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| PfWB Gabel (Bd. 3, Sp. 1) | PfWB Spat-gabel (Bd. 6, Sp. 214) | |||||||
I. 1. 'Gerät zum Essen und Vorlegen der Speisen', Gaww(e)l (gawəl, gawl, -ḁ-, s. F.), Pl. Gaw(e)le [allg.]; Dim. Gäww(e)lche (gę-), Pl. -cher [WPf NPf nördl. VPf verbr. mittl. u. südl. VPf], Gäww(e)le [verbr. mittl. u. südl. VPf]. Zs. PfWB Eß-, PfWB Fleisch-, PfWB Herrgotts-, PfWB Horn-, PfWB Salat-, PfWB Wurstgabel. Dort muß mer mit Messer un G. esse [allg.]. Er eßt met de finfzinkiche G. 'mit der Hand' [KU-Schmittw/O, verbr.]; vgl. PfWB Herrgottsgabel. RA.: Aaner im Schnawwl, aaner uf de G., zwää en de Aae, wenn ein Hungriger Klöße ißt [ KB-Kriegsf]. Wann du net wärscht un der Leffel, dann mißt mer die Supp mit der G. esse [verbr. Don]. SprW.: Die G. is die Ehr, mit de Finger kriet mer mehr [ Gal-Bagbg]. — 2. 'G. als Gerät in der Landwirtschaft, im Bergbau'; die zwaa-, drei-, vierzinkich G. [KB-Bennhs, verbr.]; die holze G. 'G. aus Holz' [ KB-Kriegsf]; e G. voll Haai [NW-Kallstdt, verbr.]; met de G. (met'm Gäwwelche) Haai wenne [KB-Zell, verbr.]; mit der G. Mischt lade [ Gal-Dornf]. Zs. PfWB Eisen-, PfWB Frucht-, PfWB Futter-, PfWB Grab-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Heu-, PfWB Holz-, PfWB Kleesamen-, PfWB Kohl-, PfWB Mist-, PfWB Rüben-, PfWB Schöpf-, PfWB Schotter-, PfWB Schüttel-, PfWB Schütt-, PfWB Spat-, PfWB Stahl-, PfWB Stech-, PfWB Stein-, Streu(sel)-, PfWB Stroh-, PfWB Wacken-, Wende-, PfWB Zett(el)gabel. — 3. von sonstigen Geräten u. Geräteteilen. a. mit de G. die Wawe (Waben) entdeckele [ RO-Bistschd]. Zs. PfWB Entdeckelungsgabel. — b. die G. am Dauweschlag [ LU-Friesh]. Zs. PfWB Fanggabel. — c. die G. am Reche [ KB-Kriegsf]. Zs. PfWB Rechengabel. — d. de Brezel uf de G. [ HB-Höch LA-Herxhwey]. Zs. PfWB Brezel-, PfWB Riraro-, PfWB Sommer(tags)gabel. — e. 'Gabeldeichsel am Einspännerwagen' [ KU-A'glan RO-Schmalfhf]; vgl. PfWB Lanne. — f. 'die G. als Pflugteil'. α. 'das [Bd. 3, Sp. 2] hintere Verbindungsholz zwischen oberem und unterem Pflugbalken' [ BZ-Hofstätt]; vgl. PfWB Pflugskörper. — β. 'die obere Verbindungsstange der beiden Grießstecken' [Kaislt]; vgl. PfWB Pflugsgabel. — γ. 'die Handhaben am Pflug' [ Gal-Obl]; vgl. PfWB Pflugsarm. — g. Zs. PfWB Fisch-, PfWB Ofen-, PfWB Stimmgabel. — II. sonstiger Gebrauch. 1. 'Astgabelung an Bäumen und Pflanzen'; die Gawwele vun de Rewe [LU-Alsh, verbr. VPf]. Zs. PfWB Ast-, Reben-, PfWB Zwickgabel. — 2. 'überaus große weibl. Person' [ GH-Kand BZ-Gleishorb]. Syn. s. PfWB Gammel 1. — 3. 'die zum Schwur erhobene Hand'. RA.: Des kann ich uf mein G. nemme [Pirmas, Krieger 18]. Wann ich de Eid emol uf der G. hab, isch der Prozeß gewunne [Zahn Pläsier 127]. — 4. 'Geweihstange mit zwei Enden', Jägerspr. Der Hersch hot starke Gawwele [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Gabelbock. — 5. s. PfWB Knopfgabel. — F.: Der Stammvokal ist nach Angaben der Gewährspersonen sowie in den Tonbandaufnahmen vorwiegend -a-. Für KU-Rammb Dietschw HB-Schwarzack Walsh RO-O'mosch KL-Lind Ost-PS gilt -ḁ-. In der südl. VPf herrscht nach Heeger Südostpf. § 52 sehr dunkles -ḁ- (teilweise sogar -ǫ-) vom Süden her bis zur Linie LA-Rhodt — Edh — GH-Nd'lustdt — Hördt. Bertram (§ 18) gibt -ḁ- für das (westl.) Waldgebiet der mittl. VPf an, außerdem für NW-Haardt Deidh Dürkh sowie für LU-Neuhf Dannstdt Assh Iggh SP-Schiffstdt W'see, wobei -ḁ- oft bei Älteren, -a- bzw. -ą dagegen bei Jüngeren zu hören sei. Die nördl. VPf hat weithin -a- (vgl. auch Karch Bockh/Kallstdt 254); in NW-Weish/B sprechen die Alten -ḁ-, die Jungen -a-. — Südhess. II 1045/46; RhWB Rhein. II 964/65; Saarbr. 74; Lothr. 184/85; ElsWB Els. I 192/93; Bad. II 271/72.
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