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| PfWB voll-kommen (Bd. 2, Sp. 1498) | PfWB völlig (Bd. 2, Sp. 1497) | PfWB Kleid (Bd. 4, Sp. 289) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. a. 'tadellos, ohne Makel'. Uf de Welt es nix vollkumme [KB-Albish, verbr.]. Zs. PfWB unvollkommen. — b. 'gut ausgewachsen', von Pflanzen und Früchten. Die Frucht es vollkomme im Kere (Kern) [KU-Bedb, verbr.], vollkumme [KL-Weilb SOPf]. — c. α. 'wohlgenährt, beleibt'. Er is e bißche vollkomme [ FR-Bockh, ZW-Battw HB-Kirrbg]. — β. 'rund, voll'; e vollkomme (-kumme) Gesicht [verbr.]. — d. 'bequem, nicht zu eng', von der Kleidung [FR-Bockh SOPf]; vgl. PfWB völlig 1 b. — e. 'vollständig', von der Weinernte; e vollkumme Herbscht [SOPf (Nachlaß Heeger,)]; vgl. PfWB Vollherbst. — 2. adv. 'ganz und gar'. Des langt vollkumme [ ZW-Marthh]. Syn. s. PfWB total. — Südhess. II 844/45; RhWB Rhein. IX 150; ElsWB Els. I 441; Bad. II 195.
| 1. a. von Kleidungsstücken 'weit, nicht eng'. Der Aanzug (das Klääd) is vellich [verbr., auch Don Gal]. Liewer v. als knapps [ ZW-Bechhf]. — b. 'passend'. Das Klääd es v. 'paßt gut' [ WD-Niedkch, KL-Weilb]; vgl. PfWB vollkommen 1 d. — 2. 'voll'. Im velliche Reen sein se fortgang [ KU-Schmittw/O]. Wie er ame Owed werrer so em völlie Dun war met seim Fluche [WPf (PfId. 177)]. a. 1322: ir beider kynt (Kinder), die vollig alter hant 'die volljährig sind' [SpeyUrk. 276]. — 3. adv. 'vollständig'; eppes vellich vergesse [Bd. 2, Sp. 1498] [ RO-Wintbn, Pirmas LA-Essing BZ-Rinnth GH-Neubg], vellisch [Kaislt]. Syn. s. PfWB total. — Südhess. II 844; RhWB Rhein. IX 151; LothWB Lothr. 137; ElsWB Els. I 111; Bad. II 195.
| 1. Sing. a. 'Kleid der Frau, des Mädchens'; Formen u. Verbr. für 1927: Hauptformen sind Klääd (gld) u. Klaad (glād, gld) [die Grenzen der Verbr. zeigt die K. [Bd. 4, Sp. 290] 242]; bei Klaad überwiegt (glād); (gld) [ WD-Ostbr RO-Teschmosch Gonb Würzw KB-Orb Bennhs LU-Altr]. Seltener belegt Kleed (glēd) [ KU-Diedk Erdb Börsbn Gumbsw HB-Einöd ZW-Ernstw RO-Schweisw PS-Geisbg KB-Weyhf FR-Bobh Gr'niedh NW-Dürkh Wachh LA-Edk Nußd BZ-Albw], Kläid (glęid) [ KU-Schmittw/O WD-Niedkch], Klaaid (glāid) [ GH-Neubg]. Diminutivformen s. K. 242. Auslandspfälzer: Kleed (glēd) [Buffington-Barba Penns 152 mancherorts Don verbr. Gal], Klaad (glād, gld) [verbr. Gal], Klääd (gld) [ Gal-Beckdf Untwald], Klaaid (glāid) [ Gal-Sap]; Pluralformen dieselben wie bei 2; e korz, lang, leicht, waarm, fein, gut, schään, stolz 'vornehmes', [Bd. 4, Sp. 291] nei-, altmodisch, zottlich, hell, dunkel K. [KU-Bedb, verbr.]; e K. zuschneide, nähe, aanprowiere, ännere; e K. fresch von der Norel weg [ WD-Niedkch]. 's K. geht 'paßt' [ ZW-Bechhf]. 's K. is vellich 'weit', vgl. PfWB völlig [NW-Kallstdt, verbr., auch Don Gal Buch]. 's K. is knapps 'eng' [ ZW-Ernstw]. RA.: Durch dein K. kennen die Gäns Hawere fresse, von einem dünnen K. [ NW-Neidfs]. Wenn nur 's Klädche recht isch, ufs Mädche werd wenicher geguckt [ ZW-Battw]. Neckreim s. PfWB iks. — b. 'Anzug des Mannes', Klääd [(1925) Pirmas LU-Opp (bis etwa 1880) Böhl], Klaad [mancherorts NPf KL-Neukch]. Er hot e schän K. an [ KB-Kriegsf, mancherorts]. SprW.: Im letschde K. hot mer ken Sack [ NW-Kallstdt] (gilt auch für 1a). Volksgl.: Wammer in der Busch geht un verliert sich, muß mer en Stick Kleed letz andun, no kammer widder aus em Busch [Fogel Beliefs Penns Nr. 2079] (auch zu la). — 2. Pl. 'Oberbekleidung', bes. 'Anzug des Mannes', Klääder, Kleeder, Klaader, Klääre(r), Klaarer, Klääler, Klaaler [zum Stammvokal s. 1a]. Du bisch ganz naß wore, zieh numme annere Kläärer an [ PS-Erfw]. Mondag morjens werren die Klääder ausgekloppt un ausgeberscht [Frankth, verbr.]. Er dut sein Klääder in acht nemme, schone, sauwer halle [LA-Maik, verbr.]. Er hält sein Kleeler in der Reih, dass. [ KU-Erdb]. Wer es beim Ankleiden sehr eilig hat, fahrt in die Klääder [ SP-Berghs, mancherorts]; auch: springt in die K. [ GH-Nd'lustdt]. RA.: Ausdruck des Ärgers: Da kennt mer aus de Klärer fohre! [ KU-O'alb]. Der verliert sich in de Kläärer, wenn sie ihm zu groß sind [ PS-Hintwdth]. Wer auffallend abgemagert ist, fallt aus de Kläärer [ GH-Nd'lustdt]. Wer bis tief in die Nacht hinein arbeiten muß, kummt nit aus de Kläärer [ BZ-Münchw]. Der Eitle hengt sein Geld on die Kläirer [ KU-Schmittw/O]. Wem alles weggepfändet wurde, dem han se norre die Kläärer uf'm Leib geloß [ KL-Reichb]. Von zerknüllten Kleidern sagt man im Scherz: Sie waren in der Sunndagskischt [verbr. Gal Buch Don-Gertianosch]. Scherzhafter Ausdruck des Wohlbehagens: Ich mään grad, ich wär im Himmel un hätt mei(n) beschte Klääder an [Feierowend 1955, Nr. 31, S. 7]. SprW.: Kläärer mache Leit [KU-Wolfst, verbr.]; mancherorts mit dem Zusatz: un Lumbe mache Lais [ KL-Weilb], oder: awr nar vun ausewenzich 'äußerlich' [ Don-Gottlob]. Sorgen und Krankheiten begleiten den Menschen durch sein ganzes Leben, sie bleiwe nit in de Kleeder hänge [ NW-Mußb, vereinzelt]. Volksgl.: Wann eens die fallet Kranket hot, soll mer vun seine Kleeder verbrenne [Fogel Beliefs Penns Nr. 1604]. Zs.: Kleid (Kleider) nach dem Material: Baumwoll-, Tuch-, Flor-, Kammgarn-, Kattun-, Leinen-, Sammet-, Seiden-, Spitzen-, Woll-, Wollmusselin-, Zeugkleid; nach [Bd. 4, Sp. 292] Personen, für die das Kleid (die Kleider) bestimmt ist (sind): Braut-, Dirndel-, Toten-, Trauer-, Goten-, Kinder-, Konfirmanden-, Kristkindchens-, Mädchen(s)-, Männer-, Mannsleute-, Musikanten-, Narren-, Weiber-, Zivilkleid(er); nach dem Ort seiner (ihrer) Verwendung: Feld-, Haus-, Kirchen-, Schul-, Straßen-, Wiesenkleid(er); nach Anlaß und Zeit für das Tragen des Kleides (der Kleider): Abendmahls-, Arbeits-, Ball-, Tanz-, Tauf-, Trauer-, Fastnachts-, Feiertags-, Firm-, Heu-, Hochzeit(s)-, Kirbe-, Kommunion-, Konfirmations-, Kränzchen-, Leichen-, Musik(s)-, Nachtmahls-, Oster-, Ostermontags-, Reise-, Schaff-, Sommer-, Sonntags-, Sports-, Werktags-, Winterkleid(er); nach Stil und Form: Prinzeß-, Schleif-, Schemise-, Schlepp-, Schürzen-, Staats-, Wäschkleid; ferner: Brimmen-, Ober-, Unter-, Überkleid(er). — Südhess. III 1394 ff.; RhWB Rhein. IV 685 ff.; LothWB Lothr. 290; ElsWB Els. I 490; Bad. III 157/58.
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