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 PfWB Frucht (Bd. 2, Sp. 1615)   PfWB trauern (Bd. 2, Sp. 435) 
   Frucht f.:
1.
a. 'Getreide jeder Art', Frucht [verbr.], Fruucht [GH-Neubg Danner Penns

[Bd. 2, Sp. 1616]
42], Frocht [NWPf mit den Eckorten KU-Altkch KL-Siegb Heilmosch RO-Bistschd Münstapp], Froucht [ WD-Niedkch]. Die F. steht gut [KL-Gimsb, verbr.], steht wie die Hoor uf'm Kopp [Rockhs], is dasjohr gut geroot [ Gal-Dornf], es vollkomme im Kere [ KU-Bedb]. Die F. es zeirich 'reif', mer kann se abmache [ WD-Niedkch]. Die Männer binne die F. (zu Garben) [ KU-Schmittw/O]. Die F. koddelt 'die Körner fallen wegen Überreife aus den Ähren' [ KU-Wolfst]. Wann's morje trucke bleibt, kenne mer die F. enfahre [ KB-Biedh]. Der Drusch wurde früher von Dreschern mit dem Flegel ausgeführt; als Drescherlohn erhielten die Drescher den 11. Simmern von der gedroschenen F. [ LU-Muttstdt]. Die mit Flegeln gedroschene F. wurde in der Putzmühle geputzt [verbr.]. Aus der Dreschmaschin laaft die F. in die Säck [LU-Alsh, verbr.]. SprW.: Wo kä Bliet is, is kä F. [Krieger 35]. Krumme Foorche gewwe doch gradi F. [ BZ-Albw]. BR.: Hot de Januar viel Reeje, bringt's der F. wenich Seeje (Segen) [ NW-Frankeck]. Märzeschnee dut F. un Weinstock weh [KB-Bubh, IB-Rubh ZW-Käshf FR-Bockh Don (Steinmetz)]. Märzestaab bringt F. un Laab [ LU-Rh'gönh]. Kihler Mai bringt viel F. un Heu [ NW-Geinsh, Don-Heuf]. Weitere BR. s. PfWB April, PfWB Dezember, PfWB trauern 1 a, PfWB Eis 1. Brauchspruch: Gott walt's, neue F.! Behüt mich Gott vor Geelsucht, behüt mich vor allerlei Übel und vor 99-erlei Fieber, die der Mensch gar nicht weiß. Im Namen des Vaters usw. [Feierowend Nr. 28/ 1950]. a. 1425: eyme binder, der die frucht uffbindet [LeinArch. (Löhne)]. a. 1540: der gieftherr und collator der kirchen zu Cappeln sol ein pfarrer daselbs jährlichs geben vor seinen lone fünfzig malter beider frucht, halb kornn und halb habern, gutte frucht recht Cusseler maß [PfWeist. II 529]. a. 1578: des Closters frucht an Kornn, Waitz, Gerst, Speltz, Dinkel vnd habern [WerschwSchR, Bl. 93]. Zs. PfWB Halb-, PfWB Misch-, PfWB Rer-, PfWB Saat-, PfWB Sam-, PfWB Sommer-, PfWB Spelzen-, PfWB Winterfrucht. —
b. 'Weizen', Frucht [verbr. Don]. Die F. is lewendich warr, wenn der Kornwurm sie gefressen hat [ Don-Schowe Torscha]. —
c. 'Obst'. VR.: Wie die Trauwe, so de Wein, wie de Gärtner, so de Garde, wie de Baam, so die F., wie de Lehrer, so die Zucht; Forts. s. PfWB Tuch 1 a. Volksgl.: Wann en Baam falsch bliht un en Weibsmensch in der Familieumstände 'Schwangerschaft' schittelt ehn, gebt er F. [Fogel Beliefs Penns Nr. 1067]; vgl. auch das Beispiel bei Trichterkuchen.
d. Zs. PfWB Hack-, PfWB Schotenfrucht. —
2. Dim.
a. 'Getreideauswuchs infolge von anhaltendem Regenwetter', Frichdl(s) [mittl. VPf Bertram § 270]. —
b. 'schlecht erzogenes Kind, liederlicher Mensch', Frichtche, Frichtel [verbr.]. Die Fraa zieht e F. groß! [ LU-Opp]. Du bist mir ein schönes Früchtel! [Klein Prov. 125]. — Südhess. II 974/

[Bd. 2, Sp. 1617]
75; RhWB Rhein. II 834/35; LothWB Lothr. 175; ElsWB Els. I 178; Bad. II 239/40.

 

[Bd. 2, Sp. 435]
   trauern schw.:
1.
a. 'traurig sein, bes. über den Tod eines Menschen', trau(e)re (drau(ə)rə) [fast allg.], trure (drūrə) [lothr. SWPf]; vgl. PfWB Trauer 1. Sie trauern so aarich um das Kind, 's war so e liewes Biebche [ Gal-Dornf]. BR.: Gerot die Frucht im Sand, trauert das ganze Land, weil es auf sandigem Boden nur bei viel Regen gute Erträge gibt, während die anderen Böden zuviel Regen nicht vertragen [ PS-Erfw]. —
b. 'Trauerkleider tragen, während der Trauerzeit an keinen Lustbarkeiten teilnehmen' [allg.]; vgl. PfWB Trauer 2. —
2. 'schlaff und krank sein, dahinsiechen', von Tieren und Pflanzen. 's Hinkel trauert, 's pickt nimmi un loßt die Fliel (Flügel) henke [KU-Bedb, verbr., auch Gal-Dornf]. Unser Gockel g'fallt mer nit, er trauert [Zahn Einkehr 35]. Em Hannjörg is uff emol die Kuh krank wor, se hot nimmeh geirerigt (nicht wiedergekäut, vgl. iterücken) und hot getrauert [PfId. 176]. — Zur Etym. s. Kluge-Mitzka19. — Südhess. I 1668; RhWB Rhein. VIII 1312; LothWB Lothr. 109; ElsWB Els. II 764; Bad. I 536.