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 PfWB Glied (Bd. 3, Sp. 345)   PfWB Ketten-glied (Bd. 4, Sp. 188) 

[Bd. 3, Sp. 345]
   Glied n., m.:
1. 'Glied am menschlichen Körper', Glied (glīd) [weithin herrschend], Glier (glīr) [ PS-Geisbg], Glidd (glid) [mancherorts NWPf u. SWPf PS-Windsbg Leim KL-Mackb Schneckhs KB-Morschh Stett NW-Weish/S GH-Schaidt Kand]; Pl. s. F.
a. von Armen und Beinen; sich e G. breche [KU-Kaulb, verbr.]. Ich bin sou mied, daß ich kän G. mehr räiche (regen) kann [BZ-Dierb, verbr.]. Ich speer (spüre) mein Glirrer nimmi (vor Müdigkeit) [ GH-Nd'lustdt]. Meer dun alle Glirrerr weh [LU-Opp, verbr.]. Er hot feine Glirrer [ KB-Kriegsf]. Er hot sein g'sunde Glirrer noch, wenn er sich bei dem Unfall nichts gebrochen hat [ BZ-Annw]. Er ziddert an alle Glidder, vor Kälte [ GH-Schwegh]. Der Schreck is m'r in die Glirre geschlaa (gefahr) [KL-Hütschhs, verbr.]. Es leit mer wie Blei in de Glirrer [RO-Schweisw, verbr.]. Er hat's (hat Schmerzen) in de Glirrer [IB-Gersh, verbr.]. Der Stoß geht ihm dorch alle Glirer [Schandein Ged. 168]. 's Kind hat so schwache Glirrer [ZW-Battw, verbr.]. Das Kind do hat abgesetzte Glierercher (durch Rachitis verkrümmt) [ PS-Schmalbg]. Der kläin Bub kann noch net laafe, er zahnt dorch die Glirrer, von den Rachitissymptomen in der Periode des Zahnens [WD-Niedkch, Pauli Heilm. 54]. RA.: Er maan seine Glirrer die Schann net zumude, vom Faulenzer, der die Arbeit als Schande empfindet [ KL-Reichb]. SprW.: Mer kann froh sein, wann mer sein grare Glirrer hot [KU-Roßb, verbr.]; dass. mit dem Zusatz: daß mer der Ärwet ausweiche kann [GH-Leimh, verbr.]. —
b. 'das männliche Glied', auch bei Tieren, nach dem Schd. [verbr.]; vgl. PfWB Schwanz, PfWB Rute. —
c. 'einzelner, beweglicher Teil des Fingers, der Zehe' [verbr.]; vgl. PfWB Gleich 2 a. Zs.: PfWB Finger-, PfWB Zehenglied. De Dokder hot'm am Ringfinger 's eerscht G. abgenumme [ NW-Kallstdt]. RA.: Er beißt sich liewer e G. vum Finger ab, als daß er eppes gebt [ KU-Hundh]. —
2.
a. = PfWB Kettenglied [verbr.]; dafür häufiger PfWB Gleich 1 a. —
b. s. PfWB Halm-, Katzenzeigerglied. —
c. 'Glied einer Gemeinschaft' in den Zs. PfWB Familien-, PfWB Mitglied. —
d. von der Linie einer angetretenen Mannschaft: in Reih un G. stehe, sich in Reih un G. stelle [verbr.]. Fein klipp un klapp im G. es steht [Schandein Ged. 96]. —
e. 'Generation, Geschlechterfolge'. SprW.: Geld kummt net oft an 's dritt G. [Penns]. —
f. 'Posten in der Rechnung'. RA.: Die Rechnung hot ehr grare Glirrer, von einem großen Rechnungsbetrag [ KU-Schmittw/O]. —
g. s. PfWB Satzglied. — F.: Die Sing.-F. glīd hat im Pl. glirə verbr. mittl. u. nördl. WPf u. Südteil der NPf; glirər ebd., dazu verbr. VPf; glerər in KU-A'glan; glidər vereinzelt WPf FR-Studh verbr. südl. VPf; gliðər in KU-Kaulb (älteste Gener.); glilər vereinzelt NWPf ZW-Walshs KL-Rodb BZ-Steinf; glīrə in HB-Kirrbg BZ-Gleisz/Gleishb;

[Bd. 3, Sp. 346]
glīrər verbr., jedoch seltener als glirər; glīdər in KU-Körbn KL-Reichb LU-Friesh SP-Mechth; beim Sing. Glier steht als Pl. glīrər in KU-Kollw; beim Sing. Glidd steht als Pl. immer glirər bzw. glirə. Genus m. belegt für PS-Leim. — Südhess. II 1387 ff.; RhWB Rhein. II 1272/73; LothWB Lothr. 208; ElsWB Els. I 256; Bad. II 430/31.

 

 -glied n.: wie schd., Ketteglied, nach dem Schriftdeutschen, Kerre-, s. PfWB Kette 1 [mancherorts], Killeglied [ KU-Bedb]; vgl. PfWB Kettengleich 1. In LU-Opp nur vom Glied der Uhrkette gebräuchlich. Südhess. III 1274; RhWB Rhein. IV 445. —