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| PfWB Freier (Bd. 2, Sp. 1581) | PfWB Hoch-zeit (Bd. 3, Sp. 1110) | |||||||||||||||||||||||||||
1. 'wer (für sich selbst oder für einen anderen) um ein Mädchen freit', Freier (fraiər) [(1925) verbr.]; vgl. PfWB Freiersmann; wer trotz vielem Freien ein Junggeselle bleibt, ist ein PfWB Gefreier. De F. geht schun ins Haus, weil er auch den Eltern willkommen ist [LU-Böhl, verbr.]. Wurde dem (selbst erscheinenden) F. mit Brot und Käse aufgewartet, dann war das ein Zeichen dafür, daß die Werbung ohne Aussicht sei; im umgekehrten Fall wurde der F. besser bewirtet [ RO-Obd]. Nicht selten wurde der im Nachbardorf Freiende von dem dortigen Nebenbuhler und dessen Anhang verprügelt [ LA-Mörzh]. Dienstag und Freitag galten als ungünstige Tage für den jungen F.; man sagte, an diesen Tagen gingen nur die Bettsächer (s. PfWB Bettseicher 1) zu ihren Mädchen [ HB-Jägbg]. RA.: Wann die e Hand ausstreckt, hängt an jedem Finger e F. [ KU-Bedb]. Sie hot veel F. g'hatt, einen Mann hat sie aber nicht gefunden [ LA-Nd'hochstdt]. Volksgl.: Fallt de Hanf (beim Rösten) ins Feier, dann kommt ball de F. [Krieger 37]. — 2. scherzh. von dem Spinngewebe, das in der Wohnung eines heiratsfähigen Mädchens von der Decke herabhängt. Do hängt e F. [ KU-Rammb Bedb LU-Friesh Don-Schowe Torscha Gal-Obl]. — Südhess. II 938; RhWB Rhein. II 767/68; LothWB Lothr. 173; ElsWB Els. I 177; Bad. II 224.
| 1. a. α. 'Eheschließung', Hochzet (hoxdsəd), -zeit, -zit, -zich (-dsiχ, -dsi), -zert (-dsərd), Hukset (hugsəd) [verbr., s. K. 204], Hokset (hogsəd) [ RO-Gundw Dörnb], Hochsert [ RO-N'hemsb], Hochzeet (-dsēd) [ RO-Ruppeck FR-A'lein], Hoochzich (hōxdsiχ) [ BZ-Dörrb], Huchzeit [ WD-Hoof], Huchset [ KU-Hachb], Huchzent [ KU-Patb], Huksert (hugsərd) [ KU-Elzw Obw/Tiefb Kreimb], Hukzet [ KL-Wörsb], Hukzich [ KU-Reichsth]; Auslandpfälzer: Hochzet [verbr. Gal vereinz. Buch], Hochzeit [verbr. Don mancherorts Gal Buch], Hochzich [verbr. Penns Rußl mancherorts Don Gal], Hochzit [mancherorts [Bd. 3, Sp. 1111] Gal]. Zs.: Bauern-, Doppel-, Nach-, PfWB Säckelhochzeit. Sie mache vor de Weihnachde H. [LU-Altr, verbr.]. Sie werre ball H. halle [KU-Hachb, verbr.]. Sie wolle kään H. halle [ KU-Bedb]. Sie hän geschdern H. g'hatt [LA-Impfl, verbr.]. Er geht H. mache 'wird heiraten' [HB-N'alth, verbr. lothr. SWPf]. Der Heiratsvermittler macht die H. ferdich [ KU-Bedb]. Das Brautpaar geht zu de H. lade 'einladen' [LA-Gommh, verbr.]. Bei der Einladung sagt das Brautpaar: Mer laren eich herzlich in zu unserer H. [KL-Wörsb, verbr.]; oder: Am Samschdag hammer H., do sen ehr allegare gelad [ WD-Niedkch]. Die Einladung wurde früher in der WPf auch von dritten Personen übermittelt. s. Lade-, PfWB Nebenknecht, Lade-, PfWB Nebenmädchen [Schandein Bav. IV/2, 367]; vgl. auch PfWB Hochzeitsbitter. War ein Heiratsvermittler (eine Vermittlerin) am Werk, dann kummt er (sie) aa uf die H. [ PS-Schmalbg]. Wer nicht zur H. eingeladen wurde, tröstet sich mit den Worten: Wammer net uf die H. gehäiß werd, spart mer de Haussteier 'das Hochzeitsgeschenk' [ KU-Schmittw/O]. Die H. is bei de Braut ehre Leit 'im Elternhaus der Braut' [ NW-Freinsh]. 's lait (läutet) zur H. [ LU-Opp]. Mer gihn net uf die H. [ RO-Rehborn]. Mer kumme zu de H. [ GH-Hatzbühl]. 's war e klään (e großi) H. [RO-Dielkch, verbr.]. An de H. harrese (hatten sie) 's Haus voll Leit [ KU-Schmittw/O]. Uf de H. ware nore die nächschde Verwandte do [ KL-Reichb]. RA.: Er jukst vor de H. 'freut sich zu früh' [ PS-Saalstdt Don-Schowe]. Er geht iwwerzwerch wie de Hund uf d' H. 'geht querfeldein' [Wasgau-Bote Nr. 11/1934]. Der Selbsmörder hat mer'm Sääler (Seiler) seiner Dochter H. gemach [ KL-Reichb]. Wo schlecht gewirtschaftet wird, geht alles uf wie uf Matze H. [ ZW-Ernstw Zweibr]; Var.: Es is ausgang wie uf Matze H., nore de Henn hat kään Leffel gehatt [ PS-Saalstdt Pirmas Don-Heufeld Gert Schowe]. SprW.: Uf H. gehe is e Ehr, macht awwer aach de Beidel leer [verbr. Don Gal Buch]. Es is net alle Daa H. [ Don-Neupasua]. Nerjends werd soveel geloo (gelogen) wie vor de H. [ KB-Kriegsf]. Nooch de H. is die Mark nor noch fufzich Penning wert [Krieger 31]. 's is käin H. so kläin, 's gibt noch äin 'Auch bei der kleinsten H. werden weitere Hochzeiten gestiftet' [ KU-Schmittw/O]. Wann die Katz fort es, halle die Mais H. [ KU-Kaulb]. Volksgl.: Wammer iwwer 's Kreiz handsscheekd (engl. hands shake 'Hände schütteln'), gebt's H. [Fogel Beliefs Penns Nr. 383]. Wann der Hund uf'm Schwanz rumfahrt, gebt's H. [ebd., Nr. 320]. Zu Volksgl. u. Brauchtum s. PfWB Braut (Wortfamilie), Trauung, Ehe 1, PfWB einladen 1, PfWB Freier (Wortfamilie) u. die Zs. mit Hochzeits-; vgl. auch Becker Vk. 228 ff. VR.: Petersilie un Sauerkraut wachsen in unserem Garde; bis 'm [Bd. 3, Sp. 1112] Katrinche sei H. gebt, kann ich net erwarde [ Gal-Brunnd]; Var. s. PfWB Peterle. Router Wein, weißer Wein, morje muß die H. sein [Wilde 262]; s. auch den VR. bei Bettelleute. — β. 'Hochzeitszug'. Alleweil kummt die H. [NW-Freinsh, verbr.]; man geht in folgender Ordnung: Kinder der allernächsten Verwandtschaft, Brautpaar, Brautführer mit Brautmädchen, weitere Gästepaare, die Elternpaare zum Schluß. Sie gihn H. gucke 'lassen den Hochzeitszug an sich vorbeiziehen' [ KU-Schmittw/O]. Der Hochzeitszug wird durch ein über die Straße gespanntes Seil aufgehalten; das junge Paar muß sich den Weg freikaufen; dabei hört man den Spruch: Hier ist eine Brück gebaut, für die H., für die Braut; wer kein Geld gibt, hat kein Glück [Vogelsgesang 32]. — b. 'hohes kirchliches Fest' (mhd. hōchgezīt). a. 1445: die cappell zu mittelnbach (ZW-Mittb) Sontags vnd of die hogezyt besingen vnd verwesen [ZweibrUrkb. 52]. a. 1451: of etliche Hochgeczide und helge Dage [NUrkKG Nr. 342]. — 2. 'Paarungszeit bei Tieren'. Die Katze halle H. [ RO-Rehborn]. Die Stare mache H. 'versammeln sich an einer Stelle' [ LU-Muttstdt]. Zs.: Hunds-, PfWB Katzenhochzeit. — Der lange Vokal im Grundw. (mhd. hōchzīt) wurde weithin noch vor Eintritt der nhd. Diphthongierung gekürzt und später in unbetonter Stellung fast allg. zu -ə- abgeschwächt: hoxdsid > hoxdsəd. Die Form hoxdsid hielt sich in der lothr. SWPf, wo der Wandel -ī- > -ei- allg. ausblieb (vgl. K. 1), sowie in einem kleinen Reliktgebiet der südl. VPf (vgl. K. 204). Im Hauptgebiet der VPf wurde auslautendes -it als ungewöhnlich empfunden und durch das relativ häufige Suffix -ich ersetzt. Die Form hoxdsaid zeigt schriftsprachl. Einfluß. — Südhess. III 632/33; RhWB Rhein. III 719 ff.; LothWB Lothr. 246; ElsWB Els. II 918; Bad. II 741/42.
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