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| PfWB Geiß(en)-bock (Bd. 3, Sp. 143) | PfWB Roß (Bd. 5, Sp. 594) | |||||||||||||||||||||||||||
1. 'männliche Ziege', Gääß-, Geeß-, Gaaß-, Geißbock, seltener Gääße-, Gaaße- (Formen ohne und mit -e- in der Wortfuge sind landschaftlich nicht zu scheiden) [allg.]; vgl. PfWB Bock 1 a, PfWB Ziegenbock. RA.: Er springt (meckert, stinkt) wie e Gääßbock [NW-Freinsh, verbr.]. Er is munter wie e Gääßbeckelche, von einem lebhaften Kind [Rockhs]. Er (der Magere) kann e G. zwische de Härner kisse [verbr. NPf]. Volksgl.: Wammer 'n Geeßbock halt, verdrage die Kih net [Fogel Beliefs Penns Nr. 759]. Einen VR s. PfWB Roß. Brauchtum: In RO-Wintbn wurde früher am zweiten Kirbetag der G. herausgetanzt. Alljährlich wird von NW-Lambr ein ausgesuchter G. nach NW-Deidh geliefert; hierzu s. PfWB Geißbockfest, -versteigerung. — 2. a. 'altes, abgetriebenes (männliches) Pferd', Gääßbock [ PS-Hintwdth SP-Ottstdt]; [Bd. 3, Sp. 144] vgl. PfWB Geiß 2 c. — b. α. 'magere, hochgewachsene männliche Person', Spottname, Geißbock [ HB-Kirrbg], Gääß- [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Geiß 2 a. — β. Spott- und Uzname für den Schneider, Gääße-, Gaaßebock [verbr.]; vgl. PfWB Geiß 2 b α. — γ. 'unruhiger, stets zu Narrheiten aufgelegter Mann' [vereinzelt]; vgl. PfWB Hospes. Des esch e närrischer G. [ GH-Zeisk]. Auch 'kleiner, unbändiger Junge'; e Gääßbeckel [ LA-Wollmh BZ-Dernb]. — c. Neckname für die Bewohner von IB-Weckling HB-Höch FR-N'lein NW-Duttw Geinsh Friedh Lambr; vgl. PfWB Geiß 2 b β. — d. ein Rheinfisch; Gääßbeck fange [Spey]; vgl. PfWB Schneider. — e. von Zwiebeln, die keine oder aber ganz kleine Knollen bilden, Gääßbeck [Wilde 280]; vgl. PfWB Bock 3 b. — f. 'Sägebock', Gäißbock [ KU-Schmittw/O]. — Südhess. II 1195/96; RhWB Rhein. II 1156/57; LothWB Lothr. 180; ElsWB Els. II 28; Bad. II 340. —
| [Bd. 5, Sp. 595] a. 1563: zu dienen vnd zu fronen mit Roß vnd mit handen [SSp, Lgb. FR-Dirmst Bl. 352 (KB-Otth)]. — F.: Die zwei Belegorte der SPf sind Ausläufer des großräumigen Verbreitungsgebietes für Roß im Obd.; zur Verbr. der Syn. für Pferd im dt. Sprachraum s. DSA, K. 8. Sonst gilt für die Pf Gaul bzw. Pferd, s. K. 39. Da das Wort in idiomatischen Wend. u. Zs. sowie in Abl. häufig bezeugt ist, kann angenommen werden, daß es als Gattungsbegriff und in verengter Bed. (als Streitroß oder Reitpferd) auch in der Pf verbreitet war. — Südhess. IV 1464/65; RhWB Rhein. VII 516; LothWB Lothr. 418; ElsWB Els. II 290/91, ALA II 44.
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