gereden-voll Adj.: 'übervoll, gerüttelt voll', gerääde-, geräärevoll [verbr. VPf Kühn Hamet 109], gereedevoll [Lambert Penns 63 verbr. Gal Buch Rußl], geräälevoll [PfL 11.9.25]; vgl. PfWB voll, gehauft. Des Faß is g. [Kühn Hamet 109]. — — Zu PfWB reden 'sieben (mit dem Sieb)'. — Südhess. II 1263; RhWB Rhein. VII 229 reden 2b; Bad. II 371. | | PfWB ElsWB LothWB reden II das Wort, mhd. Lexer rëden entsprechend, ist verbr. (aber neuzeitl. zurückweichend) im Rhfrk, an der Saar bis einschl. Saarl, an der Mos bis Zell, in Wittl, Bitb, Prüm, Malm, Aden-Siebenb rrhn. Westerw (einschl. kurköln. Neuw), Siegld, Waldbr u. zwar Rhfrk ręrə; Ottw -ēd-; Saarbr, Saarl, Mos, Wittl -d-; Bitb -ē(ā)d-, –īă- [Dahlem rīdəln]; Prüm, Malm, Aden-Siebenb -ęd-; Neuw rēdə, redə ręrən, ręlən; Altk rēdə; Neitersen -ed-; Bachenbg ręrə; NFischb Hecken Herdrf rrən; Siegld rrn [OFerndorf -ęd-, Part. jəręt]; Waldbr [Bd. 7, Sp. 229]
-ęd- Prät. fehlt, Part. st. gərdə(n), –rrən (usf.), meist aber gərt schw.: 1. Getreide (Frucht) w., mit einem grösseren Sieb sieben, d. h. die Getreidekörner von dem nach dem Reideln (Regdeln) noch übrig gebliebenen grössern Gegenständen (Halmteilen, Ähren) befreien, also noch weiter oberflächlich reinigen; dann werden durch ein besonderes Sieb (Sift) auch grössere Getreidekörner von kleinern G. oder von kleinern Fremdkörpern gesondert; auch Spreu (Foder) zum Gebrauch von Kurzfutter, Mehl, Sägmehl, Sand oder Kies sieben. RA.: Die se geräden die sind selten, das sind auserlesene Fälle Trier-Mehring. Wat häs de dann do für en schlechte Blus, do ka mer jo Läus dorch r. Altk-Bachenbg; dat Zig (Zeug) es so denn, do ka mer Lis (Läuse) durch r. Siegld-Weidenau. Den alen Dreck göt näs (noch einmal) gereden eine alte, unangenehme Sache wird wieder erneuert Trier-Mehring. Dem singe Verstand ka mer r. esu lang, bie mer well, et küt nüs onnen (unten) erus Waldbr. — Koər (Roggen) enner geräden, enger. (untergesiebt, bei trockenem Boden gesät), Hower (Wäss) ennergeknäden, engekn. (bei nassem Wetter gesät) Saarl, Trier, Bernk, Neuw-Etschd; dat Kor muss mer enräre, de Weiz muss mer enkläne (einschmieren) Goar-Morshsn. — 2.a. rərn nach u. nach herabfallen, vom Obst Siegld; r:də rieseln, vom Ausfallen des Samens Dür 1880. — b. gərędənə fol voll hängend, bei Obstbäumen; ons Quetschenbäm hänken g. Bernk-Maring; gərrə- Bernk-Riedenbg; gərędə- Koch-Weiler, Daun-Strohn; gərīdə Kobl-Kaltenengers; gərrə- bis an den Rand voll Siegld. — Abl.: die Räderei, dat Geräd(s). | | PfWB LothWB RhWB rädeⁿ [rátə Betschd. Lobs. Aschb.; Part. krátə Betschd., kərátə Lobs. Aschb.] sieben, durch das Sieb schütteln. Dr Weiseⁿ [Wásə] muss gerädeⁿ sin, es sin so vil Raddeⁿ drinneⁿ Aschb.: gehört zu rittereⁿ; doch ist dies das feinere Sieben nach Hess. 312. Bayer. 2, 57. Pfalz ræde. Eifel reden. Westerw. räten, raeden. |
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