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| PfWB Ge-blüt (Bd. 3, Sp. 91) | PfWB Wesen(s) (Bd. 6, Sp. 1271) | |||||||||||||||
1. 'das gesamte Blut eines Menschen, [Bd. 3, Sp. 92] eines Tieres', Gebliet (gəblīd) [(1930) verbr.]. Trink net so veel vum »Neie«, er geht ze stark d'r ins G. [Keiler 114]. Er hot sich 's G. vefrore (durch Erkältung) [LA-Wollmh, verbr., bes. VPf], 's G. verdorwe, dass. [ LU-Limbghf]. Von einem Schwermütigen sagt man, er habe schweres, dickes Geblüt [Pauli Heilm. 69]. a. 1672: Bei Fieberanfällen ließ man sich schröpfen, um das böse Geblüt fortzuschaffen [Küchler 367]. a. 1700: Wicken sind hartdäuig 'schwerverdaulich' und machen ein Melancholisch Geblüt [Exzerpt Kleeberger aus »Der Meierhof«, S. 1051]. a. 1700: Körfel 'Kerbel' treibt den Harn, zermalmt den Stein, zertreibt das geronnene G. [ebd., S. 1010]. — 2. a. 'starke Blutung aus der Gebärmutter (bei der Entbindung)'. 's G. isch angebroche [(1930) LA-Gommh, verbr., auch Don-Schowe Torscha]; vgl. PfWB Herzgeblüt. — b. 'Menstruation'. Sie hat ehr G. [KL-Reichb, verbr., auch Gal]; vgl. PfWB Periode, PfWB Besuch 2 b, PfWB Blume 2j; Ding 1 c β, PfWB Zeit. Volksgl.: En Fraa, as die Blitz hot, därf ken Kuche backe [Fogel Beliefs Penns Nr. 1870]. — 3. 'Blutsverwandtschaft', Gebliet [Lambert Penns 60]. — Südhess. II 1144/45; RhWB Rhein. I 807/ 08; LothWB Lothr. 186; ElsWB Els. II 172; Bad. II 313/14.
| 1. 'Lebewesen', Wese (wēsə) [verbr., Müller Dietschw 71]; Zs.: An-, Papier-, Bauern-, Bau-, Bei-, Ding(s)-, Flick-, Fuhr-, Gehudel-, Gramanzel-, Hecken-, Höllen-, Kinder-, Schlecker-, PfWB Wirrwesen; PfWB Gewese. Waar gans en anner W. [Birmelin Penns Poems 98]. RA.: am e dore (toten) W. sich vergreife 'Sachbeschädigung begehen' [ HB-Lu'thal]. — 2. 'Aufhebens, unnötige Umstände, Durcheinander, Getue', Wese [Albrecht 144], Wesens (wēsəns) [GH-Zeisk Kleeberger 98], Weses (wēsəs, wsəs) [Ingb ZW-Battw KL-Hirschhn LA-Venn Heeger Südostpf. 31 Lambert Penns 177]. Na - der Druwel un das Wese [Müller Luscht un Lewe 78]. RA.: Mach doch net so e W.! [KL-Hirschhn, Ingb ZW-Battw LA-Venn Kleeberger 98]. Der macht e Wesens aus sich! 'ist hochmütig' [ GH-Zeisk]. — 3. a. 'Dasein, Leben'. a. 1343: daz darnach ein ewigez wesen kummen muz 'ein Leben nach dem Tode' [OttbgUrkb. 422]. — b. 'Zustand, allgemeine Bedingungen, Befindlichkeit'. E neii Fasahn (Fasson) muß däs Wese kriehe [Firmenich II 13 (FR-Grünstdt)]. Die Welt werd annerscht un die Leut, / 's gibt ganz en anner Wese [Woll 31]. — c. Krankheitszustände, Wese 'das Abzehren des jungen Rindes' [ KU-Reipkch]; 'Ausschlag bei Rindern' [ LU-Opp]; 's wierich W. 'Wut, Tobsucht' [ RO-Feilbg Hallgt], 'Epilepsie' [Heeger Vhk. 123]; wiescht W. 'Schweinekrankheit' [ KL-Weilb]. Er hat's bees (wiescht) W. 'ist verrückt', von Mensch und Tier [ KL-Erfb PS-Harsbg], 'die fallende Krankheit' [Schandein Sprachsch.]. RA.: Du sollscht's wierich W. kriehn, Drohung [ RO-Feilbg Hallgt]; Var. (sich steigernd): des wierich feirich W., des Sternwese, des Granatsternwese, des Kirner-Hartsteewese (nach dem Steinbruch am Lemberg) [ RO-Hallgt]. — d. 'Menstruation', Wese [ Don-Schowe]; vgl. PfWB Geblüt 2 b. — RhWB Rhein. IX 451.
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