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| PfWB Vorder-bein (Bd. 2, Sp. 1511) | PfWB vorder (Bd. 2, Sp. 1510) | PfWB äbsch (Bd. 1, Sp. 73) | |||||||||||||||||||||||||||||
1. wie schd., F. s. PfWB vorder 2 und PfWB Bein [allg.]. De Gaul hat sich 's links Vorrebään gebroch [ KL-Siegb]. — 2. Pl., scherzh. 'Arme' [ FR-Bockh]. — Südhess. II 863; Rhein. IX 154 Z. 36; Bad. II 200. —
| 1. als Simpl. verbr. in den Kompar.-Formen vorrer, vodder und den Superl.-Formen vorrerscht/verrerscht, vodderscht/vedderscht. Die Vorderbacken am Wagen heißen die vorrere Backe [ KB-Zell NW-Geinsh]. Das liegende Faß hat einen vorrere Borrem (Boden) [ FR-Albsh]. Die Schneidezähne sind die vorrere Zähn [ PS-Erfw LU-Alsh], die verrerschde Z. [ KU-Schmittw/O A'glan KL-Miesb]; vgl. PfWB Vorderzahn. Am Kastenwagen gibt es das verrerscht Koppbrett [ ZW-Riedbg]. Die Vorderseite am Haus heißt die verrerscht Seit [ PS-Erfw]; für Vorderstube steht die verrerscht Stubb [ KL-Katzw Bann PS-Erfw]; für Vordertür die verrerscht Deer [ PS-Erfw]. Der FlN 's verrerscht Dal liegt am nächsten zum Dorf [ PS-Schmalbg]. Mit der Bed. 'erste': die vorrerscht Bank (in der Schule) [ RO-Dielkch LU-Friesh], die veððerscht B. [ Gal-Dornf]; die verrerscht Linch (Linie) an der Front [ PS-Erfw]. Du brauchst dich beim Fechte doch nit in die vorderscht Reih zu stelle [Zahn Pläsier 141]. Scherzh. Antwort auf die Frage, was es zu essen gebe: 's Verrerscht im Schank [Kaislt]. — Adverbiell häufig in Verb. mit hinterst: 's hinnerscht un 's vedderscht sitze 'mit dem Rücken zur Fahrtrichtung' [Don-Schowe verbr. Gal Rußl-Worms]; de Rock 's hinnerscht 's vedderscht aanziehe 'die Innenseite nach außen kehren' [ HB-Walsh KU-W'mohr], 's h. 's verrerscht [ RO-Mannw], 's h. 's vodderscht [Pirmas], 's h. verderscht [verbr. SOPf (Nachlaß Heeger)], 's h. veððerscht [ KU-Kaulb]; vgl. PfWB äbsch 2. SprW.: Wammer hinnerscht vedderscht schwätzt, is mer hinnerscht vedderscht ufg'stanne [Fogel Beliefs Penns Nr. 1997]. — 2. als Bestimmungswort in zahlreichen Zs. und den Formen: Vorder- (fǫrdər-) [vereinzelt gesamte Pfalz], Vodder- (fǫdər-) [LU-Friesh NW-Duttw LA-Gommh verbr. Gal], Vorre(r)- (fǫrər-, fǫrə-) [verbr.], Voller(fǫlər-) [KU-Bedb (neben Veller-)], (fǫðər-) [ IB-Bebh Gal-Dornf], Vorler- (fǫrlər-) [ HB-Seyw LU-Altr], Varrer- (farər-) [ KU-Bechb IB-Hekkendalh RO-Katzb], Vedder- (fedər-) [ IB-Bliesmg/Bolch Ensh PS-Lu'wink], Verrer- (färər-) [Bd. 2, Sp. 1511] [verbr. NWPf (nördl. Punkt: KU-Adb, südl. Punkt: KL-Bruchmühlb) verbr. SWPf (nördl. Punkt: ZW-Wiesb, südl. Punkt: PS-Schweix) RO-Nd'mosch PS-Schmalbg Erfw Bundth BZ-Dimb GH-Knitth Kand Leimh Neubg], Verre(färə-) [ ZW-Gr'bundb], Veððer-[KU-Kaulb (älteste Gener.)], Veller- (felər-) [ KU-Bedb Erdb Körbn HB-Seyw IB-Bliesmg/Bolch], Virrer- [ IB-Reinh], Viller- [HB-Seyw (neben Veller- und Vorler-)]; vgl. auch die Zs. mit Vorner-. — Der Umlaut in Analogie zu groß/greßer/greescht. — Südhess. II 862/63; RhWB Rhein. II 910/11, IX 154; Saarbr. 221 viderscht; LothWB Lothr. 169 voder; ElsWB Els. I 140; Bad. II 200.
| 1. 'von der Sonne abgewendet'. De Acker leit uf de ääbsche Seit 'auf der sonnenlosen, der Nordseite' [WPf]; vgl. PfWB Winterhalde. E Bannstück, das leihr uf 'liegt auf' der äbsche Seit [PfId. 179]. a. 1416: ein stückel feldes, gelegen am Abichfelde [Remigkl. 97 (KU-Ulm)]. a. 1581: (Ein Grundstück an einem Berg) zuer Ebichen seiten [Lgb. 33 d Bl. 64 (PS-Rodalb)]. a. 1600 (Abschr. 1730): die Ebigseithen [Kurpf. A. 168 S. 186, 197 (KU-Wolfst)]. a. 1600: Item die Ebichhalde ist ein Buchen Winterhalde [PfW 1908 S. 63 (PS-W'fischb)]. — 2. 'verkehrt, umgewendet', von Stoffen, Kleidung, Wäsche, nicht selten in der Verb. äbschherum. a. gegenst. die ääbsch Seit vum Hemd, vum Strump usw., ebenso: 's Hemd, de Rock usw. ääbsch aanziehe, zur Verbr. s. K. 4. Hann for 's Heemweh net ze kriehe, Aebsch mei' Hemm doch a'gezoh [Schandein Ged. 27]. — b. übertr. RA.: Die Kutt (De Wammes) ääbsch mache 'seine Zahlungsunfähigkeit erklären' [WPf Hebel 24] — 3. 'links'; die ääbsch Hand 'die linke Hand'. RA.: Er hot zwää ääbsche Hänn, von einem Ungeschickten [verbr. wie 2 a]; vgl. PfWB Linkshänder. Er hot 'm e Ääbschi gebb 'einen Schlag mit der linken Hand, auch mit dem Handrücken' [verbr. wie 2 a]. Die ääbsch Seit kann somit auch die Rückseite bedeuten: Wenn de Pelzwald ääbsch is 'Wenn die Blätter die Rückseite zeigen' (gibt es Regen) [ KU-Reipkch]. a. 1535: ... solle die gemein ... die ebigseith 'Rückseite' an der kirche bauen und handthaben [PfWeist. I 41 (RO-A'bambg)]. — 4. Das Brett (die Bank, de Disch) is ganz ääbsch 'windschief' [ HB-O'bexb BZ-Dernb]. — 5. 'linkisch, ungeschickt, unbeholfen'. Das is e ääbscher Kerl, e Ääbscher, e ääbsch(es) [Bd. 1, Sp. 74] Hinkel [verbr. wie 2 a]. Er hot ääbsch getrete 'hat einen Fehltritt getan' (gegenst. u. übertr.) [verbr. WPf NPf]. — 6. 'unbrauchbar'; e ääbsches Beil, e ääbscher 'unfruchtbarer' Acker [ KU-Jettb RO-Obd KL-Weilb], e ääbsch Platz, z. B. graslose Stelle in der Wiese [ KL-Weilb]. — 7. in geistigem Sinne a. 'verkehrt, sonderbar, anormal, halbverrückt'; ääbsch im Kopp [verbr. Kühn Palz 2]. Du bischt un bleibscht e nerricher Bu Mit deine ääbsche Schnerjel! [Kühn Schnitze II 12]. — b. 'unfreundlich, ungefällig'. Das is e ääbscher Kerl, der kummt ääm (aam) immer so ääbsch [verbr. wie 2 a]. 's es koo eebsches Wort gefall [ Gal-Bagbg]. — F.: Die herrschende Form ist b. In LU-Edigh u. NW-Leistdt erscheint bt, in FR-Beindh, in KU-Cronbg Dunzw und FR-A'leining āb, in Gal Buch ēb (vgl. Karte 4). — Das Wort ist eine Ableitung von ab und geht auf ahd. abuh (Graff I 89 ff.), mhd. ebich, ebuh, ebch ( Lexer Lexer I 499) 'abgewendet, verkehrt, schlecht' zurück (vgl. auch DWB DWb. I 58). Da auch bei den pfälzischen Auswanderern des 18. Jahrhdts im Auslaut des Wortes sch erscheint, muß der Wandel von ch zu sch noch vor 1750 eingetreten sein. Er ist am ehesten als partielle Assimilation — Annäherung der Bildungsstelle des Reibelautes an die des vorausgehenden Verschlußlautes b — aufzufassen. Möglicherweise haben dabei die Adjektiva lęb 'läppisch', hib 'hübsch' als Muster mitgewirkt. — RhWB Rhein. I 27; Saarbr. 3; Bad. I 10; Mainz 13; Nass. 34.
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