bei Kühen' [ PS-Claus Fehrb Leim Windsbg LA-Frankw Ilbh Nd'hochstdt BZ-Dimb Gleisz/Gleishb Klingmst Nd'horb Silz Stein W'rohrb Wilgws]; vgl. PfWB Schlauder 2 c, PfWB Schleiße 2 b, PfWB Schlenker1 2 a. — b. 'hängender Nasenschleim, Rotznase' [ LA-Siebdg]; vgl. PfWB Ginkel1 1, PfWB Glockenseil 2, PfWB Rotz 1 a, PfWB Rotznase 1, PfWB Schleimer2 1 a, PfWB Schlotte 3. — c. 'schlenkerndes Anhängsel' [ BZ-Billh]. — 4. a. 'zusammenhängende Menge; aufgereihte Anzahl von gleichartigen Gegenständen' [ FR-Studh SP-Schiffstdt W'see LA-Nd'hochstdt O'hochstdt GH-Bellh Germh]; vgl. PfWB Hängel 1; Zs.: PfWB Traubenschlunker; e Sch. Perle 'Perlen an einer Schnur' [ FR-Studh Germh]; e Sch. Werscht 'eine Kette Würste, Würste an einer Stange' [ LA-O'hochstdt, Nd'hochstdt GH-Bellh]; e Sch. Wache 'mehrere hintereinandergehängte Wagen' [Germh]. — b. 'Kinderschar' [ GH-Westh]. — 5. a. 'alter, nachlässig gehender Mensch' [ KL-Nanzdzw LU-Iggh]. — b. 'armer, bedauernswerter Mensch' [ KB-Bischh Mauchh]. — c. 'unsolider, liederlicher Mensch' [ PS-Nünschw]. — Südhess. V 473/74; Els. II 467.
| 1. 'Nase mit triefendem Schleim, auch der Ausfluß selbst', -nas, -nans, -nos, s. PfWB Nase [verbr.], Rutz- [lothr. SWPf]; vgl. PfWB Pechnase, PfWB Bruttel, Bruttel-, PfWB Drecknase. Der Bu hot [Bd. 5, Sp. 617] e R. [BZ-Albw, verbr.], e R. wie e Welschhahn [KU-Herschw/Petth, verbr., Feierowend 20/1949 7], wie e Welschhinkel [ KU-Bedb RO-Rehborn], e R. bis uf de Borre; e R., daß er drufträt; daß er nit zu de Aaje raussieht [ PS-Erfw, mancherorts]. Die R. laaft em ins Maul [ RO-Als]. Die R. hot zwää Wärm (Glockesääler) an de Nas hänge [ LU-Opp]. Er leckt die R. ab [ KB-Kriegsf]. Butz dein R.! [RO-Rehborn, verbr.]. RA.: ääm die R. treffe (verschlage, haue) [ LA-Hainf NW-Kallstdt RO-Rehbn], uf die R. schlage [Ingb]. Er hot e orndliche R. 'ist betrunken' [ BZ-Rinnth, PS-Hintwdth SP-W'see NW-Esth GH-Nd'lustdt]. Er hot noch e R. 'ist noch jung, unerfahren, dumm' [ KL-Reichb]. Butz emol z'erscht dei R., dann kannschde aa ebbes saan! [ebd.]. Er horrem die R. gebutzt 'hat ihn zurechtgewiesen' [ GH-Zeisk]. Du hoscht iwwerall dein R. drin 'mischst dich in alles ein' [ SP-Harths]. Der muß sein R. in alles neinstecke!, dass. [ GH-Zeisk]. Da, Katz, hoscht e Fusch, kannscht doch net ins Wasser! (dabei packt das Kind die R. mit den Fingern und schleudert sie fort) [ BZ-Nd'ottb]. SprW.: Liewer e Weinnas wie e R. [Krieger 27]. — 2. a. α. 'frecher Mund'. Halt dein R.! [ SP-Harths]. — β. 'junger, unerfahrener, vorlauter, frecher Mensch, bes. Mädchen, das sich gern erwachsen gibt', abschätzig, häufig gebrauchtes Schimpfw. [verbr.]; vgl. PfWB Gäcksnase; e jungi (klääni, frechi) R. [LU-Friesh, verbr.]. Du bisch (noch) e R. [ KL-Weilb]. Die R. will alles besser wisse [ KU-Schmittw/O]. Dau hoscht dein Maul se halle, dau bischt nore e R. geje meer! [ KU-Kaulb]. Er hot so e R. 'ein hochnäsiges Mädchen zur Freundin' [ ZW-Battw]. So e R. will schun heirade [ FR-Bockh]. — b. α. 'Hautlappen am Schnabel des Truthahns' [verbr., Heeger Tiere II 8]; vgl. PfWB Rotzginkel 2 a. De Truthahn hängt die R. eraus [ FR-Tiefth]. Die Kinder necken den Truthahn: Rori, rori R.! [ KL-Lind]. Rot un bloo, das steht net schien; Welschhahn, loß dein R. gihn! [ KU-Kaulb]. — β. 'Truthahn' [mancherorts]; vgl. PfWB Rotzginkel 2 a; Zs.: PfWB Pullpullrotznase. Neckspruch der Kinder: R. butz dein Nas mit em stumbe Besem, auch: butz dein Nas for de welsche Hahne [ NW-Frankeck]. — c. 'junges Schwein, das einen Zentner wiegt und gerade schlachtreif ist', Dim. Rotznäs'che [Kus]. — d. α. 'Rebensaft, der an der Schnittfläche heraustropft', Rotznas [ LA-Diedf, vereinzelt]; vgl. PfWB Rebenblut 1. — β. 'Saft, der am Stiel des Tabakblattes austritt, wenn das Blatt kurz am Stengel gebrochen wird' [ LU-Neuhf]. — e. 'Knabenkraut' [LA-Wey (Wilde 137)]; Syn. s. PfWB Wiesennägelchen. — f. Er hot e R. 'Er hat den Tripper' [SOPf (Heeger Nachl.)]. — Südhess. IV 1486/87; RhWB Rhein. VII 543; LothWB Lothr. 423; ElsWB Els. I 784, ALA I 55.
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