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 PfWB Ganasser (Bd. 3, Sp. 22)   DWB ganze (Bd. 4, Sp. 1307) 
  Ganasser m.: 'Gänserich', auch 'närrischer Kerl', Ganasser [ Don-Werb]. — Nach DWB DWb. IV/1, 1, 1257 gehört die österr. Form ganauser zu PfWB Gans.

 

 ganze, ganz, genz, m. gänserich.
1) mhd. ganz, anser, 14. jh. Mones anz. 6, 345, im 15. jh.: gantz, ein herr unter den gensen, anser. voc. 1482 k ija, voc. inc. teut. h ija, auch in einem rhein. voc. Dief. 37a, gancz nov. gl. 25b; im 16. jahrh.:

wolauf, wolauf, so sprach der gantz,
zu des königes abendtantz.
H. Sachs 1, 426b (regiment der vögel).

noch heutzutage landschaftlich, z. b. siebenb. gunz (und gunsen) Haltrich plan 64b, henneb. gôënz, pl. gôënze, dem. gœënzle n. Fromm. 4, 315, der vocal entstanden aus â, das für a eintrat (s. u. DWB gans I, 3, c). Die einzelnen formen sind nicht sicher, ob nicht blosz ganze darin steckt, ein acc. ganz, dat. ganze würde den zweifel heben; aber ein echtes ganz neben ganze ist nicht zu bezweifeln, zumal nach dem sicher starken genz unter 3, vielleicht schon ahd. ganuz, ganaz, s. unter gans I, 4, c. d.
2) schwachformig ganze mhd., öfter z. b. bei Neidhart (s. die wbb.), ahd. ganazo, auch ganzzo Dief. 37a, noch bei Wack. voc. opt. 42a schweiz. gantzo anser; mhd. z. b.

wie der ganze nâch den gensen gât. MSH. 3, 222b;

auszer reim freilich nicht sicher, ob nicht ganʒe vorliegt (s. DWB ganse). im 15. jh. gantze mrh. Dief. 37a. daher noch hessisch gonze (Dietz Lutherwb. 2, 7a), mit verdumpfung des a wie gunz u. 1.
3) auch mit umlaut genz, md., 14. jahrh.:

dôrnôch der konig von Smalencz
quam jagen als ein wilder gencz.
Wigand v. Marburg reimchr., Germ. 12, 204;

[Bd. 4, Sp. 1308]
ihm entspricht nd. gent (s. 4, a) und noch heute im östl. md., z. b. sächs. gensch oder gentsch (neben gansch), auch gænsch, bei Wittemberg jænsch, daher als name Gentsch, Jensch, Jentsch (auch Jänisch u. a.), nur dasz das auch auf altes genʒ zurückgehn kann als nebenform zu ganʒ gänserich, welches oberd. ebenso als gansch erscheint, s. DWB gans I, 4, c. wegen des umlauts s. mhd. ganiz ebendort.
4) auch nd. sind alle formen vertreten.
a) zugleich dem hd. ganʒ, ganʒe (s. DWB ganse) entsprechend theils gant, oldenb. Fromm. 3, 501, mekl. K. Schiller 3, 10b, theils und öfter gante brem. wb. 2, 482, Dähn. 141b, Curtze Waldeck 465a, Schamb. 59b (acc. und plur. ganten), wieder auch gânte westf. Lyra plattd. br. 23; mnd. gante, ein he under den gensen Dief. nov. gl. 41a, nrh. 15. jh. gaent Dief. 37a.
b) auch mit umlaut (s. 3) gent: wie man einen gent oder ganser vor einer gans erkennen sol. Colerus hausbuch 365; wenn sie sich pahren wollen, so beiszen sich die gente einander heszlich weg. das.; es brüten aber die gäns allein und nicht die gente. 362. im 15. jh. ghente westf. Dief. 37a.
c) nnl. gent, plur. genten, bei Kil. ghent, ostfries. aber gant und gent Stürenburg 66a, dem engl., nord. fremd. s. auch DWB ganzer.