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 PfWB fort-laufen (Bd. 2, Sp. 1549)   PfWB durch-gehen (Bd. 2, Sp. 649) 
  -laufen st.:
1. von Mensch und Tier.
a. 'weglaufen', -laafe, -lääfe, s. PfWB laufen [allg.]; vgl. PfWB fortbisen, PfWB -donnern, -galoppieren, -hossen, PfWB -huschen, PfWB -purren, PfWB -rennen, PfWB -schieben, PfWB -springen, PfWB -surren; weitere Syn. s. PfWB weglaufen. Du muscht net was gischde, was hoschde f. [SOPf]. Wann den enner schief anguckt, lieft er fort [ BZ-Dernb]. RA.: Do kennt mer grad fortlääfe (aus Kummer, Überdruß, Langeweile) [KU-Bedb, verbr.]. Do kennt mer greine un weit fortlaafe, wenn etwas nicht gelingen will [ KB-Bischh]. SprW.: Wer am ärgschde kreischt, lääft am erschde fort [ BZ-Dierb]. —
b.
α. 'den Dienst vorzeitig verlassen'. De Knecht (die Maad) is fattgelaaf [KU-Adb, verbr., auch Gal]. VR.: Schleierkraut un Rittersporn, das sin die schäänschde Blumme, die Hansekatrin is fortgeloffe un is aach wirrer kumme [ LU-Opp]. —
β. 'entlaufen'. De Hund is fortgeloffe [ LU-Alsh, PS-Schmalbg]. Volksgl.: Schab die Dischecke ab un fieder sie em Hund, noh laft er net färt [Fogel Beliefs Penns Nr. 682]; Var. s. PfWB abschaben 1, PfWB Tischeck.
c. 'davonlaufen', von scheuenden Tieren, vgl. PfWB durchgehen 4 a. Die Gail sin schei worr un sin fortgeläif [ KU-Schmittw/O Ehw]. Die Kih sein fattgelaaf (auf dem Weg zur Weide) [ KU-Adb]. —
d. 'sich vorübergehend entfernen'. Du därfscht net immer fortlääfe [ BZ-Dernb, LU-Altr]. Die Hinkel laafe weit fort [ PS-Schmalbg]. —
2. von Dingen.
a. Mer esch der Zug vor der Nas fortgeloffe 'davongefahren' [ BZ-Dernb]. —
b. De Waa is fattgelaaf 'ist auf der abschüssigen Bahn davongefahren' [ KU-Adb]. —
c. Das Maul lääft'm fort 'steht dem Geschwätzigen nicht still' [ KU-Hundh ZW-Battw LU-Opp BZ-Klingmst]. —
d. Die Millich laaft fort, von der überkochenden Milch [verbr.]. De Wein laaft fort (wenn der Hahn des Fasses geöffnet ist) [ LU-Altr]. —
e. Die ganz Bapp is (beim Anstreichen) fattgelaaf [ KU-Adb].

[Bd. 2, Sp. 1550]

f. Von Faulen gebrauchte Ausrede: Die Arwet lääft net fort [ KU-Bedb]. Die Kerch lääft net fart [ KU-Bedb]; vgl. PfWB forthuppsen. — Südhess. II 903/04; Rhein. II 710 Z. 57; LothWB Lothr. 171 fort; ElsWB Els. I 566; Bad. II 212.

 

  -gehen st.:
I. intrans.
1. 'durch etwas hindurchgehen'.
a. gegenst. -gehe, -gehn, -gehn, s. PfWB gehen [allg.]; vgl. PfWB durchwandern, PfWB -laufen I 1 a. Syn. s. PfWB gehen. Därf mer do (durch diese Sperre) d.? [allg.]. RA.: Do geht die greescht Kanonekugel durch, von O-Beinen [ ZW-Battw]; vgl. PfWB durchrollen. —
b. übertr. Er geht grad durch 'packt die Sache mit Energie an [verbr. mittl. VPf]. —
2. 'durch etwas hindurchdringen'. De Reen (Regen) geht dorch 'durchdringt die Kleider' [KU-Schmittw/ O, verbr.]. Das Abfihrmittel geht dorch [ ZW-Battw]. —
3.
a. 'angenommen werden, Zustimmung finden, Erfolg haben'. Sein Antrach (Gesuch) esch glatt durchgange [GH-Schwegh, verbr.]. Hall mer de Daume, daß mei Grand (im Skatspiel) dorchgeht [Krieger 44]. Sein Aarwet geht net dorch 'hat keinen Erfolg' [ KU-Schmittw/O]. —
b.
α. etwas d. lassen 'nicht beanstanden' [verbr.]. Die lossen dem Bu alles dorchgehe [ Gal-Dornf]. Die Schlamperei därf mer net d. losse 'nicht dulden' [KL-Kindsb, verbr.]. —
β. 'nicht beachten, seiner Aufmerksamkeit entgehen lassen'. Dem geht nix durch [LU-Friesh, verbr.]. —
4.
a. gegenst. 'davonlaufen, entfliehen'.
α. von Tieren, bes. vom scheuenden Pferd, vom Bienenschwarm; vgl. PfWB abgehen I 1 a; durchbrennen 2, PfWB -flitschen, PfWB -galoppieren, PfWB -laufen I 2 a, PfWB -reißen 2 b, PfWB -springen 2, PfWB -wischen 2, PfWB -witschen 1. Syn. s. PfWB weglaufen. Die Gail gehen d. [allg.]. De Schwarm asch (ist) mer dorchgang [ RO-Rehborn, KU-Krottb KL-Matzb]. RA.: De Gaul isch'm durchgange 'Er verlor

[Bd. 2, Sp. 650]
die Beherrschung' [ GH-Schwegh, allg.]. SprW.: Aach der beschde Katz geht manchmol e Maus dorch [ BZ-Dierb]. Volksgl.: Wammer draamt (träumt), die Gail gängde därisch, gebt's Rege [Fogel Beliefs Penns Nr. 250]. —
β. vom Menschen. Er isch'n durchgange 'Der Gefangene ist den Bewachern entflohen' [LA-Gommh, verbr.]. Er is mit de Zech darchgang, vom Zechpreller [ KU-Bedb]. Sie is mit'm (dem Geliebten) dorchgang 'von daheim geflohen' [ FR-Bockh]. Sei Frää esch'm dorichgange [ BZ-Dernb]. — Übertreibend 'sich von jemand lösen'. Er hat Angscht, sie (das Mädchen) geht 'm dorch [ KB-Kriegsf]. Die kann'm (dem Burschen) nimmer dorchgehn (weil sie ein Kind von ihm erwartet) [ WD-Niedkch, PS-Erfw]. —
b. übertr. Dem gehn gleich die Nerve durch 'Der verliert gleich die Beherrschung' [LU-Friesh, verbr.]; vgl. oben 4 a. 's is mer dorchgang, das beleidigende Wort [ RO-Obd]. —
II. trans.
1. 'besichtigend durchstreifen'. Mer wenn (wollen) mol den Wald dorchgeh [ PS-Erfw], den Acker, das Haus darchgihn [ KU-Kaulb]. —
2. 'prüfend durchsehen, durchlesen', umgspr.; die Rechling (Rechnung) d. [ PS-Erfw]; des Schreiwes d. [ BZ-Dernb]; 's Buch d. [ FR-Bockh]. —
3. die Fiß d. 'wundscheuern' [ FR-Bockh]; vgl. PfWB durchliegen. — Südhess. I 1867/68; RhWB Rhein. II 1130/31; ElsWB Els. I 189; Bad. I 603.