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| PfWB Futter (Bd. 2, Sp. 1663) | PfWB Gaul (Bd. 3, Sp. 64) | ||||||
1. a. 'Nahrung für Tiere, bes. für das Vieh', Fuder (fūdər), Furer, Fuler, Fudder (fudər), Furrer [allg., s. K. 144]; vgl. PfWB Gefütter. F. mache 'Klee, Grünfutter mähen (und einbringen)' [RO-Rehborn, verbr.], 'Heu von den Berg- [Bd. 2, Sp. 1664] ![]() b. 'Nahrung [Bd. 2, Sp. 1665] für den Menschen', scherzh. Das is so e F. for mein Nochber [ KL-Gimsb]. — 2. Zs. PfWB Gänse-, PfWB Hart-, PfWB Hasen-, PfWB Kanonen-, Nachtigallen-, PfWB Nasenfutter. — Südhess. II 1036ff; RhWB Rhein. II 951/52; Saarbr. 70; LothWB Lothr. 176; ElsWB Els. I 158; Bad. II 268.
| 1. a. 'Pferd', Gaul (gaul) [NPf östl. Hälfte der WPf (vgl. K. 39 'Pferd') nördl. VPf fast allg. mittl. VPf seltener südl. VPf], (gāul) [KU-Adb mancherorts mittl. VPf (vgl. Bertram § 131) fast allg. südl. VPf (bes. ältere Gener., s. Heeger Südostpf. § 15, § 1c)], (gauł) [KL-Lind (Höh 87)]; Pl. Gail (gail/gāil); Dim. Gailche [fast allg.], Gaile [mancherorts mittl. u. südl. VPf]; vgl. PfWB Pferd, PfWB Licker, PfWB Roß. Zs. PfWB Acker-, PfWB Bauern-, PfWB Beiderhand-, Bier(brauer)-, PfWB Bläß-, PfWB Post-, PfWB Brauerei-, PfWB Trapp-, [Bd. 3, Sp. 65] PfWB Vonderhand-, PfWB Fuchs-, PfWB Füllen-, PfWB Hand-, PfWB Heiden-, PfWB Juden-, Karch-, PfWB Königs-, PfWB Kriegs-, PfWB Luxus-, PfWB Militär-, PfWB Neben-, PfWB Offiziers-, PfWB Rasse-, PfWB Reise-, PfWB Reiter-, PfWB Reit-, PfWB Reitschul-, PfWB Renn-, PfWB Russen-, PfWB Sattel-, PfWB Schäsen-, PfWB Schind-, Schwolescheers-, PfWB Soldaten-, PfWB Staats-, PfWB Stall-, PfWB Stangen-, PfWB Strut-, PfWB Stuten-, PfWB Zieh-, PfWB Zirkus-, PfWB Zuderhandgaul; PfWB Hoppel-, PfWB Hotte-, Hotto-, PfWB Hü-, Hutsch-, PfWB Wutschegaul. Ich geh jetzt de Gaul (die Gail) aanscherre (anschirren), ausscherre [verbr.]; de G. aanspanne (häufiger: ein-, inspanne), ausspanne [KB-Bischh, verbr.]; uf'm G. reide [Kaislt, verbr.]. Die große Bauere fahre mit Gail, die klääne mit Kih [RO-Lohnsf, verbr.]. De G. zieht gut (schlecht) [verbr.]. Die Gail gehen dorch 'scheuen' [NW-Kallstdt, verbr.], gehn flichdich, dass. [ SP-Mechth]. Der G. is gangbar 'als Zugtier verwendbar' [ LU-Alsh], is mudich 'temperamentvoll' [ KU-Schmittw/O], hot Hawwer in de Knoche, dass. [verbr.]. Die Gail sin windreh 'steif vom langen Aufenthalt im Stall' [ PS-Schmalbg]. De G. haljert 'wiehert' [verbr. NPf]. RA. u. Vergl.: Er schafft wie e G. [KU-Hinzw, verbr., auch Don Gal Buch]. Er laaft wie die Gail, wann's haamzus geht [NPf]. Er liet (lügt) so schnell, wie e G. laaft [ KU-Trahw], liecht stärker, als 12 Gail laafe [ LU-Limbghf]. Du schnaufscht wie e dämbicher G. [verbr. Gal]. Die is so stark wie'n G. [FR-Tiefth, verbr., auch Don Gal Buch]; vgl. PfWB Gaulsstärke. Er hat e Natur wie e G. 'ist zäh und ausdauernd' [ KU-Ulm]; vgl. PfWB Gaulsnatur. Er hot Zähn wie e G. [ LU-Opp]; vgl. PfWB Gaulszahn. Er hot Knoche wie'n G. [NW-Kallstdt, verbr.]; vgl. PfWB Gaulsknochen. Ich hun Hunger wie e G. [KB-Jakobsw, verbr.]; vgl. PfWB Gaulshunger. Des esch e Kerl wie e G., von einem großen Mann [ SP-Mechth Gal-Augustd]. Des isch e rechder G., von einer stark gebauten Frau [ SP-Heiligst, KU-Cronbg]. Mach de G. net schei! 'Übertreibe nicht!' [KU-Hundh, verbr.]. Mach mer doch de G. net lache! dass. [ BZ-Stein]. Dem isch de G. dorchgange, von einem Unbeherrschten [GH-Kand, verbr., auch Don Gal Buch]. Halt de G. aan! 'Besinne dich!' [RO-Schweisw, verbr.]. Dohin bringe mich kän zehn Gail [KL-Weilb, verbr., auch Don Gal Buch]. Du häscht solle G. lerne, zu einem, der sich mit einer Last übernommen hat [Kaislt]. Er is vum G. uf de Esel kumm 'aus guten Verhältnissen in schlechte geraten' [ FR-Bockh]. Er binnt die Gail mit de Schwänz an die Kripp, weil er kein Futter hat [verbr. Gal Buch]. Er hot de G. am Schwanz ufgezäämt 'etwas verkehrt gemacht' [Hebel 27], hot die Gail hinner de Waa g'spannt, dass. [ FR-Bockh]. Er will de G. net am Kopp nemme 'kann sich nicht zur Tat aufraffen' [ PS-Saalstdt]. Do is Gorr 'schlechtes Pferd' wie G., von einer liederlichen Haushaltung [Bechtolsheimer 193]. Do [Bd. 3, Sp. 66] heert sich doch de G. am Schwanz uf, Ausdruck der Verwunderung [ KL-O'arnb]. Er hot e g'scheide G., wo lese kann un an jedem Wertshaus stihnbleibt [ KU-Schmittw/O]. SprW.: E gurer G. ziecht zwäämol, vom Zehner im Kartenspiel [ BZ-Dierb, KU-Schmittw/O]. Der G., wu de Hawwer verdient, kriet'ne net [ZW-L'wied, verbr., auch Don Gal Buch]. 'me geschenkte G. guckt mer nit ins Maul [BZ-Stein, verbr., auch Penns Don Gal Buch Rußl]. Korze Gail un dicke Brotwerscht 'Am vorteilhaftesten geht es mit kleinen Pferden und dicken Würsten' [PfMHk. 1925, S. 177]. Gefräßich un faul gebt aa e G. [HB-Kirrbg, verbr., auch Don Gal Buch]. Dass. auch: Groß un faul ... [KB-Bubh, verbr.], Dumm un faul ... [Hebel 45 Gal Bagbg]. De G. hot vier Fieß und stolbert aach [verbr. Gal Buch]. Wer verderwe will un weeß net wie, der halt sich an alde Gail un Federvieh [Don-Alexanderhs verbr. Gal]. Vum viele Schaffe verrecken die Gail [verbr., auch Don Gal Buch]. E scheeni Fraa un scheene Gail sin 'm Bauer sein Unglick [ Gal-Falkst]. Die Frää un Gail dut mer net gern weglehne [LA-Impfl]. Hiet dich bei Gail hinne, bei de Weiwer vore, un bei de Paffe uf alle Seide! [ebd.]. Wann so Leit uf de Gaul kumme, wisse se nimmihn, wie's unne aussieht [ HB-Einöd]. Volksgl.: Eine Ehe wird nicht glücklich, wenn der G. auf dem Weg zum Standesamt zu früh anzieht [ LU-Opp]. Wammer draamt vun schwärze Gail, gebt's Streit [Fogel Beliefs Penns Nr. 284]. Rätsel: 's is e G., uf'm Buckel hor er 's Maul, un hinne kummt eppes raus (die Mühle) [Gal-Landtreu Buch-Onufry]; andere Rätsel s. PfWB Berg 1 a, PfWB eisern, PfWB flächsern. VR.: Hoppe, hoppe, Gaile, de Miller schlacht e Saile, de Miller schlacht e rodi Kuh, un 's Peterle a dezu [ GH-Neubg]; Var. s. PfWB Gackel2 1; weitere VR. s. PfWB Futter1 1 a, PfWB Galopp, PfWB Reiter. a. 1548 (1665): Item drey Morgen Wießen ohngefehrlich braucht man zu den gäulen zu einer weiden [SSp., Sayn-Wittg., A. Nr. 5c, Bl. 1]. a. 1583: von eim schadthafften gaul zu heilen [GgHospR]. — b. im Spielzeug für Knaben, meist Dim.; ein beliebtes Weihnachtsgeschenk: Gail un Woon (Wagen) [ KU-Schmittw/O]. Zs. PfWB Rüben-, PfWB Schockel-, PfWB Steckengaul. — 2. a. α. im Uznamen für die Bewohner von GH-Schwegh: Schwegnummer Gäul [ GH-Westh]. — β. s. PfWB Herrgottsgaul. — b. α. 'm liewe Gott sein Gailche 'Marienkäfer' [ KU-Nerzw Heinzhs]. — β. s. PfWB Wassergaul. — c. α. halwer G. 'Ampfer (Rumex crispus)', bes. von seinen Blüten und Samen [verbr. NWPf FR-N'lein verbr. Penns Don Gal]; vgl. PfWB Gaulampfer. — β. 'Melde (Chenopodium ambros.)', Gaul und halwer G. [ KL-Fischb SP-Harths]. — γ. 'die Farnart Engelsüß', halwer Gaul [ KU-Bedb]. — d. im Bubenscherz ääne uf de derre G. setze (dem Ahnungslosen wird von zwei anderen ein Stecken zwischen die Beine gesteckt, [Bd. 3, Sp. 67] so daß er reiten muß) [Kühn Palz 124]. — e. Schees ohne Gail, scherzh. Bez. der ersten Autos [Kaislt]. — Südhess. II 1118 ff.; RhWB Rhein. II 1056 ff.; Saarbr. 74; ElsWB Els. I 211; Bad. II 305.
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