| Netz-Navigator | ||||||||||||||||
| PfWB fressen (Bd. 2, Sp. 1589) | PfWB aus-leeren (Bd. 1, Sp. 457) | |||||||||||||||
1. vom Vieh 'Nahrung aufnehmen', fresse (fręsə) [fast allg.], frasse [ RO-Rehborn PS-Schönau Hirschth Bundth Bruchw BZ-Rechtb]; Konjugation s. F. Die Gail fressen Hawwer [ RO-Hochst, allg.]. Die Stare hun desjohr unser ganze Kersche gefreß [ KB-Bischh]. Den dreckiche Kerl fressen noch die Lais [NW-Kallstdt, verbr.]. RA.: E Kuh frißt 'n Kiwwel voll, von einem Vielfraß [ LU-Friesh]. SprW.: Wu der Hund se fresse kriet, dort laaft er hin [ Gal-Obl]. Volksgl.: Wammer die Kih 's eerschtmol in die Weed dut, sagt m'r: »Freß net wie en Wolf!«, noh werre sie net dick [Fogel Beliefs Penns Nr. 841]. Scherzh. Fragespiel: Was frißt de Gaul? Hää (Heu), Hawwre, Wicke, kannscht mich jo nit zwicke (gezwickt wird, wenn die Antwort nicht sofort kommt) [ BZ-Billh]; Ähnliches s. PfWB Gans 1 a. VR. s. PfWB ausleeren, PfWB popeia, PfWB bumbeija, PfWB Rübe. — 2. vom Menschen 'unmäßig, gierig und unschön essen', derb vom Essen überhaupt. Uf so're Kerb (Kirbe) werd gefreß un gesoff [KB-Kriegsf, verbr.]. Heit freß ich nix, Unmutsäußerung bei einer Magenverstimmung [ LU-Oggh]. Dort kriet mer net satt se f. [ KU-Schmittw/O]. Ich hab Hunger, daß ich en Ochs f. kennt [ FR-Mörsch]. Wann de net willt, dann hoschde gefreß, zu einem Kind, das nicht essen mag [ KU-Kaulb]. Vergleiche und RA.: Er frißt wie e Bär 'ißt viel' [ BZ-Sarnst], wie e gepändt Perd, dass. [Hebel 18], wie e Sau [ KU-Dunzw NW-Kallstdt BZ-Dernb], wie e Stick Vieh [ KB-Kerzh, KU-Schmittw/O], wie e Brunnebutzer [ KU-Diedk], wie e Drescher [RO-Dielkch, verbr., auch Don Gal Buch Rußl], wie e Holzhacker [LU-Opp Hebel 18 Rußl-Sulz]. Er freßt for zwää [ LA-Gleisw], for drei [RO-Callb, verbr.]. Er frißt en Kiwwel voll [Land], en Karch voll [ NW-Geinsh]. Er freßt, bis'm de Odem ausgeht [ KU-Diedk]. Er hat gefreß, daß er nimmi »bapp« saan kann [ebd.]; vgl. (sich) dick-, fett-, vollfressen. Er frißt wie e Spatz 'ißt wenig' [ PS-Nothw GH-Freisb]. Ich freß wie en Stork (Storch): ich schling's ganz nunner [ KB-Rüssing]. Der freßt alles met Dreck un Speck [KL-Reichb, verbr.], mit Haut un Hoor [NW-Elmst, verbr.]. Der freßt kää Beer, wann se net dreimol geschält is [Kaislt, verbr.]. Es fresse zwää (die in Streit leben) net aus enner Schissel, auch: [Bd. 2, Sp. 1590] kää Kersche metnanner [ KL-Wörsb]. Der frißt m'r aus de Hand [ BZ-Klingmst]. Ich freß e Besem un die Butzfraa dezu! scherzh. Beteuerung [Kaislt]. Mein Buwe fresse m'r noch 's Dach vum Haus [ PS-Gersb LU-Opp], die Hoor vum Kopp [KU-Trahw, verbr.]. Der mänt, er hätt de gescheite Dreck allään gefreß, vom Eingebildeten [ KL-Weilb], er hätt die Weisheit (die Gescheitheit) met de Leffel gefreß [KU-Trahw, verbr.]. Du frescht mer noch mei Lewe [Gal-Ugartsbg, verbr. Don Gal Buch]. Die will alles f. 'alles allein haben' [NW-Freinsh, verbr.]. Er werd dich net f. [KU-Kaulb, verbr.]. Ich kennt dich grad f., so gern han ich dich [ ZW-Battw]. Du fresch se! Androhung von Hieben [ GH-Berg]. Er hot's gefreß 'hat es begriffen', auch 'glaubt es' [ RO-Dielkch, KU-Bedb IB-Biesing BZ-Steinf]. SprW.: Was de Bauer net kennt, freßt er nit [PS-Geisbg, verbr.]. 's gibt viel Narre, awwer käin, die nix f. [ KU-Schmittw/O]. Wie ooner freßt, so schafft er aa [RO-Sippf, LU-Maud Oggh Gal-Slawitz]. VR. s. PfWB allein 1, PfWB backen (I 513 Z. 8 ff.), Beeden, Pfingstenlümmel 2, PfWB Daumerling, PfWB David, PfWB Thron 1, PfWB drunten, PfWB Hecke, PfWB Messerstiel, PfWB Revisor. a. 1568: daß vielfeltig fressen und sauffen so hernochmals so viel als unnötig abgestellt und vermiten werden [Küchler 26]. Zs. PfWB ab-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB dick-, PfWB durch-, PfWB ein-, PfWB ver-, PfWB fett-, PfWB voll-, PfWB heraus-, PfWB her-, PfWB herum-, PfWB herunter-, PfWB hinunter-, hinweg-, PfWB mit-, PfWB satt-, steif-, PfWB über-, PfWB weg-, PfWB zusammenfressen. — 3. von Sachen. Der Owe freßt viel Brand 'Brennmaterial' [ KU-Kaulb]. De Roscht freßt am Eise [Kaislt]. 's Geschwär frißt um sich [ KU-Schmittw/O]. Er freßt, un 's Elend freßt ehn [Gal-Brotschk, verbr. Don Gal Buch]. Den frißt der Neid [BZ-Kap/Drusw, verbr.]. De Kummer frißt m'r am Herz [ ZW-Battw]. SprW.: Ää unverrechter Cent freßt zwee gerechte [Penns]. — F.: Zu den Präsensformen vgl. PfWB essen. Grenze für g(e)freß! g(e)fresse ähnl. gebroch/gebroche (s. K. 1); ge- fast allg. WPf NPf selten VPf, g- fast allg. VPf selten WPf NPf. — Südhess. II 945 ff.; RhWB Rhein. II 781 ff.; LothWB Lothr. 173; ElsWB Els. I 183/84; Bad. II 227/ 28.
| 1. 'leer machen'; de Korb ausleere 'ausschütten' [allg.]. Übertr.: de Kropp a. 'schelten' [ KU-Schmittw/O LA-Mörzh BZ-Dernb]; 's Säckelche a. dass. [ ZW-Battw]. Mer maant, de Deiwl hät sein Sack ausgeleert, wenn ein Kinderhaufen lärmt und tobt [Kaislt KU-Kaulb NW-Hardbg]. KR.: Chrischtkinnel, kumm in unser Haus, leer dei golden Kerwel (Säckel) aus, stell de Essel uf de Mischt, daß er Hei und Hawere frißt [FR-Eppst, verbr.]. — 2. sich a. 'sich übergeben' [ HB-Seyw Nd'gailb PS-Petbch]; 'cacare' [verbr. Gal]. De Wolke leert sich aus 'regnet sich aus' [ NW-Ellstdt, allg.]. — RhWB Rhein. V 290; LothWB Lothr. 523; ElsWB Els. I 605; Bad. I 96.
| |||||||||||||||
| ||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | ||||||||||||||||