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 PfWB Fuchs (Bd. 2, Sp. 1625)   PfWB Garten (Bd. 3, Sp. 46)   PfWB Obst-garten (Bd. 5, Sp. 209) 
   Fuchs m.:
1. 'das Raubtier F.', Fuchs (fugs), Pl. Fichs (figs) [allg.]; Dim. Fichsje, -che (figsjə, -χə, selten -ə) [WPf NPf], Fichs(e)l, Pl. Fichsle [nördl. u. mittl. VPf, verbr. südl. VPf], Pl. Fichslich [um Land]; en F. ausgrawe [ LA-Gommh]; junge Fichs hole (aus dem Bau) [ KU-Schmittw/O]; rot wie e F., schlau wie e F. [allg.]. Zs. PfWB Silberfuchs. Er horcht wie e F. [ KU-Herschw/Petth], hat Auwe wie e F. 'scharfe Augen' [ KL-Weilb], sieht aus wie e geschunnener F. [ KL-Hirschhn]. RA.: Heit esch e Kält, daß die Fichs bellen [ BZ-Gossw GH-Kuhdt]. Er macht en G'sicht wie der daweräägich F. aus der Äschbach [ BZ-Dernb]. Verreckt der F., was koscht der Balg?, von einer wertlosen Sache [ RO-Obd]. Des is dort, wo die Fichs un die Hase enanner Gunnacht saan [RO-Dielkch, verbr., auch Don Gal Buch]. Do isch noch 'm F. sein Schwanz dran, von einer zu kurz geschätzten Wegstrecke [ PS-Erfw RO-Obd FR-Albsh LA-Gommh]; ähnlich von einer ungenauen Zeitangabe: e guri Stunn, die hot de F. gemeßt [ LA-Nd'hochstdt]; vgl. PfWB Fuchsstunde. Scherzfragen: Wann is 'n F. 'n F.?Wann'r ellää is [Horne Penns 106]. For was springt d'r F. 'm Berg nuf? - Vor'm Schwanz [ebd. 107]. SprW.: Der F. loßt (auch: verliert) die Hoor, awwer die Naupe 'Tücken' net [verbr., auch Don]; ähnlich vom Wolf. Die Fichs hän all ee Sort Hoor [Gal-Brig, verbr. Don Gal. Buch] Alde Fichs verwischt mer net deck 'oft' [ KU-Schmittw/O]. De F. geht doch emol en die Fall [ WD-Niedkch]. Zeit bringt Rose, saat de F., awer z'erscht die Knepp [Hebel 49]. VR. s. PfWB Amen 1, PfWB Pfeife 1 a, PfWB Kehraus, PfWB Sommertag. Kinder- und Turnspiel: F. aus'm Loch, F. aus der Hehl [verbr.]; Spielverlauf s. PfWB Höhle. Andere Spiele s.

[Bd. 2, Sp. 1626]
PfWB Garten, PfWB umschauen. Beim Schütteln des Säckchens mit den Losen sagt man: Rappel de Katz, em F., de Maus! Hol d'r eppes Hibsches eraus! [ KU-Schmittw/O]. —
2.
a. 'rötlich-braunes Tier'.
α. 'rotbraunes Pferd', auch Rufname [allg.]; vgl. PfWB Fuchsfüllen, PfWB -gaul, PfWB -hengst, PfWB -stute, PfWB -wallach. Zs. PfWB Gold-, PfWB Hell-, PfWB Kohl-, PfWB Rot-, PfWB Schweißfuchs. RA.: Er macht sich wie'm Sewerle sein F., wie er krepiert is [ Don-Ulmb]. —
β. 'rotbraune Kuh', auch Rufname [KB-Kriegsf mancherorts VPf]. —
γ. 'Schmetterling mit fuchsroten Flügeln' [mancherorts]. —
b.
α. 'Mensch mit rotem Haar', Schimpfw.; roder F. [verbr.]. Zs. PfWB Rotfuchs. Spottverse: Roler F., dein Hoor gehn aan, schitt e Trepfel Wasser draan! [ BZ-Steinf, NW-Neidfs Lambr]. Roter F., geh 's Bergel nuff, les die griene Äppel uff! [ GH-Weingt BZ-Dernb]. Roter F. im Hinkelsstall, freßt die rote Eier all, die weiße läßt er leie, morje geht er freie [ ZW-Battw Bechhf]; in einer Var. aus KU-Kaulb lautet der Schluß: marje geht er geie, iwwermarje kimmt er haam, bringt e Sack voll Geld met haam. Wer Sommersprossen hat, wird geneckt: Du rotgespreckelter F.! [ LU-Alsh]. —
β. 'schlauer Mensch'. Des isch 'n F. [SP-Harths, verbr.], 'n schlauer F. [ LA-Herxh], e alder F. [KU-Schmittw/O, verbr.]. Zs. PfWB Schlaufuchs. RA.: Schmack's Fuchs, 's esch Riewesupp!, Aufforderung, in den sauren Apfel zu beißen [ BZ-Dierb]. —
γ. Pl. Fichs, Uzname für die Bewohner von PS-Staffelhof, BZ-Heuchh, GH-Vollmw. Zs. PfWB Kalkofenfüchse. —
δ. 'Schreckgestalt' in PfWB Speicherfuchs. —
c. 'Klatschmohn' (nur. Dim. Pl.), Fichsle und Fichslich [Wilde 130]. Syn. s. PfWB Klapperrose. —
d.
α. 'rötlicher Klicker', Fuchs [ FR-Bockh], Fichsel [ SP-Schiffstdt]. —
β. 'Goldmünze', Fichsje [ ZW-Battw]. Zs. PfWB Goldfuchs. —
γ. 'rötlicher Wein', Fichsel [ Don-Schowe Torschau]. — Südhess. II 982 ff.; RhWB Rhein. II 848 ff.; Saarbr. 69; LothWB Lothr. 175; ElsWB Els. I 91; Bad. II 243/ 44.

 

   Garten m.:
1.
a. 'Nutz- und Ziergarten', Gaa(r)de (g(r)də, mancherorts --) [verbr. NWPf von HB-Höch im Süden bis KU-Jul im Norden und KL-Mackb im Osten, NPf bis KL-Enkb im Süden, Grenzbereich von KL und PS, südl. VPf (einschl. Ost-PS), seltener SWPf und nördl. sowie mittl. VPf, verbr. Don Gal Buch], (-ā-) [verbr. SWPf (einschl. West-PS) mittl. WPf nördl. u. mittl. VPf, selten in anderen Teilen der Pfalz, Penns]; kurzer Stammvokal (-ḁ- bzw. -a-) ist selten und vorn. bei der jüng. Gener. anzutreffen; -r- ist (ausgenommen die Auslandpfälzer) stark reduziert, nicht selten ganz geschwunden; Pl. und Dim. s. F.; de G. umgrawe, enplanze [KU-Bedb, verbr.]; de G. baue [ KL-Lind Queidb]. Zs. PfWB Bauern-, PfWB Baum-, PfWB Pfarr-, PfWB Bienen-, PfWB Pflanz-, PfWB Blumen-, PfWB Poß-, PfWB Bürger-, Feld-, PfWB Vor-, PfWB Gemüse-, PfWB Gras-, PfWB Haus-, PfWB Hinter-, PfWB Hopfen-, PfWB Immen-, PfWB Kirchen-, PfWB Kraut-, PfWB Obst-, PfWB Olig-, PfWB Scheuer-, PfWB Schul-, PfWB Wiesen-, PfWB Ziergarten. RA.: Des is nit in seim G. gewachse [NW-Hardbg, verbr. NPf]. 's kann uns eppes im G. wachse 'ein Unglück zustoßen' [Wilde 289]. Dem werr ich noch e Stään in de G. werfe 'einen

[Bd. 3, Sp. 47]
Schaden zufügen' [RO-Obd, verbr. NPf]; dass. scherzh. vom Gegenteil [verbr.]. Er liebt de Zaun wege'm G. 'liebt das Mädchen wegen des Vermögens' [ LA-Gommh]. SprW.: De G. will jeden Dag sein Herr sehe 'bedarf täglicher Pflege' [Wilde 289]. Was batt mich e scheener G., wenn e annerer drin spaziere geht [Hebel 46]. Ein Rätsel s. PfWB Palisaden 1. VR. s. PfWB Anna-Maria, PfWB Bohnenschisser, PfWB Butterschmiere, PfWB Herrgottsvogel. Brauchtum: Am Abend des Gründonnerstags macht man einen Gang in den G. [ KB-Gauh]. Im Fangspiel wird gefragt: Fuchs, was tust in meinem G.? Der Fuchs antwortet: Trauben essen; daraufhin laufen ihm alle nach [KB-Kriegsf (Dorfchronik von J. Hoffmann, S. 66)]. a. 1695: ein rinn durch Hanß Bennen gahrten [PfWeist. II 621 (NW-Geinsh)]. —
b. Gewannenname: Hinner de Gäärde [ LU-Altr BZ-Dierb]. Zs. PfWB Bellen-, PfWB Burg-, Deich-, PfWB Gänse-, PfWB Hall-, PfWB Hirten-, PfWB Irr-, PfWB Kappes-, PfWB Kirsch-, PfWB Korn-, Lang-, Mauer-, PfWB Neu-, PfWB Reben-, Schäfer-, PfWB Weiden-, PfWB Weiher-, PfWB Weingarten. —
c. 'Baumschule im Wald', de G. [ ZW-Battw PS-Salzwg KL-Hoheck], rtche [ KU-Reichsth], rdl [ LU-Iggh]. Zs. PfWB Tannen-, PfWB Eichel-, PfWB Fichten-, PfWB Forst-, PfWB Waldgarten. —
d. 'Tiergehege' s. PfWB Tier-, PfWB Füllen-, PfWB Saugarten. —
e. 'Parkanlage' s. PfWB Bier-, PfWB Herrschafts-, PfWB Rosen-, PfWB Schloßgarten. —
f. 'Schindanger' s. PfWB Vieh-, PfWB Schindgarten. —
2. 'gartenähnliche Gebilde mit Umzäunung'.
a. 'Gärtchen für den Christbaum', ein quadratisches Brett mit grün gestrichenem Lattenzaun und Loch in der Mitte, Gäärtche [ KU-Diedk Kaulb KB-Albish]; vgl. PfWB Gartenhaus 2, PfWB -hütte. Zs. Holz-, Kristbaum-, Schaf-, PfWB Weihnachtsgärtchen. —
b. 'Gärtchen für den Osterhasen', kreisförmig in die Erde gesteckte Stäbchen, mit dünnen Weidenruten ausgeflochten und mit Moos verkleidet, rdel [ GH-Hatzbühl]. Zs. PfWB Ostergärtchen. —
c. 'in protestantischen Kirchen der mit einem Holzgitter umgebene Sitz für den Pfarrer und dessen Frau', Gärtche [ Don-Schowe]. —
d. 'zaunartiger Aufsatz an der alten Steinkelter', Gäärtche [Rockhs]. —
3. s. PfWB Kindergarten. — F.: Pl. meist Gää(r)de (selten kurzes -ä-), Gää(r)der mancherorts WPf u. NPf BZ-Dernb, Gäärdere in KU-Diedk, Goorde und Geerde in Penns (PSA K. 63). Dim. Gää(r)tche (selten -ä-) mit Pl. -er WPf NPf nördl. VPf verbr. Gal, Gää(r)dl mit Pl. Gää(r)dle und Gää(r)dlcher verbr. mittl. VPf u. Südteil der südl. VPf, mit Pl. Gää(r)dlich um Land, Gäärdlche in PS-Schmalbg. — Südhess. II 1098 ff.; RhWB Rhein. II 1034 ff.; Saarbr. 73; LothWB Lothr. 183; ElsWB Els. I 233; Bad. II 295.

 

  -garten m.: wie schd., -gaarde [ BZ-Albw, mancherorts]; vgl. PfWB Baumgarten 1, Obstbaum-, PfWB Obststück. 2. Hälfte 16. Jh.: obs garten [SLgb. Zell I Bl. 84 (KB-Zell)]. a. 1619: Volgen nuhn die gütter so zu solchem Schloß gehörig. Obs Gärten vnd Kestenberg [SLgb. Winzingen Bl. 5]. Südhess. IV 1051/ 52; Rhein. VI 326; LothWB Lothr. 390. —