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| PfWB Flieger (Bd. 2, Sp. 1457) | PfWB Drache (Bd. 2, Sp. 389) | PfWB feurig (Bd. 2, Sp. 1353) | |||||||||||||||||||||||||||||
1. a. 'Flugzeug', auch 'Flugzeugführer', Fliecher (flīχər, --) [verbr.], (-γ-) [ LU-Alsh], Flieger [vereinzelt, bes. LU], Fliejer [ WD-Niedkch]. Die Flieger kummen!, Schreckensruf aus der Kriegszeit [ZW-Bechhf, verbr.]. — b. 'Flugdrachen der Kinder' [ PS-Nünschw BZ-Dernb]; vgl. PfWB Drachen 3, PfWB Fliegerdrachen. — c. eine Taubenart s. PfWB Hochflieger. — 2. 'Nachen', Flieer (flīər) [ SP-Ottstdt]; 'besserer Kahn' [ GH-Neubg]; vgl. PfWB fliegen 7 a. — 3. a. 'kurze, weite Frauenjacke mit Ärmeln', wohl allg. veraltet, Fliecher [verbr. südl. VPf Ost-PS NW-Deidh LA-Edk PfId. 46]; vgl. PfWB Peter 6 a, Fliegfort, -peter, PfWB Henker, Säckchen; hierzu s. Bertram § 319. In BZ-Böllbn trugen die Frauen werktags einen buntfarbigen F., der vorn unter die Schürze gebunden war, an Sonntagen einen schwarzen mit Spitzen besetzten F. — b. 'Männerrock mit langen Schößen', scherzh. auch 'Mann, der mit fliegenden Schößen daherkommt' [ KB-Kriegsf]; vgl. PfWB Holländer, PfWB Schwänzer. — c. 'Haarschleife der Mädchen', [Bd. 2, Sp. 1458] Flieger [ ZW-Bechhf]. — Südhess. II 804; RhWB Rhein. II 616; ElsWB Els. I 166; Bad. II 178/79.
| 1. a. 'sagenhaftes Ungeheuer', bes. in Vergleichen. Liewerscht bei'me Drache wohne wie bei'me zänkische Weib [ LA-Gommh]. Der (Gierige) eßt wie e Drache [ GH-Berg]. Sie is uf mich losgang wie e Drache, von einer wütenden Frau [KU-Kaulb, verbr.]. Die Gluck geht geje em wie e Drach [ LU-Friesh NW-Haßl Spey]. — b. 'Sternbild des Großen Bären'; de groß Drache [ KL-Stelzbg]. — c. mythische Erscheinungen. α. 'die über Sümpfen nachts auftretende Lichterscheinung'; der feirich Drach [ PS-Lu'wink]. Nach der Volksmeinung geht der feurige D. über Berg und Tal und erschreckt den Wanderer; er soll 4-5 m lang und einem Wiesbaum ähnlich sein [ebd.]. — β. ein Krankheitsgeist im Brauchspruch: Der Schlier 'Geschwür' und der Drach gehn miteinander über die Bach; der Drach, der muß trinken; der Schlier muß versinken [ KL-Hütschhs]. De Rotlaaf un de Drach gehn minanner iwwer die Bach; Rotlaaf is vergang, Drach is vergang [Heeger Vhk. 46]. — 2. a. 'zänkischer Mensch', bes. von Frauen. Ich loß mei Drache steige 'Ich gehe mit meiner Frau spazieren' [LU-Oggh, verbr.]. Dem sei Fraa is awwer e wieschder Drach [ ZW-Battw]. Des isch'n Drache [ LA-Gommh]; en alder D. [ LA-Nd'hochstdt, PS-Erfw]. Zs. Haus-, PfWB Höllendrachen. — b. 'ungezähmtes, wildes Mädchen', Drach [ Gal-Josbg]. — 3. 'Flugdrachen', beliebtes Knabenspielzeug. Mer lossen Drache steiche [verbr.]. Zs. Papier-, Brief-, Tuch-, Flieger-, Gestell-, Herz-, Kasten-, Ketten-, [Bd. 2, Sp. 390] PfWB Kreuz-, Mal-, Nasen-, Schirm-, Spitz-, Stern-, Sturmdrachen. — F.: Die einsilbige Form drax ist in der WPf häufiger, die zweisilbige draxə in der VPf. — Südhess. I 1620/21; RhWB Rhein. I 1429; LothWB Lothr. 98; ElsWB Els. II 740; Bad. I 521.
| 1. a. 'brennend, glühend', feirich (fairiχ), seltener feierich [verbr.]; en feiricher Blitz 'greller Blitz' [ LU-Alsh]. De Odem aus seim (des Lindwurms) Naseloch war feirig un hat wiescht geroch [Münch Weltgesch. 70]. 's f. Gehansbiebche 'Johanniswürmchen, Leuchtkäfer' [ KU-Adb]; das feuriche G'hansbiewel 'Marienkäfer' [ BZ-Rambg]. Volksgl.: Die Verfluchten müssen nach dem Tode feurich laafe, d. h. als Irrlicht [ WD-Niedkch]. Dazu der Fluch: Wiedich un feirich sollscht werre! [ Don-Schowe Torscha]. — b. 'Feuer speiend'. RA.: Er es wie en feiricher Drach uf mich zukumme [ BZ-Dernb]. Die im Volksgl. lebendige Lichterscheinung de f. Drach s. PfWB Drache 1 c α. — c. 'von höllischer Art'; de f. Deiwel [ KU-Schmittw/O]. Sie hun enanner gehau wie die feiriche Deiwel [ebd.]. — d. 'Feuer hervorrufend'. RA.: Do isch die f. Katz durchgesprunge, wenn Brandstiftung vermutet wird [ LU-Ruchh, KB-Kerzh]. Do sollt mer de f. Kaler (Kater) darchjaan, dass. [ KU-Bedb], de f. Hahn uf's Dach setze, dass. [KL-Reichb, verbr., auch Gal]. — e. de f. Hund, in dessen Gestalt nach dem Volksgl. die dämonischen Wesen auftreten (HWbAbergl. IV 483) [ PS-Gersb KB-Kriegsf]. — f. de f. Elias, s. PfWB Elias. — 2. a. 'feuerrot'. De Hahn hot e feiriche Kamm [ LU-Friesh]. Er hot e f. Gesicht [ RO-Alsbr], feiriche Backe [ RO-Lettw]. Volksgl.: Die f. Ros (die Hautkrankheit Rose) is glei veriwwer, do schmeißt mer 'n Schipp voll Feier driwwer [Birmelin Penns Gezw. 66]. — b. 'lebhaft funkelnd'. Die hot feiriche Aae im Kopp [FR-Bockh, verbr.]. — 3. a. 'leidenschaftlich, temperamentvoll', vom Menschen. Des isch e Feirichi [LU-Opp, verbr.]. Des Mäde is wiedich un f. [ Don-Werb]. Des isch e feuricher Mann, von einem Weibstollen [ SP-Heiligst]. — b. 'ungebärdig, wild', von Tieren, bes. vom Pferd. Er hot en feiriche Gaul [LA-Gommh, verbr.], e feirich Pärd [Bd. 2, Sp. 1354] [PS-Gersb, verbr. westl. WPf]. — 4. 'ins Blut gehend, berauschend', vom Wein [Wilde 261]. — Südhess. II 700/01; RhWB Rhein. II 434; LothWB Lothr. 162; ElsWB Els. I 134; Bad. II 141.
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