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| PfWB Frucht-reff (Bd. 2, Sp. 1619) | PfWB Reff (Bd. 5, Sp. 441) | PfWB Sieb (Bd. 6, Sp. 94) | |||||||||||||||||
1. a. 'Futterleiter über der Krippe im Stall, aus der das Vieh Langfutter frißt', Reff (ręf) [verbr. (außer SWPf), PfId. 111, 114 Christmann Kaulb 12 Mang 94 Müller Dietschw 55 Schandein Bav. IV,2 200 Kühn Hamet 129, Lambert Penns 123, verbr. Don Gal Buch]; Genusangaben: die Reff [verbr. mittl. WPf mittl. u. südl. VPf], das Reff [verbr. NPf NWPf nördl. Teil der WPf nördl. VPf vereinzelt übrige VPf WPf], der Reff [Ingb]; zur Verbr. in der Pf s. K. 314; Syn.: PfWB Raffe, PfWB Raff, PfWB Raufe, PfWB Räufe, Rauf(en); Zs.: Futter-21670.03, PfWB Geiß(en)-, Küh-, PfWB Stallreff. Schmeiß em Vieh Haai ins R.! [ LU- [Bd. 5, Sp. 442] Alsh/Gr]. Die macht e Gesicht wie e R. 'ein runzeliges Gesicht' [ RO-Alsbr]. RA.: Ich geh an die R. 'zu Tisch', scherzh. [Pirmas (Kieffer 61)]. Mer gibt em 's R. voll 'sorgt dafür, daß er beschäftigt ist' [ KU-Schmittw/O]. Der hot e R. 'steht beim Wirt in der Kreide', bildlich von den strichförmigen Schuldvermerken [ LA-Mörzh]. Er hot e bißche im R. 'Er ist betrunken' [KB-Kerzh PfId. 111/12 (östl. NPf) Hebel 25], in de R., dass. [ LA-Venn]. Volksgl.: Mer hengt 'me Kalb sein Halsband der Kuh ins R., noo plärrt die Kuh net, wammer 's Kalb verkaaft [Fogel Beliefs Penns Nr. 819]. a. 1701: Ein Krüpp undt Reef in bemeltem Stall [KellR LA-Godrst]. — b. 'fächerförmiges Lattengestell an zwei Querstäben zum Abschluß des Leiterwagens vorn und hinten', die Reff, Räff [verbr. mittl. u. südl. VPf O-PS], das Reff, seltener Dim. Reffche [mancherorts NPf NWPf nördl. VPf LU-Alsh/Gr LA-Offb BZ-Billh Rohrb GH-Bellh Klein Wag. 113], der Reff [ NW-Esth]; vgl. PfWB Raffel 1 a; Zs.: PfWB Torf-, Streusalreff; Syn.: Anstelleiter, PfWB Ansteller 2, PfWB Aufsteller 2, PfWB Babette 3, PfWB Bindleiter, Plank(en)tor, PfWB Tür 3 a, PfWB Ernteleiter 2, PfWB Galgen 2 d, PfWB Geiß 3 f, PfWB Gestell 1cγ, PfWB Heuleiter 2, -reff, PfWB Horde 2 a, PfWB Lattengestell, -tür, PfWB Laubgestell, -horde, -leiter, -spriegel, -stelle, -türchen, PfWB Leiter 1bβ, PfWB Schild, PfWB Spriegel, PfWB Stehleiter, Stelleiter, Wagen-, PfWB Wiesbaumleiter, PfWB Wiesbaumhalter. — c. 'Vorrichtung an der Sense, die das Verwirren der Getreidehalme verhindern soll' [Bertram § 307 Lambert Penns 123 Krämer Gal 173]; Zs.: PfWB Frucht-, PfWB Hafer-, PfWB Korn-, PfWB Sensenreff. 's Korn werd merrem R. abgemacht [ KU-Schmittw/O]. In aller Frieh watt aagepackt, / Die Reffer schwinge schee im Takt [Birmelin Penns Poems 26]. — d. 'Stabwerk, Gitter im Bach', insbes. 'Gitter aus schräggestellten Holzstangen im Mühlteich, das das Mühlrad vor angeschwemmtem Unrat, Ästen und Eisschollen schützen soll' [Weber Mühlen]. a. 1576: zwei neue Reff für den Mulweiher [HornbSchR Bl. 221]. a. 1600: in der Altenbach biß in das Reff [Vellmann Kübelbg. Bl. 2]. a. 1628: Der ... wog ist noch guet..., muß 2 Newe Reff ahn beeden ablauffen haben [Zweibr I, A. 438 Bl. 29]. — e. 'Eisengitter zum Durchsieben bzw. Durchwerfen des Sandes', Reff [ KU-Rutsw/G NW-Lach/Speyd]; Zs.: PfWB Sandreff; Syn. s. PfWB Durchwurf. — f. 'Gitter in der Rübenmühle, durch das die Zähne laufen' [ FR-Albsh]. — g. 'gezahnte Vorrichtung zum Abstreifen der Samenkapseln des Flachses', die Reff [Wilde Notizen]; vgl. PfWB Raffel 1 b. — h. 'Rückenkorb aus Holzstäben, die oben und unten zusammengeflochten sind, zum Futter- und Streuholen', die Reff [ BZ-Dernb]. — i. = PfWB Bürde 1 a [ NW-Forst]. — j. s. die Zs. PfWB Brot-, PfWB Käse-, PfWB Wäschereff. — 2. a. 'Gebiß, Mund', abwertend [Bd. 5, Sp. 443] ![]() [Bd. 5, Sp. 445] [PS-Burgalb Pirmas (Kieffer 62) SOPf (Heeger Nachl.)]; vgl. PfWB Raffel 2a,c,d. Ich schlaa der uf die R.! [ PS-Burgalb]. — b. 'Gebiß mit Zahnlücken' [ KU-A'glan RO-Lohnsf]; vgl. PfWB Raffel 2 b. — c. 'Zahnprothese' [Lambert Penns 123]. — 3. a. α. 'altes, mageres Pferd'; aldes R. [ RO-Ebbg]; Syn. s. PfWB Mähre 1 b. — β. 'alte, magere Kuh'; e därr R. [ KL-Alsbn]. — b. α. 'große und/oder hagere Frau', spöttisch [NPf (Thielen 91) BZ-Dörrb Gal-Dornf]; e lang (e groß) R. [NW-Herxh, verbr.]; e langes (e großes) R. [ KL-U'sulzb]; e därri R. [ LA-Siebdg]; vgl. PfWB Raffel 3 d; Zs.: PfWB Dach-, PfWB Karch-, PfWB Steck-, PfWB Steckenreff. — β. 'alte, bes. alte, zänkische Frau', Schimpfw. [mancherorts]; So e alt R.! [ KL-Hirschhn]; vgl. PfWB Raffel 3 c. — γ. 'dumme Frau' [Kühn Hamet 129]. — Südhess. IV 1303/04; RhWB Rhein. VII 230 ff.; LothWB Lothr. 407; ElsWB Els. II 238.
| 1. 'Gerät mit Löchern oder Maschen zum Trennen von feineren und gröberen Bestandteilen', bes. Getreide, Mehl, Sand u. ä., auch in Dreschmaschinen, Fegemühlen, Mühlen; bei Flüssigkeiten meist Seihe 1, Sieb (sīb) [verbr. SWPf mancherorts mittl. WPf vereinzelt NWPf, Höh 80 Mang 145 Schneckenburger 23 Krämer Gal [Bd. 6, Sp. 95] 199], Seeb (sēb) [verbr. NWPf LA-Queichh BZ-Dimb, Christmann Kaulb 14, 89 Müller Dietschw 58 PfId. 131], Sibb (sib) [verbr. östl. NPf MPf NOPf mancherorts SPf SOPf, Bertram § 187, 240 Otterstetter 55 Lambert Penns 150 PfId. 132], Sebb (sęb) [mancherorts SOPf PS-Hintwdth KB-Gauh, Heeger Südostpf. 9 Lambert Penns 150], zur Verbr. s. K. 349; Pl. Sieb [ RO-Obd KL-Matzb PS-Erfw], Siewe [ KU-Brück HB-Breitft Kirrbg ZW-L'wied KL-Siegb PS-Gersb], Siewer [ KU-Schönbg IB-Rohrb ZW-Battw KL-Hütschhs Reichb KB-Mauchh], Sieber [ PS-Geisbg KB-Mauchh], Sibb [ KB-Bennhs PS-Schmalbg KB-Bubh Kerzh LU-Friesh NW-Frankeck Kallstdt GH-Kand], Sibbe [ KL-Frankst Stelzbg PS-Rodalb Schmalbg KB-Albish Gauh FR-Albsh Dirmst LU-Alsh Altr Maud Opp NW-Bobh Geinsh SP-Mechth LA-Maik BZ-Albw Dernb], Siwwe [ KB-Morschh], Sibber [ FR-Bockh Tiefth LU-Schauh NW-Bobh SP-Heiligst LA-Gommh BZ-Schweig GH-Schwegh], Seeb [ KU-Obw/T], Seewer [ KU-Bedb Herschw/Petth Hundh Kollw Rathsw Schmittw/O WD-Niedkch RO-Bistschd Dielkch Rehbn KL-Gimsb Morb Weilb KB-Kriegsf], Sebb [ KB-Gauh], Sebbe [ LA-Böbing GH-Nd'lustdt], Sebber [ KB-Gauh LA-Herxhwey GH-Nd'lustdt Zeisk]; Dim. Sg. Siebche, Seebche [WPf NPf], Sibbche, Sibbje [NOPf mancherorts VPf], Sibb(e)l, Sebb(e)l [mancherorts mittl. u. südl. VPf SPf], Sibb(e)lche, Sebb(e)lche [mancherorts mittl. u. südl. VPf WPf]; Pl. Siebcher, Seebcher [WPf NPf], Sibbcher [NOPf mancherorts VPf], Sibble, Sebble [vereinzelt mittl. u. südl. VPf SPf], Sibb(e)lcher, Sebb(e)lcher [vereinzelt mittl. u. südl. VPf WPf], Sibb(e)lich, Sebb(e)lich [vereinzelt SOPf]; vgl. PfWB Reder1, PfWB Reiter2, PfWB Seihe 1; Zs.: PfWB Ähren-, PfWB Bollen-, PfWB Buchel-, PfWB Buch-, PfWB Putz-, PfWB Tabaks-, PfWB Tee-, PfWB Dort-, PfWB Draht-, PfWB Fall-, PfWB Frucht-, PfWB Haar-, PfWB Hafer-, PfWB Honig-, PfWB Kaffee-, PfWB Käse-, PfWB Kernen-, PfWB Kies-, PfWB Kleesamen-, PfWB Kohlen-, PfWB Kohl-, PfWB Körner-, PfWB Korn-, PfWB Mehl-, PfWB Milch-, PfWB Raden-, PfWB Reiter-, PfWB Sand-, PfWB Scheide-, PfWB Schienen-, PfWB Schüttel-, PfWB Schwefel-, PfWB Speis-, PfWB Spelzen-, PfWB Spreu-, PfWB Staub-, PfWB Stroh-, PfWB Weißmehlsieb; Gen. n. vorherrschend, Gen. m. aus KU-Altkch Roßb, Gen. f. aus FR-Flomh LU-Altr BZ-Albw gemeldet; e S. stelle 'ein Sieb zum Vogelfang stellen'. Man stellt seitlich eine Stütze unter das Sieb, an die eine Schnur gebunden ist. Lassen sich die Vögel durch ausgestreutes Futter unter das Sieb locken, zieht man die Stütze weg, das Sieb fällt herunter und versperrt den Vögeln die Flucht [ LA-Gommh, mancherorts]; e S. voll 'Menge, die auf einmal in ein Sieb geht' [ KU-Schmittw/O]. Mit me S. dun mer räre (s. PfWB reden2) [ GH-Erlb]. RA.: Das rinnt wie e S. [ KU-Schmittw/O]. Er hot Puhl (s. PfWB Pfuhl 2) eme S. getraa, von einem Sommersprossigen [ KB-Boland]. Wanns kalt werd, kann mer die Maurer mit me Vertel Schnaps unnerm S. fange, weil sie dann keine Arbeit und kein Geld zum Vertrinken [Bd. 6, Sp. 96] haben [ NW-Haßl]. Volksgl.: »Es war etwa um das Jahr 1760, da wurde der Jäger Andreas Leithäuser dahin beschuldigt, 30 fl. gestohlen zu haben. Es wurde das Sieb gedreht und blieb bei ihm stehen, wodurch er nach der Anschauung seiner Zeit als Schuldiger bezeichnet wurde« [nach einem Gerichtsakt RO-Münchw], zum Siebdrehen als Weissagemittel vgl. HwbAbergl. VII 1686 ff., Becker Vk. 368, Anm. 88. a. 1485?: Item soll der becker auch halten sieber, enge vnnd weitte [PfWeist. 223 (NW-Dackh)]. a. 1541: für 1 sip, sand dardurch zu reden [GgHospR]. a. 1582: ein härren sieb vnd ein beuttell [PfWeist. 520 (FR-Flomh)]. a. 1628: Item derselbig becker soll haben gut multen und zweierley sieber [PfWeist. 599 (LU-Fußgh)]. a. 1709: 6 alte Sieber [Kurpf. 1443, 2a (LU-Rehhtt) R. Wihr Rehhütter Chronik 1938 44]. — 2. 'Brause der Gießkanne' [ ZW-Kl'bundb, vereinzelt Gal]; Syn. s. PfWB Zotte. — RhWB Rhein. VIII 124/25; LothWB Lothr. 478 Sib; ElsWB Els. II 318, ALA II 28.
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