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1. a. 'weibliche Ziege', Gääß (gs), Geeß (gēs), Gaaß (gās, gs), Gäiß [zur Verbr. s. K. 152]; Pl. -e (-ə); Dim. -che (-χə, -jə) mit Pl. -cher/-jer [WPf (ohne Ost-PS) NPf (ohne Nordspitze) nördl. VPf], -el (-əl) mit Pl. -le (-lə) [Ost-PS mittl. u. südl. VPf, um Land mit Pl. -lich]; Sonderformen des Dim.: Gääßelche mit Pl. -cher [mancherorts ganze Pf], Gääßi mit Pl. Gääßicher [ RO-Als Bing], Gaaßi [ RO-Rehborn]. Der Rasse nach unterscheidet man: Saaner, Salzbur- [Bd. 3, Sp. 138] ![]() [Bd. 3, Sp. 139] zurecht: Er will e aldi G. brunze lerne [Zweibr]. Der Verrückte hat an'rer G. gesoff [ HB-Webh]. Belangloses macht die G. aa nit fett [ NW-Freinsh]. Der Anspruchslose hiet 'hütet' die G. for die Knuddele 'um den Geißenmist' [ RO-Feilbg]. Scherzh. Antwort auf die Frage nach dem Ergehen: Wie Millersch G. uf de Mischt [ ZW-Marthh]. Aufforderung zum Zahlen: Do die G. gebockt, do de Batze! [Kühn Palz 128, verbr.]. Scherzh. Prahlerei: Mer kennen's mache, mer han die G. verkääft [ KU-Bedb], dass. auch: Was e Hitz unner dem (viele) Veh! Gehschde erum, Gäiß! [ KU-Schmittw/O]. Der kriet noch kaan Pritsch vun meiner G. 'kriegt gar nichts' [ KU-Kaulb]. SprW.: Gure Gedanke un lahme Gääße kumme hinne nooh [Hebel 48]. Hot de Deiwel die G. geholt, kann er aach de Bock (auch: die Pritsch, de Strick) hole 'mag auch das Übrige verlorengehen' [RO-Als, verbr.]. Mit Gewalt hebt mer e G. (am Schwanz) rum 'mit äußerster Anstrengung gelingt alles' [LA-Mörzh, verbr.]. Wann mer die G. genumme hot 'übernommen hat', muß mer se aa hiede [Sunndag 18/1956, S. 3]. Alles, was recht isch, hot Gott lieb; un wer e G. stiehlt, isch kän Bocksdieb [ LA-Gommh]. BR.: 'me Wingert un 're G. isch's nie zu heeß [Zahn Pläsier 190]. Die Ortsneckerei Se Draase reire se uf de Gaaße s. PfWB taugen. VR. s. bei PfWB Amen, PfWB Bändel 1 b, PfWB Bein 1, PfWB Peter 2, PfWB Blatt 1 a, PfWB Bohnenblatt 1, PfWB Pritsche 1 a β, PfWB Brunnen 2, PfWB verrecken 1, PfWB Vieh 1 b, PfWB Roß. Brauchtum: Heiratet die jüngere Schwester vor der älteren, dann muß die Ältere der Jüngeren e Gäiß käife [KU-Schmittw/O IB-Alschb Schandein Bav. IV/2, 366]. Bis etwa 1914 galt in KL-Schneckhs der Kirchweihbrauch die G. erausdanze; vgl. PfWB austanzen. Am Kirbendienstag werd e G. geschlacht [IB-Eschring]. a. 1465-70: Item die geyß, die Im wald funden werden anders, dan vf der rechten strassen, steend eim waltfaut zu [SpeyHochst. Bl. 210]. a. 1590: dieweil wir auch befinden, daß am Sontag vnd inn der Wochen wann man predigt, geiß, genß vnd anderß in die Kirch lauffenn [ZweibrUrkb. 160]. — b. s. PfWB Gelt-, PfWB Rehgeiß. — 2. a. spött. 'große, magere weibliche Person', auch Schimpfw. [verbr.]. Syn. s. PfWB Gammel 1. Des isch e rechdi G. [LA-Gommh, verbr.], e langi, e därri G. [LU-Altr, verbr.]. Auch von weiblichen Personen mit anderen negativen Eigenschaften: e schnäkichi 'naschhafte' G. [ PS-Erfw]; e dummi G. [KU-Kaulb, verbr.]; e närrischi G., z. B. von einer Mannstollen [PS-Geisbg, verbr.]; e neidischi G. [ KB-Stett PS-Hermbg]; e gelt G. 'Frau, die keine Kinder bekommt' [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB Gelt-, PfWB Haber-, Seidengeiß. — b. α. spött. vom Schneider [RO-Sippf]; vgl. PfWB Geißbockschneider, PfWB Schneidergeiß. — β. Uzname für die Bewohner von PS-Geisbg, Gääße [ PS-Schmalbg Heltbg Hermbg]; vgl. [Bd. 3, Sp. 140] PfWB Geißbock 2c. — γ. s. PfWB Angst-, PfWB Teufels-, PfWB Himmels-, PfWB Jammergeiß. — c. 'abgetriebene, magere Stute' [ FR-Mörsch SP-Schiffstdt]; vgl. PfWB Geißbock 2 a. — d. ein kleiner Fisch (ohne nähere Angabe) [ BZ-Dernb ]. — 3. a. 'Spinnrad, an dem die Spule hinter dem Rad angeordnet ist, im Gegensatz zum Bock 4 f, an dem sie sich über dem Rad befindet' [(1900) KU-Herschw/ Petth KL-Fischb NW-Lach/Speyd LA-Mörzh]; vgl. Becker Vk. 68. — b. 'aus dem Wipfel eines Tannenbäumchens gefertigter Teil des Spinnrades, von dem das Werg abgesponnen wird, im Gegensatz zum Rockenstab' [verbr. NWPf]. — c. s. Pfluggeiß. — d. 'Holzgerüst, auf dem der Pflug befördert wird' [ LU-Neuhf]; vgl. PfWB Pflugsschleife. — e. 'Kutschersitz' [ NW-Wachh]; vgl. PfWB Bock 4 k. — f. 'Leiterchen vorn am Heuwagen' [ KL-Ottb Erfb]. Zs. PfWB Mistgeiß. — g. 'Gerüst, auf dem das geschlachtete Schwein liegt' [ NW-Frankeck]. — h. α. 'beim Geißwerfen verwendeter dreibeiniger Aststumpf' [ KU-Bedb Blaub]. — β. 'Hebewinde mit drei oben zusammenlaufenden Beinen' [ BZ-Dierb]. — i. 'die an den unteren Enden zusammengebundene Schürze der Graserin' [ FR-Flomh]. — 4. a. 'ungerodeter Rest eines Kartoffelackers', Geeßche [ IB-Hass]. — b. Gewannenname in RO-Sippf, Gaaß. — Südhess. II 1189 ff.; RhWB Rhein. II 1145ff.; LothWB Lothr. 180 Gaiss; ElsWB Els. I 236; Bad. II 339.
| 1. Apostel Petrus, Peder (pēdər), selten Petrus (pēdrus). Seine Namenstage sind der 22. Februar (Petri Stuhlfeier) und der 29. Juni (Peter und Paul). Zum ersteren s. PfWB Peterstag. Petrus gilt als Wetterregent, daher die (scherzhaften) RA.: Hall beim P. um gut Werrer oon! [ KU-Schmittw/O, allg.]. De P. kechelt (kegelt), wenn es donnert [ KB-Kriegsf, KU-Bedb], P. rollt de Zowwer (Zuber) üwwer de Himmel, dass. [ GH-Zeisk]. Eine schlechte Tabaksorte wird scherzh. »Marke Petrus« genannt, unter Anspielung auf das Bibelwort: Er ging hinaus und weinte bitterlich [Wilde 239]. WR. zum Peter-und-Paul-Tag: Wann im März die Newwel fallen, gebt's zu Peder un Paul groß Wasser [ Gal]. Peder un Paul machen die Worzel faul, machen die Kersche rot, do brauche mer auch kei Brot [IB-Rohrb (Wilde 147)]. Weitere WR. s. Paul. Volksgl.: Im Wurmsegen tritt P. neben Jesus und Johannes als Heilender auf: Petrus und Jesus fuhren aus gen Acker, ackert drei Furchen, ackert auf drei Würmer; der eine ist weiß, der andre ist schwarz, der dritte ist roth; da sind alle Würmer tod. In Namen + + + sprich die Wortt drei Mal [RO-Sippf]. Jesus, Petrus und Johannes gingen hinaus, um zu ackern; da fanden sie ein Würmelein; das Würmelein soll sein weiß, schwarz und rot, daß alle [Bd. 1, Sp. 742] Würmer sind tot [ HB-Kirrbg]. — 2. männl. VN, im Spruchgut und in den Volksreimen mitunter einen dummen und faulen Menschen bezeichnend, in älterer Zeit oft in Verb. mit anderen Namen, s. die folgenden Stichwörter. Die Petercher sin gut for bei's Vieh, als Viehhirten [Krieger 40]. RA.: Er schläft, bes die Katz em Perer rift (ruft), von einem Langschläfer [ RO-Odh]. Hannes, was schaffscht dann? — Ei nix, Mutter. — Un du, Peder? — Ei, ich helf 'm Hannes [ Gal-Bagbg]. SprW.: Hans wie Peder, fär sich sorcht jeder [ BZ-Dierb]. Peter heescht nit e jeder [ Don-Gottlob]. VR.: Wer schmeißt dann do mit Beere? Des is es Franz-Sepps Pere (Vers zum Schnellsprechen) [PS-Burgalb (Wilde 23)]. Man neckt den Namensträger Peter mit verschiedenen Reimen, z. B.: De Perer, wo stehrer? Im Stall. Was durer? Er gebt de Gail Furer. Was noch? Er putzt de Gail 's Loch [KU-Reiffb, verbr., auch Gal]; oder: Peter in dem Hinkelstall frißt die rote Eier all, die weiße loßt er leie, morje geht er freie [PfRSch. vom 11. 11. 1934]. Ein Kniereitervers: Hoppe, hoppe, Reirer (Reiter), Geil gehn uf die Weire (Weide), 's Fillche, des lääft weg, de Peder liecht im Dreck! [ LA-Mörlh]. Beim Händepatschen: Batsche, batsche, Peter, hinnerm Ofe steht er, nimmt das Schmeer un schmiert die Schuh, kommt die alte Katz dazu, frißt die Schuh und auch das Schmeer, frißt mer all die Teller leer [Feierowend 1950, Nr. 8]. Abzählreime: Eene — meene, Bohneblaad, unser Keenich hot gesaat: siewe Gaaße un e Kuh, Perer, schließ de Stall zu, werf de Schlissel iwwer de Rhein, morje soll's gut Werrer sein [ NW-Frankeck, auch RO-Obd]. Apfel, Birne, Zicke, Topfe, Ente, Geige, Feige, Hopfe, Iggel, Katze, Löwe, Maus, dummer Peder, Band heraus [GH-Kand Umg. St.Ingb]. Rätsel: Perer, Perer, Breinche, zackert hinnerm Zeinche, zackert ohne Plug un Schar, werd's ken Mensch im Dorf gewahr (der Maulwurf) [Kinder- und Volksreime in: Der Trifels vom 24. 12. 1933]. Andere VR.: Deff, deff, deff, de Völkersweiler Peter, der rappelt mit'm Geld, un sagt, des kann nit jeder; stolz wie en Graf, un wann er käner is, so setzt er sich in die Eisebahn un fahrt bis nach Paris [ BZ-Wernbg]. Der Peter von Saarbricke hat e Sack voll Micke, schmeißt wedder de Poschde, der Poschde kracht, Peter lacht [Hombg]. Mei liewer, liewer Peter, die Kersche werren rot, jetzt esse mer als Kersche, do spare mer e Stick Brot [Feierowend 1950 Nr. 8]. — Der Name Peter erscheint als zweiter Teil in einigen Doppelnamen, wie z. B.: Georg-Peter, Johann-Peter, Philipp-Peter. Zs.: PfWB Dreh-, PfWB Floh-, Grangel-, PfWB Hollen-, PfWB Hunde-, PfWB Knicker-, PfWB Knochen-, PfWB Lügen-, PfWB Schlapp-, PfWB Schnudel-, Struwwel-, PfWB Zappel-, PfWB Zottel-, PfWB Zwiebelpeter. — 3. Rubberschwiller Peder, Uzname für die Bewohner von PS-Ruppw. — [Bd. 1, Sp. 743] 4. Schreckgestalt für Kinder, Perer [ LU-Hochd], de schwarz P. [ RO-Feilbg]. Schwarzer Peter ist auch eine Bez. für ein Kartenspiel. RA.: De schwarz P. is im Geldbeidel 'Das Geld ist mir ausgegangen' [ KL-Samb]. — 5. Name für Haustiere, bes. Katze, Hund, Ochs. — 6. Bez. für Kleidungsstücke. a. glatt herabhängende Frauenjacke [verbr. um 1930], auch PfWB Flieger, PfWB Henker genannt. »Der 'Peder' ist ein blusenartiges Kleidungsstück mit Ellenbogenärmeln, vorn geschlossen, glatt herabhängend, unten umgesäumt und oben mit niedrigem Stehbörtchen« [ LA-Herxh]. Dieses Kleidungsstück wird mit Vorliebe bei der Heuernte getragen. Zs.: PfWB Blusen-, PfWB Flieg-, PfWB Sackpeter. — b. 's Peterche, ein auf Taille gearbeitetes Frauenjäckchen [ RO-Messbhf]. — c. Strickwams für Männer [ LA-Gleisw]. — d. altes Kleidungsstück. Do, zieh denne alde Perer aan [Kaislt, verbr.]. — 7. 'Nachttopf', Pere [ KL-O'sulzb]. — 8. gebrennder (gebrannter) P. 'geröstete Mehlsuppe' [westl. WPf]. — 9. Peter und Paul, scherzh. für 'Mädchenbusen' [Klein Prov. 48, DWB DWb. VII 1577]. — 10. Als Bestimmungswort erscheint Peter in den ON Petersau, -bächel, -berg, Pettersheim (Näheres s. bei Christmann SN), sowie in vielen FlN, z. B. Petersberg [ NW-Dürkh], -born [ BZ-Albw], -brunnen [ LA-Maik], -halde [ NW-Deidh], -kopf [Kaislt NW-Deidh], -wald [ KL-Vogb, auch Mundatwald bei Weißenburg i. E.], -wingert [ BZ-Ingh]. — F.: In der WPf zumeist pērə(r), pērÄ(r), bei den Jüngeren zunehmend pēdə(r); Sonderformen: pīrər [ RO-Rehborn], pēlər [KU-Körbn u. Umg.], perər [ KU-Reiffb], pit [IB Don Lenauh (Dim.: pidχə)]; die VPf hat zumeist pēdə(r) bzw. pēdÄ(r), seltener pērə(r), pērÄ(r); vgl. Bertram 128/29. Bei den Galizienpfälzern, wie auch bei den Ältesten in der Pfalz (z. B. in KU-Kaulb) findet sich auch die ältere Form pēðər. — RhWB Rhein. VI 624 ff.; LothWB Lothr. 39; ElsWB Els. II 115; Bad. I 167/68; Hess.-Nass. II 571.
| 1. a. 'weibliche Ziege', Gääß (gs), Geeß (gēs), Gaaß (gās, gs), Gäiß [zur Verbr. s. K. 152]; Pl. -e (-ə); Dim. -che (-χə, -jə) mit Pl. -cher/-jer [WPf (ohne Ost-PS) NPf (ohne Nordspitze) nördl. VPf], -el (-əl) mit Pl. -le (-lə) [Ost-PS mittl. u. südl. VPf, um Land mit Pl. -lich]; Sonderformen des Dim.: Gääßelche mit Pl. -cher [mancherorts ganze Pf], Gääßi mit Pl. Gääßicher [ RO-Als Bing], Gaaßi [ RO-Rehborn]. Der Rasse nach unterscheidet man: Saaner, Salzbur- [Bd. 3, Sp. 138] ![]() [Bd. 3, Sp. 139] zurecht: Er will e aldi G. brunze lerne [Zweibr]. Der Verrückte hat an'rer G. gesoff [ HB-Webh]. Belangloses macht die G. aa nit fett [ NW-Freinsh]. Der Anspruchslose hiet 'hütet' die G. for die Knuddele 'um den Geißenmist' [ RO-Feilbg]. Scherzh. Antwort auf die Frage nach dem Ergehen: Wie Millersch G. uf de Mischt [ ZW-Marthh]. Aufforderung zum Zahlen: Do die G. gebockt, do de Batze! [Kühn Palz 128, verbr.]. Scherzh. Prahlerei: Mer kennen's mache, mer han die G. verkääft [ KU-Bedb], dass. auch: Was e Hitz unner dem (viele) Veh! Gehschde erum, Gäiß! [ KU-Schmittw/O]. Der kriet noch kaan Pritsch vun meiner G. 'kriegt gar nichts' [ KU-Kaulb]. SprW.: Gure Gedanke un lahme Gääße kumme hinne nooh [Hebel 48]. Hot de Deiwel die G. geholt, kann er aach de Bock (auch: die Pritsch, de Strick) hole 'mag auch das Übrige verlorengehen' [RO-Als, verbr.]. Mit Gewalt hebt mer e G. (am Schwanz) rum 'mit äußerster Anstrengung gelingt alles' [LA-Mörzh, verbr.]. Wann mer die G. genumme hot 'übernommen hat', muß mer se aa hiede [Sunndag 18/1956, S. 3]. Alles, was recht isch, hot Gott lieb; un wer e G. stiehlt, isch kän Bocksdieb [ LA-Gommh]. BR.: 'me Wingert un 're G. isch's nie zu heeß [Zahn Pläsier 190]. Die Ortsneckerei Se Draase reire se uf de Gaaße s. PfWB taugen. VR. s. bei PfWB Amen, PfWB Bändel 1 b, PfWB Bein 1, PfWB Peter 2, PfWB Blatt 1 a, PfWB Bohnenblatt 1, PfWB Pritsche 1 a β, PfWB Brunnen 2, PfWB verrecken 1, PfWB Vieh 1 b, PfWB Roß. Brauchtum: Heiratet die jüngere Schwester vor der älteren, dann muß die Ältere der Jüngeren e Gäiß käife [KU-Schmittw/O IB-Alschb Schandein Bav. IV/2, 366]. Bis etwa 1914 galt in KL-Schneckhs der Kirchweihbrauch die G. erausdanze; vgl. PfWB austanzen. Am Kirbendienstag werd e G. geschlacht [IB-Eschring]. a. 1465-70: Item die geyß, die Im wald funden werden anders, dan vf der rechten strassen, steend eim waltfaut zu [SpeyHochst. Bl. 210]. a. 1590: dieweil wir auch befinden, daß am Sontag vnd inn der Wochen wann man predigt, geiß, genß vnd anderß in die Kirch lauffenn [ZweibrUrkb. 160]. — b. s. PfWB Gelt-, PfWB Rehgeiß. — 2. a. spött. 'große, magere weibliche Person', auch Schimpfw. [verbr.]. Syn. s. PfWB Gammel 1. Des isch e rechdi G. [LA-Gommh, verbr.], e langi, e därri G. [LU-Altr, verbr.]. Auch von weiblichen Personen mit anderen negativen Eigenschaften: e schnäkichi 'naschhafte' G. [ PS-Erfw]; e dummi G. [KU-Kaulb, verbr.]; e närrischi G., z. B. von einer Mannstollen [PS-Geisbg, verbr.]; e neidischi G. [ KB-Stett PS-Hermbg]; e gelt G. 'Frau, die keine Kinder bekommt' [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB Gelt-, PfWB Haber-, Seidengeiß. — b. α. spött. vom Schneider [RO-Sippf]; vgl. PfWB Geißbockschneider, PfWB Schneidergeiß. — β. Uzname für die Bewohner von PS-Geisbg, Gääße [ PS-Schmalbg Heltbg Hermbg]; vgl. [Bd. 3, Sp. 140] PfWB Geißbock 2c. — γ. s. PfWB Angst-, PfWB Teufels-, PfWB Himmels-, PfWB Jammergeiß. — c. 'abgetriebene, magere Stute' [ FR-Mörsch SP-Schiffstdt]; vgl. PfWB Geißbock 2 a. — d. ein kleiner Fisch (ohne nähere Angabe) [ BZ-Dernb ]. — 3. a. 'Spinnrad, an dem die Spule hinter dem Rad angeordnet ist, im Gegensatz zum Bock 4 f, an dem sie sich über dem Rad befindet' [(1900) KU-Herschw/ Petth KL-Fischb NW-Lach/Speyd LA-Mörzh]; vgl. Becker Vk. 68. — b. 'aus dem Wipfel eines Tannenbäumchens gefertigter Teil des Spinnrades, von dem das Werg abgesponnen wird, im Gegensatz zum Rockenstab' [verbr. NWPf]. — c. s. Pfluggeiß. — d. 'Holzgerüst, auf dem der Pflug befördert wird' [ LU-Neuhf]; vgl. PfWB Pflugsschleife. — e. 'Kutschersitz' [ NW-Wachh]; vgl. PfWB Bock 4 k. — f. 'Leiterchen vorn am Heuwagen' [ KL-Ottb Erfb]. Zs. PfWB Mistgeiß. — g. 'Gerüst, auf dem das geschlachtete Schwein liegt' [ NW-Frankeck]. — h. α. 'beim Geißwerfen verwendeter dreibeiniger Aststumpf' [ KU-Bedb Blaub]. — β. 'Hebewinde mit drei oben zusammenlaufenden Beinen' [ BZ-Dierb]. — i. 'die an den unteren Enden zusammengebundene Schürze der Graserin' [ FR-Flomh]. — 4. a. 'ungerodeter Rest eines Kartoffelackers', Geeßche [ IB-Hass]. — b. Gewannenname in RO-Sippf, Gaaß. — Südhess. II 1189 ff.; RhWB Rhein. II 1145ff.; LothWB Lothr. 180 Gaiss; ElsWB Els. I 236; Bad. II 339.
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