Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB Glecke (Bd. 3, Sp. 339)   PfWB ab-nehmen (Bd. 1, Sp. 59)   LothWB Ab-nëmen (Bd. 1, Sp. 2a) 
   Glecke f., Gleck n.:
1.
a. 'eine Armvoll geschnittenen Getreides, das man zum Trocknen auf dem Erdboden ausbreitet', Gleck (gleg), Pl. Glecke (f.) und Glecker (n.) [verbr., auch Don Gal Buch], K'leck (gəleg) [lothr. SWPf (Nachlaß Keiper)]; Glecke intraa (in das Strohseil) [RO-Bing, verbr. Gal]; vgl. PfWB abnehmen I 1 b, PfWB abraffen, PfWB einlegen 1 e. De Hawwer leit noch uf Glecke [verbr. Gal]. a. 1425: wann die Herrn in der Erndt schneiden, wodann Ihr Vieh in die Glecken gehen, so sollen der armen leuthe Viehe hynach gehen [Weist. von GH-Zeisk]. —
b. 'Heubündel' [ NW-Geinsh LA-Venn]. —
c. 'Bündel abgeschnittener Rebentriebe' [ NW-Gimmdg]. —
2. 'eine Schar Rebhühner' [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Flug 2. — Zu PfWB legen, verkürzt aus Gelege 1. — Südhess. II 1222, 1383; RhWB Rhein. II 1263/64, V 301; Bad. II 352.

 

   ab-nehmen st.:
I. trans.
1. etwas a. 'herunternehmen, wegnehmen'.
a. die Kapp abnemme 'die Mütze vom Kopfe nehmen' [verbr.]; vgl. PfWB abtun 1. a. 1354: so mag der kaufer ... sein gut (das für ihn gepfändete Gut) abnemen und mit thun als mit seinem eignen gut [Grimm Weist. V 689 (ZW-Hornb)]. —
b. die Frucht a. 'die beigemähte Halmfrucht hinter dem Mäher wegnehmen und in Glecken auf den Stoppeln ausbreiten' [verbr. WPf PS-Erfw LU-Limbghf Böhl], seit dem Vordringen der Mähmaschine u. des Mähdreschers immer seltener werdend; vgl. PfWB abglecken. —
c. Haai a. 'beim Heuabladen das Heu von der Gabel nehmen' [verbr.]. —
d. Masche a. 'die Zahl der Maschen durch Zusammenfassung zweier oder mehrerer Maschen vermindern' [allg.]. Wann du am Stricke bisch, do siehsche un heersch nimmi, nix als wie zähle, abnemme [Kaislt]. —
e. im Abnehmen (Fingerspiel) eine bestimmte Figur a. 'von den Händen des Mitspielenden auf die eigenen Hände nehmen'. Kumm, nemm 's ab (auch: Nemm mer ab) [ Gal-Baginsbg Buch Illisch Terebl]; vgl. PfWB abheben I 2 h. —
2. einen a. 'photographieren' [allg., ältere Gener.]; vgl. gleichbedeutendes schd. aufnehmen. Syn. s. PfWB fotografieren. —
3.

[Bd. 1, Sp. 60]
einem etwas a.
a. 'von einer Last befreien'. Nemm mer de Sack ab! [allg.]. Die (Schläge) nimmt (nemmt) der kään Dokder ab [verbr.]. —
b. 'abverlangen'. De Dokder hot mer finf Mark abgenumm(e) [allg.]; vgl. PfWB abfordern. a. 1567: .. vnd die (neun pfund heller) mögen sie den abnemmen [PfWeist. I 319 (RO-Ebbg)]. —
c. 'abkaufen'. Nemmen mer die Grumbeere ab! [allg.]; vgl. PfWB Abnehmer 1. —
d. 'wegnehmen'; 'm Kind 's Feierzeich a. [allg.]. — RA.: Er macht e Gesicht, wie wann 'm die Gäns (die Hinkel) 's Brot abgenumm hänn [verbr. Gal]. Auch im Sinne von 'widerrechtlich wegnehmen, rauben'. Die Bandite hänn 'm 's Geld abgenumm(e) [verbr.]. —
e. 'amputieren'; de Aarm abnemme [allg.]; vgl. PfWB abmachen I 1 b β. —
4. reflex. sich etwas a. 'folgern, schließen', eigentl. 'entnehmen'. Das kannschde der an deine Beere (Birnen, hier im Sinne von Erfahrung) abnemme [verbr. WPf]; vgl. PfWB ablesen 6. —
II. intrans.
1. vom Körper des Menschen.
a. 'an Gewicht abnehmen'. Er hot(hat) arich abgenumm(e) [allg.]; vgl. PfWB abmagern. —
b. 'nachlassen, geringer werden'. De Huschde nemmt ab [verbr.]. Brauchformeln aus älterer Zeit: Was ich seh, soll abnemme, was ich streich soll zunemme [ LU-Friesh, 1930]. Man streut in der Hl. Nacht auf dem Friedhof Sand auf die Warzen, indem man spricht: Warz nemm ab wie de Dod im Grab, Gott Vadder, Gott Sohn, Gott Hl. Geist (dreimal) [ GH-Hatzbühl, 1930]. —
2. vom Mond, wie schd. De Mond (Mund) nemmt ab [allg.]. Für 'abnehmender Mond' sagt man auch abnehmend Licht [ NW-Wachh GH-Leimh], abnehmender Schein [ SP-Harths LA-Roschb]. Volksgl.: En Baam im Abnemmede geblanzt, gebt ken Obscht [Fogel Beliefs Penns Nr. 1254]. Im abnehmenden Mond soll man Mädchen die Haare stutzen [ NW-Frankeck]. Im abnehmenden Schein soll man keine Reben und Weiden schneiden [ SP-Harths]. Sou geht's ähm hald, wammer im abnemmende Schei(n) uff d' Welt kummt un Bech hott [Kunnrädel 106]. Dagegen gilt es als günstig, im »abnehmenden Lichte« Holz zu fällen, zu mähen und zu ernten [Schandein Bav. IV, 2 S. 402]. —
3. von der Zeit, wie schd. Die Daa(che) nemme(n) ab 'werden kürzer' [allg.]. — RhWB Rhein. VI 133; Saarbr. 147; LothWB Lothr. 2; ElsWB Els. I 770; Bad. I 13; Nass. 35.

 

  Ab-nëmen n. Kr. Schwindsucht. —  ElsWB els. 1, 772 Abnëme; schwäb 49 Abnemen b. Abnahme der Körperkräfte.