| Netz-Navigator | |||||||||||||||||||||||||||||||||||
| PfWB füttern (Bd. 2, Sp. 1668) | PfWB Kalb (Bd. 4, Sp. 18) | PfWB Welts-kalb (Bd. 6, Sp. 1243) | |||||||||||||||||||||||||||||||||
1. 'einem Tier Futter1 geben', fiedere (fīdərə) [verbr. WPf NPf fast allg. VPf], (fīðərə) [ Don-Werb Gal-Dornf], (fīrərə) [verbr. WPf NPf selten VPf], (fīlərə) [ KU-Bedb], fittere (fidərə) [mancherorts VPf], (firərə) [ WD-Niedkch]. Zs. PfWB ab-, PfWB an-, PfWB aus-, PfWB ver-, fett-, PfWB heraus-, PfWB raub-, PfWB überfüttern. Mer missen noch 's Vieh (die Sai, die Hinkel) f. [ LU-Opp, allg.]; die Bien f. 'den Bienen Zuckerwasser geben' [ ZW-L'wied]. De Flachssoome fierert mer 'm junge Veh [ KU-Schmittw/O]. Unser Kuh isch gut gefiedert [ PS-Hintwdth]. De Hund is 's Fiedere net wert [ LU-Alsh]. Begrüßung beim Betreten eines Stalles: Werd gefierert? [PS-Schopp, verbr.]; auch: Dun'r fiedere? [PS-Erfw, verbr.]; [Bd. 2, Sp. 1669] dass. kurz: Fiedre? [ BZ-Mühlhf]. 's is Zeit Fieleres (Genit. des subst. Inf.) 'Es ist Zeit zum Viehfüttern' [ KU-Bedb, KU-Diedk]. RA.: Das Perd do werd met Zementfässer gefirrert, dem sieht mer noch die Räif em Leib 'Das Pferd wird so schlecht gefüttert, daß die Rippen sichtbar sind' [ WD-Niedkch]. Haschde noch net gefierert? Dein Furerlare (hier: der Hosenschlitz) steht noch uf [ KU-Körbn]. Er hot e Maul, daß mer'n mit de Schipp fiedere kinnt [ LA-Herxh]. Er dut die Hinkel (auch: die Gäns) fiedere 'Er übergibt sich' [PS-H'mühlb, vereinzelt ganze Pfalz]; vgl. PfWB brechen1 A I 3 b. Do, fieder dein Amschel! (mit Schnupftabak) [ KU-Kaulb Kreimb KL-Fischb]. SprW.: Gut gebutzt is halb gefierert, von der Pferdepflege [ KU-Schmittw/O]; auch: Gut getränkt ... [ LA-Wollmh Edh]. Wer die Sau annimmt, muß se ach fiedre [ LA-Edh]. Für das Schaf gilt: Stell mich kalt un fitter mich alt! [ GH-Zeisk]. Volksgl. s. PfWB Hochzeitstag, PfWB Kalb, PfWB Katze. VR. s. PfWB aus I 1 b. — 2. jemanden f. Den Behinderten muß mer fierere wie e kläin Kind [ KU-Schmittw/O]. Er fiedert sein Maul net umesunscht [ Don-Gottlob]. Wann ich getränkt bin — g'füttert bin ich gleich [Hebel 32]. Volksgl.: Bettpisser backt mer en Pei (engl. pie 'Pastete') vun Mais un fiedert's ne [Fogel Beliefs Penns Nr. 1480]. — Südhess. II 1041/42; RhWB Rhein. II 955/56; Saarbr. 70; LothWB Lothr. 158; ElsWB Els. I 159; Bad. II 269.
| 1. a. 'Junges von der Kuh', Kalb (kḁlb, seltener -a-) [verbr.], (kḁłb) [ KL-Lind], Kalf [vereinzelt lothr. SWPf], Pl. Kälwer (kelwər, -ę-); Dim. Kälbche, Pl. -er [WPf (ohne Ost-PS) NPf nördl. VPf], Kälwel, Pl. Kälwle [mittl. u. südl. VPf Ost-PS], Pl. Kälwlich [Bereich um Land]; vgl. bes. Christmann Kaulb § 7 b, Höh § 7 A 5, Bertram § 27, Heeger Südostpf. § 52; Zs.: PfWB Tochter-, PfWB Tütz-, PfWB Farren-, PfWB Ketten-, PfWB Kübel-, PfWB Kuh-, PfWB Milch-, PfWB Mutter-, PfWB Ochsen-, PfWB Rinds-, PfWB Stech-, PfWB Stier-, PfWB Welts-, PfWB Zugkalb. Die Bläß kriet e K. [RO-Dielkch verbr.], macht e K. [KU-Bedb, verbr.]. Die Kälwer saufe drei bis vier Woche, dann werre se abgewehnt [LA-Maik, verbr.]. Meer binnen dasjohr zwee Kälwer ab [verbr. Gal]; vgl. PfWB abbinden 1 a α. RA.: Wer gierig und viel trinkt, sauft wie e K. [ ZW-Battw]. Wer verblüfft dasteht, macht Aue wie e g'stochenes K. [ KU-Hundh]. [Bd. 4, Sp. 19] Ein großer Dummkopf es dummer noch wie e K. [verbr. NPf]. Wer sich schlecht entwickelt, macht sich wie e grindich Saiche, wie e lausich Kälbche [Pirmas verbr. Gal]. Wer sich übergibt, macht e Kälbche [verbr. WPf NPf vereinzelt VPf], hot e Kälwel angebunne [LA-Gommh Hebel 29 NW-Kallstdt, verbr., auch Don Gal Buch]. Wer betrunken nach Hause kommt, hot e Kälbche hembrung [ PS-Höheinöd]. Der Säufer versauft 's K. im Mudderlaib [ BZ-Albw]. Ein Lümmel isch 's K. vunere wieschte Kuh [ PS-Erfw BZ-Dierb]. Jetzt kriegt 's Kälwel Lais, wenn man sich keinen Rat mehr weiß [ LU-Limbghf]. Den »Götzgruß« beantwortet man: Kih un Kälwer, die lecken sich selwer. Leck dich aach! [ Gal-Bagbg Dornf]. SprW.: Erschdes K. - e Gääs, zwettes K. - wer wääß? Drittes K. - sehn zu! Viertes K. - e Kuh. 'Erst das vierte Kalb gibt eine vollwertige Kuh' [ BZ-Dierb]. Wann 's K. versoff is, deckt de Bauer de Brunne zu [mancherorts, Hebel 48]. Aa e alt Kuh war emool e Kälbche [ KU-A'glan]. Wenn ein Gerichtsprozeß die Kuh gekoscht hat, kann aach 's K. noch druffgehe [ NW-Deidh]. BR. s. PfWB Februar. Volksgl.: 's erscht K. vume Rind ziekt mer net uf, mer verkaaft's [Fogel Beliefs Penns Nr. 745]. Eme K. schneit mer Hoor vum Schwanz ab un fiedert sie der Kuh, no plärrt sie net [Fogel Beliefs Penns Nr. 764]. Beim abnehmenden Mond darf man kein K. »abbinden« (abgewöhnen), dies muß im Zeichen des Löwen geschehen [Pfälzer Heimat 1931 Nr. 16]; vgl. auch Maurerschurz. KR.: s. PfWB Birne 1 a, PfWB Taler, PfWB Kanzel. a. 1409: Inname Gelt vß verkeuffter Frucht, ... Ferckeln, Zickeln, Fulle, kelbern [SSp Mgr. Baden 2½]. — b. s. Zs. PfWB Hirsch-, PfWB Rehkalb. — 2. a. α. 'großer, dicker Hund', Kalb [ GH-Nd'lustdt], Kälwel [ LA-Edh]. — β. s. PfWB Wasserkälbchen. — b. α. 'dummer, einfältiger Mensch', Schimpfw. du Kalb! [verbr.], Kälbche [ KU-Schmittw/O], Kalb Moses [verbr., PfId. 72]. Zs.: PfWB Blas-, PfWB Dumm-, PfWB Mai-, Mond(s)-, PfWB Mords-, PfWB Muhkalb. Syn. s. PfWB Tappes 1 a. — β. Neckname für die Bewohner von KU-O'alb HB-Höch ZW-Mauschb, Kälwer. Zs. s. PfWB Talkalb. — γ. s. PfWB Geschwisterkälblein. — δ. s. April(en)kalb. — ε. s. PfWB Nachtkalb. — c. 'flegelhafte Mannsperson'; e K., e aldes K. [ IB-Gersh]; vgl. RA. unter 1 a. Syn. s. PfWB Rüpel. — d. α. 'eine besonders dicke Spielkugel'; e Kälwel [ PS-Winz]. Syn. s. PfWB Schießklicker. — β. Kälwel 'flacher Stein im Kinderspiel'; Kälwele schmeiße. Es geht darum, flache Steine so über eine Wasserfläche zu werfen, daß sie aufspringend darübergleiten. Je öfter ein Stein die Wasserfläche berührt, desto mehr Kälbchen werden gezählt [ LA-Böbing Don-Schowe Torscha]. — Südhess. III 1045 ff.; RhWB Rhein. IV 61 ff.; LothWB Lothr. 271; ElsWB Els. I 432; Bad. III 51.
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
| |||||||||||||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | |||||||||||||||||||||||||||||||||||