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| PfWB Gammel (Bd. 3, Sp. 21) | PfWB Stecken (Bd. 6, Sp. 463) | |||||||||||||||||||||||||||
1. 'überaus große, schlanke (seltener dicke) weibliche Person, der oft Dummheit, Faulheit und Schlampigkeit zugeschrieben werden', Schimpfw., Gammel (gaməl, gḁ-) [verbr. nördl. WPf NPf nördl. VPf, seltener übrige Pfalz], Gämmel [ KB-Dannfs]; e groß G. [ KB-Mörsf]; e langi G. [ PS-L'mühl]; e dummi G. [ RO-Höring]; die faul G. [ RO-Potzb]; e fauli G. [Schandein Sprachsch.]; e läppschi G. [ RO-Börrstdt]; e aldi G. [ NW-Niedkch]. Syn.: PfWB Baumwurzel, PfWB Bohnenstange 2, -stecken 2, PfWB Tier 3 a γ, PfWB Trampel 1 a, PfWB Trampeltier 2, PfWB Trumpel1 1 a, PfWB Tüte 2 c, Elfrippige, PfWB Gabel II 2, PfWB Gackel1 1 a, PfWB Gaffel 2, PfWB Gake, PfWB Gala2, PfWB Gampel 1 a, PfWB Gamschel, PfWB Gans 2 b β, PfWB Gänsegeißel 2, PfWB Gartengeländer, PfWB Gaukel 1 a, PfWB Gaukler, PfWB Gautsche 2, PfWB Gautschel 2, PfWB Geiß 2 a, PfWB Geißel 2, PfWB Gerte 3, PfWB Gesteck, PfWB Gestell, PfWB Gockel, PfWB Goje, PfWB Gurre, PfWB Heuscheuer, PfWB Hopfenstange, Langbeinige, PfWB Latte, PfWB Schwinggerte, PfWB Stange, PfWB Stecken, PfWB Steckenreff, PfWB Storren. — 2. a. 'Tratschweib', Gammel [ KL-Mehling KB-Mauchh]. Syn. s. PfWB Quatschmaul. — b. 'dumme, kindische Person', Gammel [FR-O'sülz Zahn Pläsier 225]; vgl. PfWB Gampel 2. — Südhess. II 1070/71; RhWB Rhein. II 995.
Aus den Nachträgen
| 1. 'ein dünner Holzstab, Stock', Stecke (dęgə) [verbr., Christmann Kaulb 12, 77 Glass 96 Hussong Kirkel 146 Karch Gimmdg/ Muttstdt 38 Mang 93 Müller Dietschw 61 Lambert Penns 142 Jakob Hw. 28 Krämer Gal 206], Stacke (dagə) [ RO-Rehborn]; Pl. Stecke [verbr.], Steckere (sdęgərə) [FR-Maxd (Bertram § 304)]; Dim. Steckelche [KU-Schmittw/O LU-Alsh Krämer Gal 206 Jakob Hw. 28]; Dim. Pl. Steckelcher [ KU-Schmittw/O], Stecklich [ BZ-Heuchh]; vgl. PfWB Pfahl, PfWB Stab 1; Zs.: PfWB Acker-, PfWB Besem-, PfWB Bind-, Planken-, Bohnen 1-, Brücken-, Flegel-, Fleisch-, Grieß-, Hanf-, Hochzeitsbitter-, Kläpper-, Knopf-, Knüppel-, Knuppert-, Kunkel-, Lad-, Leuchsen-, Meß-, Ofen-, Quack-, Rechen-, Reh-, Reif-, Riester-, Ringel-, Schäfer-, Schaub-, Schützen-, Spazier- 2, PfWB Spinn-, PfWB Standen-, Stückstecken; e dicker St. [ KL-Hütschhs]; de St. ringele 'spiralenförmig die Rinde abschälen' [Schandein Sprachsch. 69]; Stecklich spitze [ BZ-Heuchh]. In äner Hand hat de Belzenikkel 'Nikolaus' en St. [ LU-Alsh, KL-Hütschhs PS-Schmalbg]. RA.: Steckelche schneire 'wirtschaftlich Erfolg haben' [ FR-Mühlh]; mit dem St. ins Wespenescht fohre (stoße) 'jemanden zum Zorne reizen' [ Gal-Bagbg]. Nach einem guten Essen sagt man: Das war besser wie e St. wedder 's Been geschlaa [ KU-Diedk]. Wenn jemand etwas sucht und bei einem anderen danach fragt, sagt man: Ewe hot's e Judd uf em St. fortgetraa [ Gal-Bagbg]. Mer määnt, er hätt en St. im Kreiz, von einem, der sich bei der Arbeit nicht gerne bückt; von einem steifen, unbeweglichen Menschen [KU-Diedk Schmittw/O RO-Dielkch PS-Erfw LU-Friesh NW-Hardbg LA-Gommh Ilbh Mörzh Land BZ-Dierb GH-Kand], dass. für einen Menschen mit Rückenschmerzen [ KB-Kriegsf]. Er hot Stecke in de Bään, dass. [ LU-Opp]; steif wie e St., dass. [ KB-Kerzh Don-Schowe]. Der kann sich e St. dezu stecke 'Der bekommt nichts' [Krieger 16]. Wann der's net [Bd. 6, Sp. 464] gefällt, kannscht de der e St. dezu stecke [Hebel 28, KU-Kaulb Heeger Kerwe 40], wann's net glaawe willsch ..., Beteuerung einer Aussage [PS-Saalstdt, Thielen So rerre mer 112]. Wann der's net langt, steckscht der en St. dezu [LU-Friesh NW-Haßl Spey, Bernhard 153]. Wann deersch net schmackt, Perer, dann kannschde dr e St. drbeistecke, du rorer Voggediewes (Vokativus)! [NPfGV 8/1934]. Ich loss dich iwwer de St. huppse 'verhauen' [ IB-Herbh]. Dem hun ich mereme St. de Stäib aus de Hosse gekloppt, dass. [ KU-Schmittw/O]. Er danzt wie e Lumbe am St. 'tanzt eifrig' [KU-Trahw ZW-Krähbg GH-Kand Krieger 23 PfRh. 13/1934]; vgl. Röhrig 2 S. 613. Do turn ich wie e Lump am St. [Münch Werke II 210]. Er gieht mem St. bei e verreckt Hingel, von einem Angsthasen [Thielen So rerre mer 112]. Die hot viel Koraasch, die geht mer em St. zu me dore Hinkel, dass. [ KU-Schmittw/O]. SprW.: De Stecke hot zwee Enn [Don (Steinmetz)]. 's ich ken Johr an e St. gebunn, 's geht jede Dag e Stick erum [ PS-Th'eischw mancherorts Don Gal Buch]. In de Jugend muß mer sich e St. schneire, daß mer sich im Alder dron hewe 'halten' kann [ KU-Schmittw/O]. Mer muß in de Juchend de St. zur Stitz im Alder schneire [ BZ-Dierb]. a. 1430: eichen holtz ... hauwen zu stekken lenderichen pfehlen oder zureuffen [StArch. NW-Deidh]. a. 1602: aber dem von Eltz gar nit, der mueß sein stecken selbst mitführen [ABlieskst 110]. — 2. bes. Arten von Stecken. a. 'ein schlanker Zweig, bes. vom Haselnußstrauch, vom Weinstock', Stecke [ KU-Reipkch LA-Herxhwey]; Dim. Steckelche [ KU-Bedb], Steckel [ NW-Wachh]; Zs.: PfWB Haselnuß-, PfWB Haselstecken; e schän Steckelche [ FR-Merth]. Wann's Schloose 'Hagel' gibt, fließt Reweblut, / dann bleiwen leere Schdecke [Burgey Keschte 24]. — b. 'der Stengel der Sonnenblume' [ KB-Bubh]. — c. 'das spanische Rohr, der Rohrstock zum Prügeln' [ HB-Kirrbg ZW-Battw LU-Limbghf NW-Frankeck]; Zs.: PfWB Täpel-, PfWB Rohrstecken; vgl. PfWB durchhauen 2, PfWB verhauen 1. De Faulenzer krieht mit em St. [RO-Sippf]. Mit Knippel, Sense un mit Stecke, / Do krie'n die Feind e großer Schrecke [Münch Werke I 87]. 14 Dag lang deht ich dem Kerl mit m St. nooschpringe! [Kühn Kumödi 28]. RA.: e St. ins Kreiz schloon, dass. [ KU-Schmittw/O]; e St. onmesse [ KU-Schmittw/O]; mit dem St. Stroof krieje, dass. [ HB-Kirrbg]. SprW.: Wer e Hund schlaa will, find aach e St. [mancherorts Don Gal Buch]. Volksbr.: Fastnachtsheischelied: Hannabelche Han, die Fassnacht is an, / Fett ins Sippche, Aijer in die Pann, / die Pann rappelt, die Pann rappelt / die Kichelcher sinn geback, / eraus met, eraus met, e paar in meine Sack. / Is e gut Fraa im Haus, langt se mer e Kichelche raus, / is e beeser Mann im Haus, langt er mer en St. eraus [ KU-Hundh]. AR.: Sechs mal sechs is sechsedreißich / un de Lehrer is so fleißich / un die Kinner sin so dumm / geht de St. hinnerum [ LU-Muttstdt]. VR.: Mein Mudder kocht Schnitz. / Derf ich dran lecke? / Kummt se mit'm [Bd. 6, Sp. 465] Stecke. / Spring ich zu de Magd, / Do wer ich ausgelacht. / Spring ich zum Knecht, / Das war recht [GH-Weingt (Wilde 10)]. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, / meine Mutter kocht Saft / mecht gern e bissel schlecke / kummt se mit em St. [ BZ-Billh]. Weitere VR. s. PfWB Mutter 1 a, PfWB Schmied 1. — d. 'der Spazierstock, der Gehstock mit gebogenem Griff' [ LA-Venn]; vgl. PfWB Spazierstock; Zs.: PfWB Gang-, PfWB Hakel-, PfWB Spazierstecken. Er geht om e St. [ KU-Schmittw/O]. Jetzt harrer noch zwee Tritt. Sei Stecke gewwem Halt [Ranssweiler 78]. RA.: Er hot Dreck am St. 'Er hat Fehler gemacht; ist vorbestraft' [WD-Niedkch KL-Reichb Pirmas KB-Kriegsf LU-Opp NW-Hardbg Hussong Kirkel 146 Gal-Josbg]. Der hat Dreck am St. in dere Sach 'Der steht unter Verdacht' [ NW-Freinsh]. Er hät schun Dreck genunk am St. [Münch Werke I 71]. — e. 'der Peitschenstiel', auch die Peitsche selbst [ KU-Hundh RO-Dielkch KL-Matzb KB-Bubh FR-Mörsch]; Zs.: PfWB Peitschen-, PfWB Geißel-, PfWB Holzstecken. — f. 'Holzstab mit Eisenspitze (auch Nagel) zum Beschleunigen beim Schlittenfahren auf dem Eis, auf ebener Fläche', Pl. Steckere [FR-Maxd (Bertram § 304)]; vgl. PfWB Stachel 4. — g. 'Kinderstelze'; Steckelches laafe 'Stelzenlaufen' [ KL-Fischb]. — h. 'gabelförmiger Sommertagsstock, mit Bändern geschmückt' [ PS-Geisbg]; Zs.: PfWB Buchs-, PfWB Brezel-, PfWB Riraro-, PfWB Rira-, PfWB Sommer-, PfWB Sommertags-, PfWB Stabausstecken; Syn. s. PfWB Sommertagsstock; s. Abb. 88e. — 3. übertr. a. 'langer, dünner Mensch' [KU-Einöll Obw/Tiefb HB-Peppk ZW-Schmitshs KL-Matzb LU-Alsh/Gr NW-Haardt BZ-Schweighf Steinf GH-Leimh Rh'zab Gimmel in PfL 27. 11. 1922]; Zs.: PfWB Bohnen- 2, PfWB Gäukelstecken; Syn. s. PfWB Gammel 1, PfWB Riese1 1; langer St. [ RO-Dörrmosch PS-Hermbg BZ-Münchw]; e derre St. [ FR-Grünstdt]. Des esch en langer St. [ ZW-Mauschb GH-O'lustdt]. S'is sunscht keener do, wie so e langer, derrer St., met zwee schwarze Tuppe unner de Nas un eme braune Käschtche unnerm Arem [Müller Lottche 26]. So e St., denne schneid mer sich noch an de letschte Heck, sagt die Frau verächtlich zu einem Werber [R. Müller Die Borjemeeschterwahl 1913 40]. — b. 'eine flachbrüstige Frau' [ PS-Erfw]. — c. Pl. 'lange, dünne Beine' [mancherorts ges. Pf]; vgl. PfWB Bein 2; Zs.: PfWB Reffenstecken. Der hot lange (e Paar, derre) Stecke [ PS-Erfw Fehrb FR-Bockh LA-Gommh]. Ehr Flitschelreckche sell nix decke, / ei jo! - mer sell recht siehn ehr Stecke! [Christmann Grummet 36]. — 4. FlN, amtl. Im Stecken [ NW-Mußb]. — Mhd. stecke 'Stecken, Knüttel, Pfahl, Pflock' ( Lexer Lexer II 1156). — RhWB Rhein. VIII 560/61; LothWB Lothr. 494; ElsWB Els. II 580/81; SSA IV/5.09.
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