ge-heien schw.: 1.a. 'werfen, schmeißen', geheien [PfId. 51]; vgl. PfWB keilen. Zs. ab-, ane-, PfWB hinuntergeheien. SprW.: Wer 's Brot frisch anschneidt, wer 's Heu oberunter gheit, wer 's Holz grün verbrennt, bei dem hat 's Haushalte bald en End [PfMus. 1885, S. 63]. — b. 'plagen'. (Es schmerzt mich), daß man die armen alten Einwohner zu Heidelberg so plagt, hätte schier auf gut Pfälzisch gesagt: so geheit [Liselotte Briefe 332]. — c. als adj. Part. Perf. 'geschändet, entehrt', geheit [Wilde 51]; vgl. PfWB verheien, PfWB ungeheit. — 2.a. 'ärgern, betrüben' [verbr. südl. VPf Rußl-Katharinent]. 's keit mich (sein dummes Gerede) [ LA-Nußd]. — b.α. 'bekümmern, leidtun'. Der (verendete) Hund keit mich [NW-Lach, verbr. VPf]; vgl. PfWB And. Den dut kän Geld keie 'Er hängt nicht am Geld' [ BZ-Dernb]. — β. 'gereuen' [verbr. VPf KU-Schmittw/O Keiler 146 Kühn Hamet 117 Journ. 1787 S. 235/36]. Es keit mich, daß ich das gesagt habe [ BZ-Apphf]. — RhWB Rhein. III 423/24; LothWB Lothr. 189; ElsWB Els. I 312/13; Bad. II 326/27. | | geheieⁿ, gheieⁿ [kəhèjə Dehli.; èjə S., sonst khèjə fast allg.; khejə M. K. Z.] 1. belästigen, kränken, betrüben, kümmern, verdriessen, reuen. Ich ghei miʰ nit drum; meist unpersönlich: s gheit miʰ grüserliʰ dass ... Bisch. Hf.; s het ne doch gheit; so eps kann eineⁿ gheieⁿ! Was gheits mich um dini Lüt? was bekümmere ich mich um deine Familie? Bf. (nur diese Bedeutung in Str.) ‘dass er jetzt daher kompt mich zu geheyen’ ärgern Mosch. II 813. ‘Dis haw i der müen sah, un duet's di noch so keye’ Froelich Holzh. 11. ‘Nix dät mi ärjer kheije, Als wenn i hätt, wie du, kein guet Gemüeth’ Str. Wibble Wibble = Strossburjer Wibble (von Karl Bernhard) 1. Bdch. Strassburg 1856. 48. ‘Soll eine diss nit kejje?’ Kettner Mais. 66. ‘Wemmer ebs liebs verliert duet's aine - n - alsfurt keye’ Pfm. II 5. 2. werfen, stürzen. Mr derf keⁱⁿ Steiⁿ in dr Wëg gheieⁿ Steinb.; si hann ne zu der Tʰür nus gheit; [Bd. 1, Sp. 313a]
du bruchs mir deⁿ Söuküwl nit vor d Füess z g. brauchst nicht so grob gegen mich zu sein Rchw.; eim dr Hund dar g. Hi. Deheim, wënn iʰ als voll gsäⁱⁿ biⁿ, het miʰ dr Vatter nus gheit, un düo (bei den Soldaten) gheieⁿ si miʰ ʰⁱniⁿ in den Arrest M. JB. IV 73. 3. intrans. fallen, stürzen: im Rheinthal die häufigste Bedeutung. Uf deⁿ Bodeⁿ gh., uf deⁿ Kopf Roppenzw. Wer is uf d Stirne gheit wer ist nun der Dumme? S. Mir is d Freüd in dr Drëck gheit meine Hoffnung hat sich nicht erfüllt Geberschw. Wann du gheis, so leis; iʰ heb diʰ sicher nit uf Hlkr. Ein Kind sagt: Vater, iʰ beⁿ gheit. Antwort: Kumm hër, iʰ lüpf diʰ uf Dü. Ghei um! Ghei dⁱr e Buckl, e Nast, e Kücheⁿkënsterle! scherzhafte Ausdrücke der Verwunderung Str. D Frucht gheit das Getreide fällt, lagert sich Dü. Zunderstöberst g. umstürzen. Hab Häfe kauft, Bin d’ Stäj ’nunder g'heït, Hab alli verheït’ aus einem Reitliedchen Barr Str. Stöber Volksb. 95. 96. ‘Un wie er gaisst uf d’ Baüm, un keit von owwe ’raa’ Pfm. I 6. ‘See sinn, Gott strof mi, z’ Kolmer o nit uf d’ Nase keit’ ebd. II 6. ‘iäz vo n är khäit ïsh dä shälmä n ïn d falä’ Landsman Lied. 77. Rda. Wemmer meint, er gheit, ze (so) leit er schon er ist tief, schnell gefallen Str. U. ‘Geheyen, gheyen verdriessen, ärgern. Es g'heit mich ärgert, reut mich. Was g'heyt's mich? was geht das mich an? Lass mich ung'heit lass' mich in Ruhe’ Klein. — Über die Begriffsentwickelung, welche von mhd. Lexer gehîen heiraten ausgeht und die Bedeutung prosternere annimmt, s. DWB DWB. IV, 1, 2, 2340. MA. III 45. 70. Schweiz. 2, 1103 gehijeⁿ. Bayer. 1, 1025 geheien. Schwäb. 269. |
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