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 PfWB gar (Bd. 3, Sp. 38)   PfWB eist (Bd. 2, Sp. 861)   ElsWB nix (Bd. 1, Sp. 796a) 
   gar, gär:
1. Adj.
a. 'fertig gekocht', gar (gr, -ā-) [fast allg.], geer [ IB-Biesing], r [ IB-Aßw WD-Niedkch]. 's Esse is g. [allg.]. —
b. 'gut durchzogen', vom Handkäse [ KU-Kaulb A'glan RO-O'mosch KL-Stelzbg]; vgl. PfWB Gär, PfWB faul 1 a δ. —
c. 'ganz'; net halb un net g. [SOPf]. —
d. 'zu Ende'. Mit dem is g. [ NW-Hardbg]. Heit owend, wann die Butzstunn g. is [Kühn Schnitze I 150]. —
2. Adv.
a. 'sehr, ganz'. Er nemmt 's Maul gär ärig vull [WD-Niedkch, verbr.]. (Des) deet se sich g. schää verbidde [Keiler 117]. a. 1529: vnd ist damit die kauff summ gar bezalt [GgHospR]. —
b. zur Verstärkung von Negationen. Er will aach g. net esse [verbr.]. Er hot g. nix im Kopp [KU-Schmittw/O, verbr.]. Ich bin for g. nix meh (zu gebrauchen) [verbr. Don Gal Buch]. SprW.: Besser e Laus im Kraut as g. kaan Speck [ KU-Kaulb]. — Mit vorausgehender Negation: Warum net g.? [NPf]. Dem Wein bin ich nit g. abgeneigt [Holler 8]. —
c. in den Zs. PfWB alle-, PfWB schiergar. —
d. die Verb. ganz und g. s. PfWB ganz 5 a β. —
e. als Ausdruck der Verwunderung in: Was de gar! [Rockhs]. —
f. in der Verb. gar zu: Es dur-em (tut ihm) g. ze weh [Schandein Ged. 51]. Du bescht so still un g. ze stumm [Keiler 106]. —
g. 'sogar'. Die Männer g., wo hart wie Mauere, (sind gerührt) [Schandein Ged. 177]. — Südhess. II 1088/89; RhWB Rhein. II 1024; LothWB Lothr. 183; ElsWB Els. I 228; Bad. II 292.

 

   eist Adv.: 'irgend, irgendwie, auf irgendeine Weise', eischt (aid) [verbr., auch Auslandspfälzer], (āid) [ PS-Nothw], einscht (aind) [ KU-Nußb LU-Mundh LA-Herxhwey GH-Wind BZ-Dierb], äischt (ęid) [ IB-Rohrb Hass Herbitzh HB-Utw], (d) [ PS-W'fischb], eigscht (aigd) [PS-Salzwg KL-H'spey FR-Mörsch NW-Gönnh Frankeck SP-Harths LA-Böbing Altd Edk Mart Knöring Essing O'hochstdt Dammh Herxh Land GH-Sondh Knitth BZ-Queichhamb Ingh Nd'horb Pleisw], argscht (ārgd) [ LA-Altd BZ-Billh], eicht (aiχd) [ KU-Albess Wolfst Nd'eisb Diedk Kus HB-Schwarzack Pirmas KL-Rodb Hirschhn RO-Schiersf KB-Lauth FR-N'lein LU-Mundh Dannstdt Alsh Iggh NW-Iggb Spey], eisch (ai) [ LA-Kl'fischl BZ-Sarnst], eich (aiχ) [Spey]; vgl. PfWB neist. In Verb. mit Fragepronomen: eischt wann, eischt was, eischt wie 'irgendwann, -wie, -was' [verbr. Gal]. Wann's eischt se mache isch [SOPf]. Wann ich eischt kann, kumm ich marje (morgen) [KU-Kaulb, verbr.]. Wer eischt e Kerl is, der kann drei Daa lang danze, ohne se schlofe [ KL-Fischb]. Wer gekennt hot eicht, hot bei dem frumme (frommen) Mann gebeicht [PfRSch. 9. 9. 1926]. VR.: Wer eischt e bissel Geldel hot, der streicht sein Haisel an; der streicht sein Haisel mit Weißel an un stellt sich vorne dran [BZ-Wernbg (Feierowend Nr. 2/1950)]. a. 1786: Du magst mir eyst etwas geben [Journ. 1786, S. 235/36]. — Aus mhd. ihtesiht (< iht 'irgend, etwas', verstärkt durch vorangehenden Gen. ihtes), das über ihtesit, ichsit ( Lexer Lexer I 1419) zu * ihst, mit Dehnung zu * īhst (īχst) geworden sein dürfte. Diese Form entwickelte sich a) durch Schwund von h (=χ) und Diphthongierung von ī zu aid bzw. ęid (vgl. ais/ęis 'Eis', K. 1), mit Nasalierung zu aind, bei Dehnung des ersten Diphthonglautes zu āid; b) durch Übergang von χ in den Verschlußlaut zu aigd. Sonderentwicklungen sind: argd, aiχd (letzteres durch Wandel von in χ, vgl. z. B. die entsprechenden Beispiele von Deichsel, K. 85) und d (durch Monophthongierung von ęi). Der Schwund des auslautenden d in ai und aiχ hat seine Parallelen in ags 'Axt', brędiχ 'Predigt', marg 'Markt' (vgl. hierzu Bertram § 228). — Südhess. II 173/74; RhWB Rhein. II 100; Saarbr. 56; Bad. I 674.

 

  PfWB  LothWB  RhWB nix, nits [niks Su. Ruf. Geberschw. Hlkr. Bf. Str. K. Z. Lützelstn.; nits Mü. Mb.; neks Ingenh. Han.; Syn. nit O.] Verneinung: nichts. Ausruf der Enttäuschung: Nix is nix! da ist gar nichts Ingenh. Us n. wurd n. Bf. Wü n. is, het dr Kaiser s Rëcht verloreⁿ Dunzenh. Nix haⁿ is e rüewigi Sach Bf. Mir n., dir n. ohne weiteres, ungefragt, ohne mir oder dir etw. zu sagen allg. Ër kummt mir n., dir n. in s Hus ine Ruf. Uf einsmol geʰt do d Tʰür uf, un min Nochber geʰt mir n. dir n. in minneⁿ Garteⁿ Str. Für n. umsonst allg. Ich hab s für

[Bd. 1, Sp. 796b]
n. behummeⁿ ich habe es geschenkt bekommen Hf. Dis Gschribs is alles für n. Ingenh. ‘Nix isch dem güet genüe’ er ist sehr anspruchsvoll Rathgeber 42. Spw. ‘Usse fin unn inne nix’ Mü. Mat. 5, 51. ‘Geht mir nix, dir nix (ohne Scheu) zue sym Wyn’ Hirtz Ged. 163. Verstärkt für n. un wider n. ganz vergebens allg. s. auch für 4. Sufer n. rein gar nichts Ruf. Zo n. wëreⁿ Hlkr., ze n. U. W. = rückgängig: Dis is nit üwwl; jetz is im Sophi sini Hochzit wider ze n., un mir han uns schon lang druf gfreüt Lützelstn. Zo n. macheⁿ ungültig, rückgängig machen Logelnh. Str. Dëʳ brüelˡt aˡs n. eso sondergleichen Geberschw. Was machs? oder Was hes bekommeⁿ? Antw.: Nix! Erwiderung: N. (vgl. Augeⁿnix) is guet für d Aügeⁿ Su., für d Aüjeⁿ Bf., für d Aujeⁿ K. Z. vgl. auch verdaueⁿ. Der um Aufschub Bittende wird zurückgewiesen mit: Ich kënn n., ich will min Gëld! Dü. K. Z. Entschiedene Zurückweisung: N. do! Str. Dis soll emol n. sin! Ausruf des Erstaunens, der Verwunderung Str. Häufung der Verneinung: Ich bin noch niemoleⁿ niemeⁿ nix schuldi gebliweⁿ Z.; vgl. Menges Volksmda. 75. ‘der karg Hund gibt doch niemand nix’ Mosch. II 810. ‘er fragte nach niemand nichts’ Müller 19. ‘’S het als von Iwwerrhyn der alt Herr Markgrof nit for nix ne (den Wolfgang) nemme welle’ Pfm. V 2. ‘wo nix isch, isch nitt viel ze mache’ Horsch Hüssjé 27. ‘da ist er erfreut, als käm einer und brecht jhm nichts’ Fisch. Garg. 108. ‘so hat doch weiters nie nichts aussgerichtet werden mögen’ Petri 372. Nits is güut für Oügeⁿwieʰ Mb. JB. VI 149. ‘und sol sust nieman nützit verbunden sin z geben’ Str. 15. Jh. Brucker 37. ‘nüst teilen noch geben’ Str. 15. Jh. ders. 42. †nüschint nichts. ‘wann eine persone an den Snelling kompt, so wurt ime nüschint’ Str. 15. Jh. ders. 59. ‘Nixdi! Der Hansel muess scheen usgebälkelt wäre’ Pfm. II 5. ‘nix dütt’ Spiel Str. Seyboth. ‘Weist d’ noch Hary, weist d’ Lorenzel, Wie mer Kynneh, nix lang fex, Lusti gspielt henn’ Schk. 199. — Schwäb. 402. Bayer. 1, 1719.