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 PfWB Gau (Bd. 3, Sp. 59)   PfWB hecken (Bd. 3, Sp. 742) 
   Gau m., Gäu n., selten f., m.:
1.
a. 'der zwischen Lustadter und Haßlocher Wald gelegene Teil der pfälzischen Rheinebene', Gää (g)

[Bd. 3, Sp. 60]
[Spey LA-Gommh Venn Wollmh GH-Kand PfId. 48 Schandein Sprachsch. 236 Keiler 13, 107]. Un Pälzer Duwak wachst im Gai, doch bloß for starke Männer [Räder 49]. —
b. 'Bliesgau'; ins Gai fahre [ ZW-Hornb]. —
c. 'Verwaltungsbezirk'. a. 1596: reisen Nahr dem Wurmbser Vnnd Mentzer gaw [WerschwSchR, Bl. 300]. a. 1596: ein Gauer Fueder 'im Wormsgau geltendes Fudermaß' hat 6 Ohm [ebd., Bl. 3]. a. 1596: ein Gaur fueder thut 9 ohm Queicheich [ebd.]; vgl. PfWB Gaufuder. —
2. 'ebenes, offenes und waldloses Land', Gai [PfId. 49]; vgl. PfWB Gaugrehweiler. a. 1604: Ein Acker am heiligen Creutzwege gelegen, geforcht 'begrenzt' naher Waltt vnd gaw [Lgb. 120, Bl. 24/25 (KB-Göllh)]. =
3. Dim. 'kleines Grundstück', vgl. DWB DWb. IV/1, 1, Sp. 1522 Gau 2d. a. 1518: ein gouill (auch: geuill) genant die nassauwiße zu wydenthal [Kurpf. 1659/15, Temporalbestandsbrief Weidenthal]. —
4. 'zäher, lehmiger Kalkboden', Gau [lothr. SWPf (Nachlaß Keiper)]. —
5.
a. 'Geschäfts-, Interessenbereich'.
α. gegenst.; ins (auch: ufs) Gai gehe 'auf's Land gehen, um Vieh zu kaufen', bes. von Metzgern gebraucht [Kus RO-Obd KL-Gimsb NW-Kallstdt BZ-Dörrb], Gäi [ KU-Blaub]. Volksgl.: Der Mäher muß beim Getreideschnitt in seinem G. bleiben, damit die Roßbacher kein Kreuzweh bekommen [KU-Roßb Wolfst (Vogelsgesang 24)]. —
β. einem ins G. gehen (als Konkurrent); ins Gaai gehe (kumme) [ KU-Kaulb Kreimb Dietschw KL-Siegb Pirmas Gal-Hartf], Gai [verbr. WPf RO-Messbhf FR-Grünstdt NW-Hardbg Kallstdt Kühn Hamet 108 Schandein Sprachsch. 73 Klein Prov. 133], Gäi [ KU-Schmittw/O], Gäu [RO-Obd Land BZ-Dernb]; vgl. PfWB Gebiet 1 a, PfWB Gehege 1 b. Sie gehe enanner ins Gai 'bemühen sich um das gleiche Mädchen' [Kühn Schnitze]. Bleib mer aus mei'm Gai! [ KL-Gimsb]. —
b. 'Gesichtsfeld'. Geh mer aus'm Gai! [ RO-Ruppeck], Gäi [ KU-Schmittw/O]. Er kummt mer in die Gää 'entgegen' [ KL-H'spey]. —
6. RA.: Er hot eppes im Gaai 'hat etwas vor' [(1930) Pirmas KU-Kaulb Kreimb]. — F.: Genus der F. mit Umlaut fast allg. n.; f. ist belegt für ZW-Bottb und Spey (PfId. 48), m. für LU-Böhl und bei Schandein Ged. 236. — Südhess. II 1114; RhWB Rhein. II 1052; Saarbr. 71; LothWB Lothr. 184; ElsWB Els. I 191; Bad. II 302.

 

   hecken2, hegen schw.:
1.
a. 'großziehen', von Menschen und Tieren, hecke (hegə), hege (hēgə) [verbr.], häge [ PS-Windsbg]. Junge Amschele sin bees se hecke 'schwer aufzuziehen' [ KL-Gimsb BZ-Dörrb]. Beim Abschied nach der Kindtaufe sagt man: Na, dann hecket aa das Kläin gutt!

[Bd. 3, Sp. 743]
[ WD-Niedkch]. Klage einer Mutter: Eich han verzehn Kinn geheckt, un heit stehn eich blott un bloß do, kääns kimmert sich um mich [ KL-Gimsb]. SprW.: Wo de Has geheckt is, dort is er gern [LU-Maud, verbr., auch Don Gal Buch]. — Insbes. 's Kalb hecke:
α. 'das Kalb nicht verkaufen, sondern aufziehen' [verbr. NWPf]; vgl. PfWB abbinden 1 a α. —
β. 'das Kalb mit der Flasche ernähren' [ KU-Ehw Mühlb Kübbg]. —
b. 'einhegen', vom Zaunschutz zu beiden Seiten eines Weges, vgl. PfWB behegen, PfWB Gehege 2. a. 1435: die trifft soll man hegen biß auf die Gerbach, daß niemand kein schaden geschehe [PfWeist. I 178 (KB-Boland)]. a. 1715: die wissen gehägt und gezäunt, ... daß kein vieh darein komt [ebd., II 716 (ZW-Gr'bundb)]. —
2. 'beistehen, Schutz gewähren'.
a. 'unter die Flügel nehmen'. Die Gluck heckt die Hinkelcher [PS-Windsbg, mancherorts WPf FR-A'lein]. Bei de junge Hinkelcher muß e Gluck sein, daß se se e bißche hecke kann [ KL-Hirschhn]; vgl. PfWB haudern2 1. —
b. vom Menschen, heche (hēχə) [ IB-Bliesmg/Bolch], (hęχə) [ GH-Rh'zab]. — Mhd. hegen, ahd. heg(g)an 'mit einem Hag umgeben, hegen, pflegen, bewahren' hat im Pfälzischen größtenteils den kurzen Stammvokal bewahrt. — Südhess. III 212; RhWB Rhein. III 408; Bad. II 595.