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 PfWB Frecken-feld (Bd. 2, Sp. 1579)   PfWB reiten (Bd. 5, Sp. 494)   ElsWB Deühënker (Bd. 1, Sp. 356a) 
   Frecken-feld ON.: Dorf im Kr. GH, Freckefeld (fregəfęld). Uzname: Freckefelder Krautstorze. Neckvers, der auf die ortsübliche Aussprache ęχ für 'auch' anspielt: Freckefelder äch, äch, äch, reiden uf de Kucheblech! [ GH-Minf]; vgl. PfWB auch.

 

   reiten st.:
1.
a. 'sich auf einem Reittier (insbes. Pferd) fortbewegen', reide, roide [verbr. VPf O-PS, Lambert Penns 123 Don-Schowe Torscha], reire [verbr. WPf NPf mancherorts VPf, Christmann Kaulb 16 Mang 121 Müller Dietschw 56], (raijərə) [Höh 86, 91], reile [ LU-Altr], reide, reiðe, reire [Krämer Gal 174]; Part. Perf.: g(e)ridde [VPf O-PS, Lambert Penns 123], geredde [Heeger Südostpf. 9], gerirre [ NW-Ellstdt], gererre [ GH-Nd'lustdt], geritt [KU-Diedk, mancherorts WPf, Schneckenburger 45 Don-Schowe Torscha Krämer Gal 174], gerett [HB-Limb (PfId. 115), mancherorts WPf, Mang 98], gereitt [ IB-Blieskst]; Zs.: PfWB aus-, PfWB ein-, PfWB herum-, PfWB kaputtreiten; subst.: Pfingst-, Quackreiten; in die Schwemm reile 'das Pferd zum Waschen an den Rhein oder Altrhein reiten' (meist im Sommer sonntags früh) [ LU-Altr]. Er hot sich wund geritt [ KL-Reichb], hot sich e Keppoorsch gerett, dass. [ KU-Schmittw/O]. Er war bei de Reidende (bei der reitenden Artillerie) [ LA-Gommh]. RA.: uf ääm r. 'jemanden schikanieren' [NW-Hardbg, verbr.]; ään in die Dinde r. 'jemanden in eine unangenehme Lage bringen' [ NW-Hardbg]; uf Schuschders Rappe r. 'zu Fuß gehen' [KB-Bennhs, verbr.]; Var.: ouf Schuh-

[Bd. 5, Sp. 495]
machers Rappe r. [ WD-Niedkch]; uf em därre Schimmel r. 'beim Fahren auf der Langwiede oder auf dem Wiesbaum sitzen' [KL-Fischb (Kleeberger 99)]; de Schimmel r. 'mit dem (weißbauchigen) Krug im Keller Wein holen' [ LA-Venn]; 's Schimmele in de Keller r., dass. [PfL 2. 12. 1933]. Den hot de Deiwel geridde 'zu einer bösen Tat oder zu einem lustigen Streich verführt' [NW-Haßl, verbr.]; vgl. PfWB Teufel, PfWB Deuhenker. Verwünschung (vereinzelt mit dem Unterton der Anerkennung oder Bewunderung): Dich soll de Deiwel r.! [Bergz (Kamm 82), mancherorts]. De Deiwel soll dich dreimol r.! [ LU-Oggh]. Es reit' alles die Sau nunner 'Der Bankerott ist unvermeidbar' [ GH-Hagb]. Den reit' de Bock 'Er ist weibstoll' [Rockhs]. Awerham (Abraham), reit sachte! 'Mach langsam!' [ KU-A'glan]. SprW.: Wann de Bellmann uf en Gaul kummt, reit' er'm 's Kreiz ein [BZ-Dernb, verbr.], Var.: reit' er ne dot [ KU-Diedk], reit' er's ('s Perd), bis es hin is [ Don-Gottlob]; Wann de Bauer... [ HB-Kirrbg]. Wer langsam reit', kummt grad so weit, awwer net um die nämlich Zeit [Hebel 44]. Frieh gesaddelt, spoot geritt [KU-Ulm (Zink Notizen)]. VR. (Kniereiterreime): Reit' e Reider iwwer de Grawe; / Fällt er nein, do muß er's hawe. / Fällt er in die Hecke, / fressen ihn die Schnecke. / Fällt er an die Steine, / dun ihm weh die Beine. / Fällt er in den Grawe, / fressen ihn die Rawe [ HB-Kirrbg]. Reide, reide, Reßche, / dart drowe steht e Schleßche. / Dart schaue drei Boppe raus. / Die eent spinnt Seid, / die anner spinnt Weid, / die anner spinnt e roder Rock / far unser liewer Herrgott [Don-Werb (Schmidt 132)]. Troß, troß, trill, / de Bauer hot e Fill. / Das Fillche will net laafe, / de Bauer will's vekaafe. / Roit de Roider in de Grawe, / plumps, do loit er drin [ LU-Opp]. Weitere VR. s. PfWB Doktor 2, PfWB dreschen 1 b, PfWB troß 1, PfWB Graben 1, PfWB Herrgott 1 a, PfWB hotte, PfWB Jungfer 1 a, PfWB kleinwunzig, PfWB Madam 1 a, PfWB Meile, PfWB Reiter, PfWB Sachsen, PfWB Soldat. Einen Neujahrsspruch s. PfWB Landau 1. —
b.
α. 'auf dem Wagen mitfahren' [mancherorts NWPf, Klein Wag. 144]. Einladung eines Fußgängers: Wollen Sie r.? [Kus]. Setz dich uf de Waa, dann kannschde reire [ KU-Krottb]. Ach, ach, 's (Kind) därf r.! sagt man, wenn man ein kleines Kind auf dem Wagen ein Stückchen Wegs mitfahren läßt [ KU-Kaulb]. a. 1444: Item gewappnet reden myn hern zu dienst [KellR Lichtenberg bei Kus]. —
β. 'auf dem Rücken tragen (getragen werden?)', reire [ KB-Kriegsf]. —
c. 'schaukeln', reire, selten: reide [verbr. NPf]; vgl. PfWB reitscheln. Mer hun emol gerett [ KB-Kriegsf]. —
d. 'begatten'. α. vom Stier, reide [ PS-Hintwdth Lu'wink Schönau LU-Böhl Iggh LA-Herxhwey BZ-Böllbn Gleisz/gleishb Ingh GH-Bellh Kuhdt Mindlach], reire [ NW-Geinsh LA-Leinsw Nd'hochstdt Roschb Siebdg BZ-Annw]. De Stier reit' [ BZ-Gleisz/

[Bd. 5, Sp. 496]
Gleishb], hot die Kuh gererre [ LA-Essing]. —
β. vom Hahn, rääde [Spey NW-Haßl LA-Böbing]; Abl.: PfWB gereiten. —
γ. vom Menschen. Volksgl.: Wann die Fraa herrlich is iwwerm reide, gebbt's en Bu, wann net, en Medel [Fogel Beliefs Penns Nr. 1904]. —
2. Neckverse s. PfWB Venningen, PfWB Freckenfeld, PfWB Rimschweiler. — Südhess. IV 1354 ff.; RhWB Rhein. VII 342 ff.; ElsWB Els. II 301.

 

 Deühënker [Tèihakər Liebsd. bis Zinsw.; Tæihakər K. Z.; Tèihækər Str.; Tèihèkər Rothb. Aschb. Ndrröd.] m. 1. Teufel (Glimpfwort; zum Bestandteil Hënker vgl. Schinder). Foʰreⁿ wü dr Deihënker scharf drauf los fahren Z. JB. VII 197. Dr D. soll dich holeⁿ! driⁿ schlaⁿ! Su. (Geʰ) zuem D.! Ingw. Alli D. han siʰ gegen e (ihn) verschworeⁿ Dessenh. 2. böser Bube, unbändiger Bursche. Synon. Deichert. Demin. Deihënkerle böses Kind. — Schweiz. 2, 1464. Schwäb. 79.