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 PfWB Geiß(en)-bock (Bd. 3, Sp. 143)   PfWB troß (Bd. 2, Sp. 546) 
  -bock m.:
1. 'männliche Ziege', Gääß-, Geeß-, Gaaß-, Geißbock, seltener Gääße-, Gaaße- (Formen ohne und mit -e- in der Wortfuge sind landschaftlich nicht zu scheiden) [allg.]; vgl. PfWB Bock 1 a, PfWB Ziegenbock. RA.: Er springt (meckert, stinkt) wie e Gääßbock [NW-Freinsh, verbr.]. Er is munter wie e Gääßbeckelche, von einem lebhaften Kind [Rockhs]. Er (der Magere) kann e G. zwische de Härner kisse [verbr. NPf]. Volksgl.: Wammer 'n Geeßbock halt, verdrage die Kih net [Fogel Beliefs Penns Nr. 759]. Einen VR s. PfWB Roß. Brauchtum: In RO-Wintbn wurde früher am zweiten Kirbetag der G. herausgetanzt. Alljährlich wird von NW-Lambr ein ausgesuchter G. nach NW-Deidh geliefert; hierzu s. PfWB Geißbockfest, -versteigerung. —
2.
a. 'altes, abgetriebenes (männliches) Pferd', Gääßbock [ PS-Hintwdth SP-Ottstdt];

[Bd. 3, Sp. 144]
vgl. PfWB Geiß 2 c. —
b.
α. 'magere, hochgewachsene männliche Person', Spottname, Geißbock [ HB-Kirrbg], Gääß- [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Geiß 2 a. —
β. Spott- und Uzname für den Schneider, Gääße-, Gaaßebock [verbr.]; vgl. PfWB Geiß 2 b α. —
γ. 'unruhiger, stets zu Narrheiten aufgelegter Mann' [vereinzelt]; vgl. PfWB Hospes. Des esch e närrischer G. [ GH-Zeisk]. Auch 'kleiner, unbändiger Junge'; e Gääßbeckel [ LA-Wollmh BZ-Dernb]. —
c. Neckname für die Bewohner von IB-Weckling HB-Höch FR-N'lein NW-Duttw Geinsh Friedh Lambr; vgl. PfWB Geiß 2 b β. —
d. ein Rheinfisch; Gääßbeck fange [Spey]; vgl. PfWB Schneider. —
e. von Zwiebeln, die keine oder aber ganz kleine Knollen bilden, Gääßbeck [Wilde 280]; vgl. PfWB Bock 3 b. —
f. 'Sägebock', Gäißbock [ KU-Schmittw/O]. — Südhess. II 1195/96; RhWB Rhein. II 1156/57; LothWB Lothr. 180; ElsWB Els. II 28; Bad. II 340. —

 

   troß:
1. in Kniereiterreimen. Troß, troß, trill, de Bauer hat e Fill; das Fille will net laafe, de Bauer will's verkaafe; das Fille springt eweg, de Bauer leit im Dreck [HB-Kirrbg, RO-Obd Horne Penns 117 Gal-Dornf]; dass. auch mit trille/Fille und trillche/Fillche. Eine längere Var. von der fünften Zeile an: Verkaafe will's der Bauer; 's Lewe werd'm sauer, sauer werd'm 's Lewe; de Weinstock der trägt Rewe, Rewe trägt de Weinstock; Hörner hat de Ziegebock, Ziegebock hat Hörner; im Wald wachsen Dörner, Dörner wachsen im Wald; im Winter is es kalt, kalt is im Winter; da frieren alle Kinder, alle Kinder frieren; da muß man 's Feuer schüren, schüren muß man 's Feuer; die Kohle die sin teuer, teuer sin die Kohlen; das soll der Deiwel holen [Kaislt]. In KL-Fischb lauten die letzten Zeilen: Da frieren die kleinen Kinder, frieren an Füß und Händ, 's Liedche hot e End [Kleeberger 74]. Vgl. auch die Var. bei Driller 2 a; ein weiteres Beispiel bei Wilde 265. Die Verse werden in ziemlich eintönigem Singsang hergesagt. Das Kind sitzt dabei dem Erwachsenen rittlings auf dem Schoß. Man hält es an beiden Händen fest und bewegt die Knie im Takt auf und ab. Vor der letzten Zeile wird eine kleine Pause gemacht; dann spricht man sie langsam mit erhobener Stimme und läßt das Kind schnell hintenüber fallen, wobei man es an den Händen festhält. Ein anderer KR.: Troß, troß, trare! So reilen (reiten) die Husare. Sie reilen bis uf Sachse, wo die schäne Mädcher wachse [ KU-Bedb]; vgl. PfWB trara. Siehe auch die Var. bei Bauer (I 617, Z. 49 ff.), Gockel, Schloß.
2. Ausruf beim Teneespiel (s. PfWB Teneeui): Troß! (Darauf die Antwort: Worscht!) [ KL-Katzw]. — Imp. zu PfWB trossen 1 b α, vgl. DWB DWb. XI/1, 2 Sp. 900. — Südhess. I 1760; RhWB Rhein. VIII 1396; Bad. I 569.