Gerte f.: 1. 'Rute', bes. vom Zweig des Haselstrauches und der Weide, Gert (gärd, gäÄd) [verbr.], Gart (gard, -ḁ-) [ KU-Gries LA-Ilbh BZ-Darst Dierb GH-Bellh], Geert [ NW-Gönnh], Gärt, Gatt [Lambert Penns 59], Gart [Beam Penns 39], Dim. Gertche [ RO-Bistschd KB-Stett], Gertl [ LA-Insh]; vgl. PfWB Gertenholz. Zs. PfWB Bohnen-, PfWB Fitz-, Hasel(nuß)-, PfWB Ochsen-, PfWB Schwick-, PfWB Schwinggerte. — 2.a. 'Peitsche der Knaben', Gart [ LA-Birkw]; vgl. PfWB Gertstock. Zs. PfWB Geißelgerte. — b. 'Angelrute'. Jetzt die Gert gericht un des Fischel dra un los kann's gehe [Pfälzer Art und Sinn 1. 12. 1933, De Rekordmacher]. Zs. PfWB Fischgerte. Volksgl.: Wann iwer'm Fische die Schlangehieter 'Libellen' sich uf die Gäärt oder Lein hocke, kammer ken Fisch fange [Fogel Beliefs Penns Nr. 1380]. — c. 'Rute des Dreschflegels', Gert [ LU-Neuhf]. — d. 'Latte' in PfWB Meß-, PfWB Stick-, PfWB Zaungerte. — 3. langi G. 'große, hagere weibliche Person' [ KL-Schneckhs LU-Opp SP-Berghs]. Syn. s. PfWB Gammel 1. — Südhess. II 1273/74; RhWB Rhein. II 1204/05; LothWB Lothr. 198; ElsWB Els. I 234; Bad. II 376/77. | | NRhWB Gerte Rhfrk gęăt, –ă-; Mosfrk in Saarl gərt; sö. Ficking Düppenw -ēə-; sonst uSaar -īə-; sonst Mosfrk gērt (Trier-Sdt -ē:-), -ă-, -ēă-; Rip jət, –ēə-, –īə- (auch mit Schärfung, doch selten, im gleichen Ort); Eup γ:rt; SNfrk -·ə.-, –ē·ə.-; Klevld lrhn. γrt, γăt; n. Ruhr auch γę(r)t, γat (s. Gerste); Pl. -də(n) (im Geb. der Schärfung mit dieser); Siegld, Berg ö. Ürd.-L. Sg. gęrdə, –ē-, –tə u. Pl. -də(n) f.: 1. dünne Haselnussstange; biegsamer Zweig; doch treten meist für G. zum Schlagen, Züchtigen Syn. ein, wie Reis, Fitschel, Fitze, Gusch, Schmuck, Schnadd, Schoss (u. a.); G. im bes. ist fast stets nur gemeint in techn. Bez. als Bohnenstange (Bunneg.), Stiel am Dreschflegel (Flegelsg.), der Angel (Fesch-, Angel-, Toppg.), am Bäckerwisch, der Backschaufel, zum Stochern (Reckelsg.), auf den Strohdächern (Deckg.), zum Herabstossen des Obstes Allg. [Stiel am Spaten Geld-Straelen; Rechenstiel Aach; Sitzstange der Hühner Aden, Ahrw, Rheinb, Schleid, Gummb]; en geschälde G.; en schmuckege (biegsame) G. RA.: Mimmel, m., Märte (Martin), schleht seng Frau möt G.ə; m., m., m., Mattes, morge kouche mer Kappes! aus dem Martinsld. Eusk. Eng G. dröm driəhne einen hintergehen Aach-Ld; de G. melke beim Dreschen ungeschickt die Flegelgerte handhaben Geilk; ene de G. hode (halten) einem behilflich sein Aach-Merkst; de hält öm de G. bi treibt ihn zur Arbeit, beaufsichtigt ihn Heinsb-Bocket; op de G.ə schlage bei jmd. leise hinten herum fragen Rheinb-Meckenh; de G. af (heraf) goəhn sterben (vom Spiessrutenlaufen entlehnt) Aach, Dür, MGladb, Heinsb; de G. afhan gestorben oder verdorben sein Aach; do löppt dat (Mädchen) allwejer (wieder) de G. af es hat sich seiner Pflicht, etwa der Kinderwartung, entzogen Heinsb-Höngen. — Töusche (zwischen) Hemmel on Erd steht en grön G., es net [Bd. 2, Sp. 1205]
van eche un net van birke un es van kenerlei Holz? die Binse Bergh-Bergerhsn. — 2. übertr. verächtl. grosse, dürre Frauensperson, en lang (schmal) G. Kobl, May, Neuw, Rip, Nfrk. | | RhWB Gerte f.: zu 1. noch χt Stab zum Messen der Wassertiefe Schiffahrt (Ruhr). |
| | | Im Wörterbuch eingetragene Verweise | | | Gerte NRhWB | | Automatisch erzeugte Rückverweise | | | Gerte PfWB |
| | | Im Wörterbuch eingetragene Verweise | | | Gerte RhWB |
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