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 PfWB ge-lüstern (Bd. 3, Sp. 183)   DWB gaumen (Bd. 4, Sp. 1581)   ElsWB gelustereⁿ (Bd. 1, Sp. 621a) 
   ge-lüstern schw.: = PfWB gelüsten. 's gelischdert mich net 'Ich habe keinen Appetit' [ FR-Studh]. — Intensivbildung zu PfWB gelüsten. — RhWB Rhein. V 648; ElsWB Els. I 621; Bad. II 357 gelustern.

 

 gaumen , hiare, oscitare.
1) gaumen oscitare Steinbach 1, 563 als landschaftlich, Rädlein 322b; bair. gâumen gähnen, auch gâumezen (s. gaumitzen) Schm. 2, 47; einsmals begab es sich, dasz einer aus seinen edelleuten mit weit aufgesperrtem maul ohne vorhaltung der hand gaumete. Conlin 2, 99. im 16. jh. fränk. angaumen, in der bedeutung anstaunen, mit offnem munde angaffen (und doch zugleich zum vorigen passend in der bedeutung sehen):

steh da und thu das narrnwerk angaumen,
solt wol daheim das eszn versaumen.
H. Sachs 4, 3, 43c (fastn. der krämerskorb).

ältere bezeugung kann nur zufällig fehlen, mhd. goumen, ahd. goumôn haben gewiss bestanden, zu goumo in der bed. offner mund, rachen (s. gaumen m. II, 1).
2,
a) bair. aber auch gaimen (gesprochen gaemen), gaimezen Schm. 2, 46, schon in einem voc. von 1419 das., Dief. 402b; er (der hofmann) soll sich auch hten, dasz er vil huste, ausspeie und gaime. Albertinus hofschul 1610 33b; wurde ihm aber das husten oder gaimen je (doch) vonnöten sein, so soll er den kopf auf der seiten halten, damit er dem fürsten nicht ins angesicht spritze. das. östr. gaimetzen wie ein fisch, vor durst oder mattigkeit den mund oft öffnen Höfer 1, 261. diesz ai ist aber gleich altem uo, s. gaim sp. 1577 (e).
b) es heiszt denn bair. auch guemen (gespr. gaemen) Schm. 2, 48, der aus einem bair. voc. von 1445 gmiczen beibringt, wie Dief. n. gl. 274b aus einem alem. guemiczen oscitare, Schmeller in der 2. ausg. 1, 913 güemen vel güemitzen oscitare; d. h. es wird ahd. neben goumôn auch guomôn bestanden haben, wie guomo neben goumo rachen. auch mit md. û für uo im ungr. berglande gûmezen gähnen Schröer 57a. eigen gümen, gümiczen Dief. nov. gl. 203a, aus einem tirol. voc.
c) tirol. gaimen mit der aussprache goamen, meist goamezen Schöpf 168; diesz oa geht denn freilich sonst auf echtes ai zurück, wie ebenda goanen gähnen auf ahd. geinôn (s. unter gäunen 3); aber auch der gaumen heiszt in östr. aussprache goam Höfer 1, 261, das doch mit guam, das er daneben stellt, gleich ist und auf ahd. guomo zurückgeht, das selbst auch schon altbair. als coamo erscheint. vgl. Weinhold bair. gr. s. 97 ff., wozu diesz einen nicht unwesentlichen nachtrag bietet.
3) endlich auch gamen (gamatzen), oberschwäb. 15. jahrh., s. sp. 1208; zu dem rhein. gamen dort, dessen a echt scheint, vgl. nordfries. jâmen gähnen Bendsen 178, j- und g- wechseln in ganen und janen u. ä., s. sp. 1149.

[Bd. 4, Sp. 1582]

4) auch hier wol gäumen, Schmeller 2, 8 gibt aus Aventin geymen und gmen, und aus einer bair. mundart 2, 48 geumen, 2, 8 geimen das maul aufreiszen, prahlen, prahlend loben, geimerisch prahlerisch, vergl. gäuen III, 5, mit dem er es als eins behandelt. auch das tirol. gaimen 2, c ist vielleicht zugleich gäumen.
5) gaumen, begierig oder lüstern sein, s. das vorige gaumen am ende, vgl. unter gaumsen.

 

 gelustereⁿ, gelüstereⁿ [klùtra Su.; kletra Dü.] gelüsten: Iʰ dënk, s wurd diʰ nimmʳ g., du bist gebrënnt woreⁿ! Dü.