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 PfWB Gau (Bd. 3, Sp. 59)   PfWB Halde (Bd. 3, Sp. 600) 
   Gau m., Gäu n., selten f., m.:
1.
a. 'der zwischen Lustadter und Haßlocher Wald gelegene Teil der pfälzischen Rheinebene', Gää (g)

[Bd. 3, Sp. 60]
[Spey LA-Gommh Venn Wollmh GH-Kand PfId. 48 Schandein Sprachsch. 236 Keiler 13, 107]. Un Pälzer Duwak wachst im Gai, doch bloß for starke Männer [Räder 49]. —
b. 'Bliesgau'; ins Gai fahre [ ZW-Hornb]. —
c. 'Verwaltungsbezirk'. a. 1596: reisen Nahr dem Wurmbser Vnnd Mentzer gaw [WerschwSchR, Bl. 300]. a. 1596: ein Gauer Fueder 'im Wormsgau geltendes Fudermaß' hat 6 Ohm [ebd., Bl. 3]. a. 1596: ein Gaur fueder thut 9 ohm Queicheich [ebd.]; vgl. PfWB Gaufuder. —
2. 'ebenes, offenes und waldloses Land', Gai [PfId. 49]; vgl. PfWB Gaugrehweiler. a. 1604: Ein Acker am heiligen Creutzwege gelegen, geforcht 'begrenzt' naher Waltt vnd gaw [Lgb. 120, Bl. 24/25 (KB-Göllh)]. =
3. Dim. 'kleines Grundstück', vgl. DWB DWb. IV/1, 1, Sp. 1522 Gau 2d. a. 1518: ein gouill (auch: geuill) genant die nassauwiße zu wydenthal [Kurpf. 1659/15, Temporalbestandsbrief Weidenthal]. —
4. 'zäher, lehmiger Kalkboden', Gau [lothr. SWPf (Nachlaß Keiper)]. —
5.
a. 'Geschäfts-, Interessenbereich'.
α. gegenst.; ins (auch: ufs) Gai gehe 'auf's Land gehen, um Vieh zu kaufen', bes. von Metzgern gebraucht [Kus RO-Obd KL-Gimsb NW-Kallstdt BZ-Dörrb], Gäi [ KU-Blaub]. Volksgl.: Der Mäher muß beim Getreideschnitt in seinem G. bleiben, damit die Roßbacher kein Kreuzweh bekommen [KU-Roßb Wolfst (Vogelsgesang 24)]. —
β. einem ins G. gehen (als Konkurrent); ins Gaai gehe (kumme) [ KU-Kaulb Kreimb Dietschw KL-Siegb Pirmas Gal-Hartf], Gai [verbr. WPf RO-Messbhf FR-Grünstdt NW-Hardbg Kallstdt Kühn Hamet 108 Schandein Sprachsch. 73 Klein Prov. 133], Gäi [ KU-Schmittw/O], Gäu [RO-Obd Land BZ-Dernb]; vgl. PfWB Gebiet 1 a, PfWB Gehege 1 b. Sie gehe enanner ins Gai 'bemühen sich um das gleiche Mädchen' [Kühn Schnitze]. Bleib mer aus mei'm Gai! [ KL-Gimsb]. —
b. 'Gesichtsfeld'. Geh mer aus'm Gai! [ RO-Ruppeck], Gäi [ KU-Schmittw/O]. Er kummt mer in die Gää 'entgegen' [ KL-H'spey]. —
6. RA.: Er hot eppes im Gaai 'hat etwas vor' [(1930) Pirmas KU-Kaulb Kreimb]. — F.: Genus der F. mit Umlaut fast allg. n.; f. ist belegt für ZW-Bottb und Spey (PfId. 48), m. für LU-Böhl und bei Schandein Ged. 236. — Südhess. II 1114; RhWB Rhein. II 1052; Saarbr. 71; LothWB Lothr. 184; ElsWB Els. I 191; Bad. II 302.

 

   Halde, Häldef.:
1. 'Abhang', meist FlN (Bez. für den Abhang eines Berges oder Hügels), Hall (hal) [ KU-Theisbgstg KL-Vogb Wörsb U'sulzb PS-Winz Erfw], Haal (hāl) [ RO-Schweisw], Hald (hald) [KU-Ulm RO-Sippf NW-Weish/B. BZ-V'weidth], (hāld) [ KL-Stelzbg PS-W'fischb Geisbg Vinn BZ-Wilgws FR-Tiefth], Häld [ NW-Kallstdt]; vgl. PfWB Abhang, PfWB Rech. 16. Jh.: ein stein, steet an der Solender halt [PfWeist. I 96 (SP-Berghs)]. 18. Jh.: In der Helde [LU-Assh (alte Akten)]. Zs.: PfWB Dingel-, PfWB Glan-, Lang-, PfWB Schnee-, PfWB Sommer-, PfWB Spital-, Waldes-, PfWB Wasser-, PfWB Winter-, PfWB Wolfshalde; vgl. auch den ON Hohenöllen.
2. 'durch Aufschüttung entstandener Abhang'.
a. 'Aufschüttung von Steinen', bes. bei einem Steinbruch, Hall [verbr. WPf NPf], Hald [ PS-Lu'wink NW-Wachh]. Zs.: PfWB Bruch-, PfWB Schutt-, PfWB Steinhalde. —
b. 'Kohlenhalde', Hall [ HB-Höch Webh]. —
3.
a. 'abgehauener

[Bd. 3, Sp. 601]
Wald', Hald [ BZ-Spirkb]. —
b. in der RA.: Bleib mer aus meiner Hald! [ NW-Weidth]; vgl. PfWB Gäu 5 a β. — Südhess. III 58; RhWB Rhein. III 129; ElsWB Els. I 324; Bad. II 538.