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| PfWB ge-rade (Bd. 3, Sp. 209) | PfWB tüpfelig (Bd. 2, Sp. 627) | PfWB arg (Bd. 1, Sp. 323) | |||||||||||||||||||||||||||||
| I. 1. persönl. a. 'genau bis auf das Tüpfel 1 a, pedantisch', tippelich (tibəliχ) [ KU-Ehw Kaulb HB-Walsh Seyw IB-Ommh KL-Siegb Weilb KB-Ilbh NW-Frankeck], dipp(e)lich (dib(ə)liχ, -i) [fast allg., zu (ə) s. dengele/dengle auf K. 87], deppelich [ NW-Freinsh], [Bd. 2, Sp. 628] dipflich [ GH-Leimh]; vgl. PfWB tüpfselig, PfWB tüftelig 1. Syn.: akkurat 1 a, PfWB apart 1 c β, PfWB arg 1 a, PfWB pedantisch, PfWB peinlich 1, PfWB penibel, PfWB pünktlich 2, PfWB diffizil 1, PfWB tipptopp 2, PfWB tüpfelschisserig, -schissig, PfWB eben I 2 c, PfWB egal, PfWB empfindlich, PfWB exakt, PfWB extra, PfWB fademgerade, PfWB genau, PfWB gerade, PfWB gesetzlich, PfWB haarspaltig, PfWB kitzelig, PfWB kleinlich, PfWB knäuselig, PfWB knärbelig, PfWB knickig, PfWB knicksig, PfWB kniffelig, PfWB korrekt, PfWB kribbelig, PfWB kritisch, PfWB krittelig, PfWB nadelspitzerig, PfWB nötlich, nörglerisch, PfWB obstinat, PfWB scharf, PfWB schlitzöhrig, PfWB spitz, PfWB spitzfindig, PfWB spitzig, PfWB streng, PfWB strief, PfWB wunderlich, PfWB zimperlich. Die is dippelich, bes. beim Reinemachen [FR-Albsh, verbr.]. Er es aarich t. [KU-Kaulb, verbr.]. Des is e dippelicher Kerl [ KB-Bubh], e Dipplicher [ BZ-W'rohrb]. Wann jemand uf de Infall käm, de Mittelpunkt vum Weltsyschtem genaa un dipplich auszurechne ..., do käm's eraus, daß akkerat im Mittelpunkt vum Pälzer Staat der Punkt leit [Münch Weltgesch. 11]. — b. 'übertrieben empfindlich, nervös'. Des is e dippelichi Persan [ LU-Friesh]. Ich werr dipplich, wann (im Wartezimmer des Arztes) so Stikker zwanzig Leit vor m'r sitze un warte [Pirmas]. — 2. sachl. 'fein, Geschicklichkeit und Geduld erfordernd'. Die Stickerei esch dippelich [ BZ-Dernb]. — II. 'mit Tupfen versehen, getupft'. Ich kaaf m'r aa so e tippelich Klääd [ KL-Matzb]. Mei scheener, kleener Schockelgaul, der war so dipplich groo [PennsDeitschEck 21.7. 1945]; vgl. PfWB tupfig. — Südhess. I 1846; RhWB Rhein. VIII 1469; Saarbr. 46; LothWB Lothr. 90, 209, 213; ElsWB Els. II 704; Bad. I 598.
| 1. Adj. a. präd. α. 'genau pedantisch'. Die is gar aarich [WPf], arch [verbr. mittl. VPf]. — β. 'geizig' [SOPf]. — γ. 'schlimm'. 's war net so a. [allg.]. 's esch immer ärcher worre [GH-Kand, verbr.]. Scherzh.: ääricher wie aarich [Kaislt]. Selmol war'sch aarig for die Baure [Kus (Firmenich III 244)]. Des is mer awwer nau bal zu arrich [Reichard Penns 417]. 's is arich, ein in KU-Lauteck beliebter Ausdruck der Verwunderung [Weber 122]. Subst.: Das is e Aaricher 'ein Schlimmer' (mit dem man es nicht gern zu tun hat) [verbr. Gal]. Das is was Aariches 'etwas Schlimmes, Leidvolles' [Kühn Schnitze, verbr. Gal]. — δ. 'schlecht, minderwertig'. a. 1532: so sol vnns min her der abpt nit gebenn des bestten (wins) auch nit des ergsten ... [PfWeist. I 262 (KB-Dreis)]. — ε. 'teuer', von Waren. Des is mer so arch [ GH-Max'au]. — b. attrib. die mit dem Subst. bezeichnete Eigenschaft steigernd; e arichi Hitz, e aricher Hunger, mei ärischder Feind usw. [allg.]. — 2. Adv. 'sehr'. a. Er hots aarich im Hals 'hat eine sehr starke Halsentzündung' [allg.]; sich eppes a. zu Herze nemme [allg.]; sich a. verhalle 'sehr jammern, sich sehr leidend stellen', bes. von Trauernden [verbr.]; arich mache 'übertreiben' [ Don-Schowe]; auch in der Grußformel: Machen net so a.!, Schaffen net so a.!, beim Vorübergehen an arbeitenden Bekannten [ KL-Siegb KB-Kriegsf BZ-Stein]. Die Hinkel 'Hühner' legge net arrig bei dem kalde Wedder [Reichard Penns 24]. 's werd net so aarich werre, Antwort z. B. auf den Wunsch, sich bei einem Fest zu vergnügen [verbr. WPf]. Der is a. reich; das is a. schään, a. viel usw. [allg.]. Arg krank, Herr Dokt'r bin ich net, Nor dut m'r 's im Kopp so roppe [Claus 134]. Die sin arich äänich (einig) 'haben eine sehr große (eigentl.: zu große) Freundschaft miteinander' [ HB-Lu'thal]. Auch vor attributivem Adj.: e a. voll(es) Faß, e a. reicher Mann u. ä. [allg.]. — b. mit bes. Bed. in bestimmter Verb. α. arg aufeinander sein 'sich sehr lieben'. Die sein aarich ufenanner [KU-Kaulb, verbr.]. — β. arg auf etwas sein 'sehr erpicht sein auf etwas, sehr um etwas besorgt sein'. Der isch arch uf sei Kläärer [SP-Harths, verbr.]. — F.: [Bd. 1, Sp. 324] WPf vorn. āriχ, seltener ḁriχ; NWPf riχ u. riχ; KU-Rothsbg WD-Niedkch riχ; NPf ḁriχ, seltener āriχ; nördl. VPf ḁriχ; Raum Lu'haf arg u. arχ; mittl. u. südl. VPf arχ u. ḁrχ, seltener āriχ u. riχ; für -iχ vielerorts, bes. jüng. Gener. -i. »In 'arg' wurde ā, wieder außer den Städten in LimbHof, Lingenf, Westh, Gommersh, Kirrw, in Mußb Haardt Lambr, im Elmst. Tal außer Appenth in Erpolzh Ungst Seeb und Jägerth gehört«, Bertram 22. Kompar.: ǟriχər, seltener ǟrijər; ärχər, ärjər; Superl.: am ǟridə, ǟrdə, ärgdə; r vor Kons. oder im Auslaut oft in Ä übergehend, bes. in SPf u. SOPf (aÄχ, äÄχÄ, äÄdə). — RhWB Rhein. I 238 ff.; Bad. I 70.
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