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| PfWB Fuhr-leute (Bd. 2, Sp. 1635) | PfWB alle-weil (Bd. 1, Sp. 169) | ElsWB wil (Bd. 2, Sp. 814a) | |||||||||||||||||
| 1. 'jetzt, gegenwärtig', mehr im Sinne einer Zeitdauer. Alleweil is alles so daier [allg.]. Mer hot die Kommodofe nimmi alleweil, sie sin abkumme [ NW-Gimmdg]. — 2. 'jetzt, in diesem Augenblick, soeben', oft verstärkt durch vorgesetztes grad. Alleweil (aweil, awei, grad a.) kummt er [allg.]. Allewil krischese 'bekommst du Schläge' [ IB-Reinh]. »Alleweil, eben itzt, ich komme alleweil daher« [Journal 3. Jg. (1786), 7.-12. Stück, S. 235/36]. Das Wort ist Allgemeingut in Land- und Stadtmundarten. Daneben kommen als seltenere Ausdrücke im Moment, jetz(t), jetzert vor, bei sozial Höherstehenden auch ewe (eben), grad ewe; vgl. Otterstetter 193. Dunnerkeil, Mir kummt e Infall alleweil [Münch Weltgesch. 42]. Alleweil läßt mich Monsieur holen, um spazieren zu fahren [Liselotte 155]. RA.: Allweil werd's Dag! 'Es fällt mir etwas ein' [ ZW-Battw]. Awei geht's um die Worscht [ KU-Herschw/Petth]. Alleweil hott se e Mann, von einer Frau, »die gerne geheiratet, aber keine glückliche Wahl getroffen hat« [Kühn Palz 125]. Aweil hoscht de Kuh ins Aach geschlache 'hast du Anstoß erregt' [ NW-Gimmd]. VR.: Mai(n) Schatz is e Fuhrmann, er fahrt mit zwee Geil. Ich hörene knalle, er kummt alleweil [Feierowend 1950 Nr. 5 S. 2]. Frää, kääfener Bessem? Jo, kumm erai! Henner schun zu Middag gesse? Jo, grad alleweil [ BZ-Annw, ähnl. LA-Nußd]. Bei Befehlen = 'sofort'. A. muß awwer de Spekdakl ufheere! [ LU-Opp]. — 3. 'immer'. Er esch alleweil fidel [BZ-Dernb ältere Gener. (1963)]. Bayer. Herkunft? — 4. 'natürlich, freilich'. Des isch alleweil richtig [ PS-Schweix]; so auch LothWB Lothr. 6. — 5. Bindewort 'seitdem'. Ewail mer 's denkt [ GH-Kand]. — F.: Den Hauptton trägt zumeist der zweite Bestandteil, nördl. u. mittl. VPf neigen zur Betonung des ersten Bestandteiles. Otterstetter bezeugt für Pirmas ˈalə̩wail (58). Die verschiedenen lautlichen Formen erscheinen an vielen Orten nebeneinander. Dies gilt im besonderen von aləˈwail, das am häufigsten und in allen Teilen der Pfalz (NPf u. Streifen an der Südgrenze ausgenommen?) vorkommt, und aˈwail, das hauptsächlich für WPf u. mittl. u. südl. VPf sowie für Gal belegt ist. [Bd. 1, Sp. 170] Sonst: aləˈwil [lothr. SW-Ecke], aləˈwai [verbr. WPf RO-Rehborn], ḁəˈwai [ KL-Lind ält. Gener.], ˈalwail [ WD-Niedkch ZW-Battw LA-Freimh], Äwai [ KU-Herschw/Petth], əwai [KL-Lind (1953) KL-Baalbn], Äwail [KU-Schmittw/O Reichsth RO-Münstapp KL-Baalbn BZ-Nd'horb], aw(ə)l [ NW-Gimmdg Deidh Wachh Ruppbg Haßl Lu'haf LU-Maud Böhl Alsh Assh Iggh SP-Schiffstdt Spey]. In flüchtiger Rede oft: wail, wai. — Zur Qualität des Vokals a im ersten Bestandteil des Wortes s. PfWB all; der Diphthong im zweiten Bestandteil gew. ai. Bed. 1-4 aus mhd. alle wīle 'allzeit', Bed. 5 aus konjunktionalem alle die wīle 'so lange, während, indem, da', Lexer Lexer III 887; vgl. auch Schwäb. I 140. — RhWB Rhein. I 117/18; Saarbr. 5; LothWB Lothr. 6; ElsWB Els. II 814; Bad. I 32; Kurhess. 8; Nass. 41; Mainz 13.
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