fummeln schw.: 1.a. 'durch starkes Reiben reinigen', fumm(e)le (fumələ) [verbr.]; de Aanzug f. [ KL-Mackb]; vgl. PfWB abfummeln 1. Er hat alles sauwer gefummelt [Zweibr]. Ich hab em 's G'sicht un de Kopp tüchtig mit ere Berscht un Seef g'fummelt [Zahn Pläsier 47]. — b. 'reibend bearbeiten' [ZW-Krähbg Journ. 1787, S. 212]. Zs. PfWB durchfummeln 1. De Schuster fummelt 's Lerrer 'glättet das Leder mit der Fummel 1' [ KU-Dietschw]. De Wewer fummelt 's Duch 'glättet die Tuchkante mit dem Fummeler' [KU-Herschw/Petth (1925)]. — c.α. de Borrem f. 'den Fußboden bohnern' [ KL-Gimsb]. (De Philp hot) druff los gfummelt, daß's Funke gewwe hot [Hartmann Unkel 6]. — β. die Bääm f. 'die Obstbäume beschneiden' [RO-Lohnsf (1925)]. — d. 'betasten, befühlen'. Was hasche do immer se f.? [Kaislt]. Zs. PfWB herumfummeln. — 2. einen f. a. 'prügeln' [KL-Enkb PfId. 48]. Syn. s. PfWB verhauen 1. — b. 'quälen, schikanieren' [ KL-Gimsb]. — Südhess. II 1002; RhWB Rhein. II 888; Saarbr. 70; ElsWB Els. I 116/17; Bad. II 251. | | fummeln schw.: eine hin- u. herfahrende Bewegung unter starkem Reiben durchführen, u. zwar 1.a. unter starkem Reiben etwas gründlich fegen, reinigen, z. B. Schuhe wichsen, Wäsche reiben, Metallsachen blank reiben Rhfrk, Mosfrk, doch auch Rip mögl.; bei de Soldade hommer f. messe; de Schuh messe gefummelt were; ech weren dir de Uhre mol met der Wurzelbirscht f.! — Der Schuster fummelt die Schuh mit dem Fummelholz, er glättet die Ränder Allg. — Eifrig die Geige streichen Boppard, Kobl. — Etwas f.; drehend zwischen den Fingern reiben MGladb. — b. einen f., tüchtig schlagen; mach, dat ech dech f.! Verbr. wie 1 a. — Einen zur Arbeit aufdrehen Schleid-Hellenth. — c. angestrengt tätig sein; wat ho mir de Glocke gefummelt! tüchtig geläutet; in die Dire f. tüchtig hineinwerfen; de fummelt orentlich drof drischt Verbr. wie 1 a. — Ungestüm sein, alles durcheinanderwerfen Zell. — 2.a. an etwas (einem) (herum)f., (spielend) unnötig (heimlich) herumtasten, tändeln, befühlen (u. dadurch [Bd. 2, Sp. 889]
verunstalten, beschmutzen); fommel net an de jong Diere (heröm), die werden jo ganz schro; an der Nas (der Wond) f.; dren heromf.; dorch de Fengere f. wenn das Kind Sachen in die F. nimmt, die es nicht nehmen soll; etwas zerknittern Allg. — Oft mit unsauberem Sinne, an einem Mädchen f., es unsittlich betasten; he hät er dran (an er) gefummelt; se löt sech f. Allg. — An (in) etwas herumstochern; ömherf. herumfuchteln Allg. — b. tändelnd, spielend arbeiten; langsam machen; etwas ungeschickt, oberflächlich ausführen; tätig sein ohne Energie u. Ziel, wursteln Rip, Nfrk; er fommelt de ganze Dag (an der Sach) heröm on krit nüs gedohn; dat häste jo nur su beijenen gefummelt [fehlerhaft stricken, nähen Gummb-Osberghsn]. — Kleine, langweilige (oft unnütze) Arbeit, die eine gewisse Handfertigkeit verlangt, verrichten, kutzeln; an einem Knoten f., auch usenanderf. zupfen, ihn zu entwirren suchen; dat hät e fein gefummelt klug betrieben, zu seinen Gunsten gelenkt; dat welle mer all f. ausprobieren; et (Kind) wess et sech ze f. durch Schmeicheln seine Absicht zu erreichen Rip, Nfrk. — c. unter dem Schein einer sichtlich harmlosen Tätigkeit geheime Ziele verfolgen; e fommelt on f., bes e dem Ohm seng ganz Sach hät das ganze Vermögen erschlichen hat Rip, Nfrk; he knommelt on fommelt treibt Machenschaften Schleid. — Etwas (fort)f. heimlich durch rasche Handbewegung dem Blick der Eintretenden verbergen, auf die Seite schaffen oder stehlen; heimlich sprechen; einem etwas heimlich zustechen; he hät et fortgefummelt; sich derlangsf. heimlich (an der Arbeit) vorbeidrücken; sech heranf.; sech herenf. hereinschleichen ebd., bes. LRip, SNfrk. — Heimlich Tauschgeschäfte treiben, unter Kindern Köln-Keldenich. — 3.a. hässlich essen Kemp-Süchteln. — b. streicheln, liebkosen, verwöhnen Sieg-Eitorf Fussh, Grevbr-Aldenhv. — 4.a. ein loser Gegenstand fummelt, dreht sich hin u. her Aach-Dorff. — b. ein Klicker, eine Kugel fummelt rollt langsam Gummb. — c. sich herumdrücken, schweifen Siegld. — d. mit einem Lichte herumlaufen uMos 1808. — 5. summen Schleid-Hellenth. — Abl.: die Fummel(er)ei, dat Gefummel(s), der Fummeler, sich zerf. — Umlaut weisen auf –ø- Waldbr-Rosb, MGladb-Rheydt; -y- Siegld-Kromb. |
| | | Automatisch erzeugte Rückverweise | | | fummeln PfWB |
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