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 PfWB Ge-stell (Bd. 3, Sp. 273)   PfWB Gammel (Bd. 3, Sp. 21)   PfWB Gabel (Bd. 3, Sp. 1) 
   Ge-stell n.:
1.
a. 'Unterbau von Maschinen, Geräten, Fahrzeugen', G(e)stell (-del, seltener -dęl) [verbr.]. Zs.: Bett-, Tafel-, Trag-, Eggen-, Vorder-, Hinter-, Holz-, Karch-, Kessel-, Kochlöffel-, Kopfen-, Leiter-, Ober-, PfWB Roll-, Rübenmühl-, Schleifstein-, Unter-, Wagen-, PfWB Walzengestell. —
b. 'Gerüst zum Trocknen' [ KL-Hütschhs]. Zs. Apfel-, Heu-, PfWB Kleidergestell. —
c.
α. 'Oberbau des Erntewagens'; e G. voll Garwe [ LA-Nußd]. —
β. 'Vorrichtung zum Befestigen des Christbaumes' [mancherorts]; vgl. PfWB Garten 2 a. —
γ. 'Lattentürchen als Abschluß des Leiterwagens (hinten und vorn)', Gestell, Pl. Gesteller [verbr. VPf]. Zs. Latten-, PfWB Laubgestell. —
δ. = PfWB Federhalter [ HB-Nd'bexb SP-Hanhf]. —
ε. 'Fensterrahmen', s. PfWB Fenstergestell. —
2.
a. 'Körperbau, Gestalt' [mancherorts, Don-Gertianosch]. 's Rind hot kään Gstell [ BZ-Steinf], e hoch G. [ PS-Hintwdth]. Sein ganz G. taugt nix mehn [ BZ-Dernb]. Er is nore meh 's G. 'abgemagert' [Don (Steinmetz)]. Zs.: Kappen-, Knochen-, PfWB Rippengestell. —
b.
α. e groß (e lang) G. 'überaus große Person, bes. Frau' [mancherorts WPf NPf Land]. Syn. s. PfWB Gammel 1. —
β. das broßemhaft G., von einem stämmigen Burschen [Schandein Ged. 36]. —
γ. altes G., von einem gebrechlichen Mann [ ZW-Battw]. —
3. 'ausgeleierte, alte Maschine' [ RO-O'mosch]; vgl. PfWB Gesteck 1 c β. — Südhess. II

[Bd. 3, Sp. 274]
1311/12; RhWB Rhein. VIII 624/25; LothWB Lothr. 201; ElsWB Els. II 590; Bad. II 398.

 

   Gammel, Gämmelf.:
1. 'überaus große, schlanke (seltener dicke) weibliche Person, der oft Dummheit, Faulheit und Schlampigkeit zugeschrieben werden', Schimpfw., Gammel (gaməl, gḁ-) [verbr. nördl. WPf NPf nördl. VPf, seltener übrige Pfalz], Gämmel [ KB-Dannfs]; e groß G. [ KB-Mörsf]; e langi G. [ PS-L'mühl]; e dummi G. [ RO-Höring]; die faul G. [ RO-Potzb]; e fauli G. [Schandein Sprachsch.]; e läppschi G. [ RO-Börrstdt]; e aldi G. [ NW-Niedkch]. Syn.: PfWB Baumwurzel, PfWB Bohnenstange 2, -stecken 2, PfWB Tier 3 a γ, PfWB Trampel 1 a, PfWB Trampeltier 2, PfWB Trumpel1 1 a, PfWB Tüte 2 c, Elfrippige, PfWB Gabel II 2, PfWB Gackel1 1 a, PfWB Gaffel 2, PfWB Gake, PfWB Gala2, PfWB Gampel 1 a, PfWB Gamschel, PfWB Gans 2 b β, PfWB Gänsegeißel 2, PfWB Gartengeländer, PfWB Gaukel 1 a, PfWB Gaukler, PfWB Gautsche 2, PfWB Gautschel 2, PfWB Geiß 2 a, PfWB Geißel 2, PfWB Gerte 3, PfWB Gesteck, PfWB Gestell, PfWB Gockel, PfWB Goje, PfWB Gurre, PfWB Heuscheuer, PfWB Hopfenstange, Langbeinige, PfWB Latte, PfWB Schwinggerte, PfWB Stange, PfWB Stecken, PfWB Steckenreff, PfWB Storren.
2.
a. 'Tratschweib', Gammel [ KL-Mehling KB-Mauchh]. Syn. s. PfWB Quatschmaul. —
b. 'dumme, kindische Person', Gammel [FR-O'sülz Zahn Pläsier 225]; vgl. PfWB Gampel 2. — Südhess. II 1070/71; RhWB Rhein. II 995.

 


Aus den Nachträgen

 

   Gabel f.:
I.
1. 'Gerät zum Essen und Vorlegen der Speisen', Gaww(e)l (gawəl, gawl, -ḁ-, s. F.), Pl. Gaw(e)le [allg.]; Dim. Gäww(e)lche (gę-), Pl. -cher [WPf NPf nördl. VPf verbr. mittl. u. südl. VPf], Gäww(e)le [verbr. mittl. u. südl. VPf]. Zs. PfWB Eß-, PfWB Fleisch-, PfWB Herrgotts-, PfWB Horn-, PfWB Salat-, PfWB Wurstgabel. Dort muß mer mit Messer un G. esse [allg.]. Er eßt met de finfzinkiche G. 'mit der Hand' [KU-Schmittw/O, verbr.]; vgl. PfWB Herrgottsgabel. RA.: Aaner im Schnawwl, aaner uf de G., zwää en de Aae, wenn ein Hungriger Klöße ißt [ KB-Kriegsf]. Wann du net wärscht un der Leffel, dann mißt mer die Supp mit der G. esse [verbr. Don]. SprW.: Die G. is die Ehr, mit de Finger kriet mer mehr [ Gal-Bagbg]. —
2. 'G. als Gerät in der Landwirtschaft, im Bergbau'; die zwaa-, drei-, vierzinkich G. [KB-Bennhs, verbr.]; die holze G. 'G. aus Holz' [ KB-Kriegsf]; e G. voll Haai [NW-Kallstdt, verbr.]; met de G. (met'm Gäwwelche) Haai wenne [KB-Zell, verbr.]; mit der G. Mischt lade [ Gal-Dornf]. Zs. PfWB Eisen-, PfWB Frucht-, PfWB Futter-, PfWB Grab-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Heu-, PfWB Holz-, PfWB Kleesamen-, PfWB Kohl-, PfWB Mist-, PfWB Rüben-, PfWB Schöpf-, PfWB Schotter-, PfWB Schüttel-, PfWB Schütt-, PfWB Spat-, PfWB Stahl-, PfWB Stech-, PfWB Stein-, Streu(sel)-, PfWB Stroh-, PfWB Wacken-, Wende-, PfWB Zett(el)gabel. —
3. von sonstigen Geräten u. Geräteteilen.
a. mit de G. die Wawe (Waben) entdeckele [ RO-Bistschd]. Zs. PfWB Entdeckelungsgabel. —
b. die G. am Dauweschlag [ LU-Friesh]. Zs. PfWB Fanggabel. —
c. die G. am Reche [ KB-Kriegsf]. Zs. PfWB Rechengabel. —
d. de Brezel uf de G. [ HB-Höch LA-Herxhwey]. Zs. PfWB Brezel-, PfWB Riraro-, PfWB Sommer(tags)gabel. —
e. 'Gabeldeichsel am Einspännerwagen' [ KU-A'glan RO-Schmalfhf]; vgl. PfWB Lanne. —
f. 'die G. als Pflugteil'.
α. 'das

[Bd. 3, Sp. 2]
hintere Verbindungsholz zwischen oberem und unterem Pflugbalken' [ BZ-Hofstätt]; vgl. PfWB Pflugskörper. —
β. 'die obere Verbindungsstange der beiden Grießstecken' [Kaislt]; vgl. PfWB Pflugsgabel. —
γ. 'die Handhaben am Pflug' [ Gal-Obl]; vgl. PfWB Pflugsarm. —
g. Zs. PfWB Fisch-, PfWB Ofen-, PfWB Stimmgabel. —
II. sonstiger Gebrauch.
1. 'Astgabelung an Bäumen und Pflanzen'; die Gawwele vun de Rewe [LU-Alsh, verbr. VPf]. Zs. PfWB Ast-, Reben-, PfWB Zwickgabel. —
2. 'überaus große weibl. Person' [ GH-Kand BZ-Gleishorb]. Syn. s. PfWB Gammel 1. —
3. 'die zum Schwur erhobene Hand'. RA.: Des kann ich uf mein G. nemme [Pirmas, Krieger 18]. Wann ich de Eid emol uf der G. hab, isch der Prozeß gewunne [Zahn Pläsier 127]. —
4. 'Geweihstange mit zwei Enden', Jägerspr. Der Hersch hot starke Gawwele [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Gabelbock. —
5. s. PfWB Knopfgabel. — F.: Der Stammvokal ist nach Angaben der Gewährspersonen sowie in den Tonbandaufnahmen vorwiegend -a-. Für KU-Rammb Dietschw HB-Schwarzack Walsh RO-O'mosch KL-Lind Ost-PS gilt -ḁ-. In der südl. VPf herrscht nach Heeger Südostpf. § 52 sehr dunkles -ḁ- (teilweise sogar -ǫ-) vom Süden her bis zur Linie LA-Rhodt — Edh — GH-Nd'lustdt — Hördt. Bertram (§ 18) gibt -ḁ- für das (westl.) Waldgebiet der mittl. VPf an, außerdem für NW-Haardt Deidh Dürkh sowie für LU-Neuhf Dannstdt Assh Iggh SP-Schiffstdt W'see, wobei -ḁ- oft bei Älteren, -a- bzw. dagegen bei Jüngeren zu hören sei. Die nördl. VPf hat weithin -a- (vgl. auch Karch Bockh/Kallstdt 254); in NW-Weish/B sprechen die Alten -ḁ-, die Jungen -a-. Südhess. II 1045/46; RhWB Rhein. II 964/65; Saarbr. 74; Lothr. 184/85; ElsWB Els. I 192/93; Bad. II 271/72.