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 PfWB Flieger (Bd. 2, Sp. 1457)   PfWB Drache (Bd. 2, Sp. 389)   ElsWB fürig (Bd. 1, Sp. 134a) 
   Flieger m.:
1.
a. 'Flugzeug', auch 'Flugzeugführer', Fliecher (flīχər, --) [verbr.], (-γ-) [ LU-Alsh], Flieger [vereinzelt, bes. LU], Fliejer [ WD-Niedkch]. Die Flieger kummen!, Schreckensruf aus der Kriegszeit [ZW-Bechhf, verbr.]. —
b. 'Flugdrachen der Kinder' [ PS-Nünschw BZ-Dernb]; vgl. PfWB Drachen 3, PfWB Fliegerdrachen.
c. eine Taubenart s. PfWB Hochflieger. —
2. 'Nachen', Flieer (flīər) [ SP-Ottstdt]; 'besserer Kahn' [ GH-Neubg]; vgl. PfWB fliegen 7 a. —
3.
a. 'kurze, weite Frauenjacke mit Ärmeln', wohl allg. veraltet, Fliecher [verbr. südl. VPf Ost-PS NW-Deidh LA-Edk PfId. 46]; vgl. PfWB Peter 6 a, Fliegfort, -peter, PfWB Henker, Säckchen; hierzu s. Bertram § 319. In BZ-Böllbn trugen die Frauen werktags einen buntfarbigen F., der vorn unter die Schürze gebunden war, an Sonntagen einen schwarzen mit Spitzen besetzten F. —
b. 'Männerrock mit langen Schößen', scherzh. auch 'Mann, der mit fliegenden Schößen daherkommt' [ KB-Kriegsf]; vgl. PfWB Holländer, PfWB Schwänzer. —
c. 'Haarschleife der Mädchen',

[Bd. 2, Sp. 1458]
Flieger [ ZW-Bechhf]. — Südhess. II 804; RhWB Rhein. II 616; ElsWB Els. I 166; Bad. II 178/79.

 

   Drache, Drachenm.:
1.
a. 'sagenhaftes Ungeheuer', bes. in Vergleichen. Liewerscht bei'me Drache wohne wie bei'me zänkische Weib [ LA-Gommh]. Der (Gierige) eßt wie e Drache [ GH-Berg]. Sie is uf mich losgang wie e Drache, von einer wütenden Frau [KU-Kaulb, verbr.]. Die Gluck geht geje em wie e Drach [ LU-Friesh NW-Haßl Spey]. —
b. 'Sternbild des Großen Bären'; de groß Drache [ KL-Stelzbg]. —
c. mythische Erscheinungen.
α. 'die über Sümpfen nachts auftretende Lichterscheinung'; der feirich Drach [ PS-Lu'wink]. Nach der Volksmeinung geht der feurige D. über Berg und Tal und erschreckt den Wanderer; er soll 4-5 m lang und einem Wiesbaum ähnlich sein [ebd.]. —
β. ein Krankheitsgeist im Brauchspruch: Der Schlier 'Geschwür' und der Drach gehn miteinander über die Bach; der Drach, der muß trinken; der Schlier muß versinken [ KL-Hütschhs]. De Rotlaaf un de Drach gehn minanner iwwer die Bach; Rotlaaf is vergang, Drach is vergang [Heeger Vhk. 46]. —
2.
a. 'zänkischer Mensch', bes. von Frauen. Ich loß mei Drache steige 'Ich gehe mit meiner Frau spazieren' [LU-Oggh, verbr.]. Dem sei Fraa is awwer e wieschder Drach [ ZW-Battw]. Des isch'n Drache [ LA-Gommh]; en alder D. [ LA-Nd'hochstdt, PS-Erfw]. Zs. Haus-, PfWB Höllendrachen. —
b. 'ungezähmtes, wildes Mädchen', Drach [ Gal-Josbg]. —
3. 'Flugdrachen', beliebtes Knabenspielzeug. Mer lossen Drache steiche [verbr.]. Zs. Papier-, Brief-, Tuch-, Flieger-, Gestell-, Herz-, Kasten-, Ketten-,

[Bd. 2, Sp. 390]
PfWB Kreuz-, Mal-, Nasen-, Schirm-, Spitz-, Stern-, Sturmdrachen. F.: Die einsilbige Form drax ist in der WPf häufiger, die zweisilbige draxə in der VPf. — Südhess. I 1620/21; RhWB Rhein. I 1429; LothWB Lothr. 98; ElsWB Els. II 740; Bad. I 521.

 

 fürig I[fírik S. bis Bf.; fíriχ Geisp. Str. Betschd.; fíri K. Z., flekt. fíriχər, –χi, fíris; fíriχt Lützelstn.] Adj. 1. feurig, glühend. N-e f. Iseⁿ Liebsd. E füriger Mann Irrlicht, Irrwisch; dass man es mit wirklichen feurigen Männern zu thun habe, wird noch ziemlich allgemein geglaubt. Ein in ME. und U. verbreiteter Spruch beim Erblicken des Irrlichts lautet: Füricher Mann, Lochwisch, Kumm (dohër) un küss mich! Geisp. Ingenh. In letzterem Orte soll in den 50 er Jahren ein f. M. auf jene Aufforderung von seiten der Kunkelstubenmädchen hin denselben vor dem Dorfe bis an das erste Haus nachgelaufen sein und die Brandmale seiner glühenden Finger auf der vor ihm zugeschlagenen Hausthür hinterlassen haben. In Bf. behaupten alte Leute, fürigi Männer beim Versetzen von Grenzsteinen gesehen zu haben, was für manchen Markfrevler eine Warnung wurde. ‘Fìri's Männel uf ’m Haü (Haag), Gib m'r din Ladernel au!’ Schlusszeilen einer Strophe an den Leuchtkäfer Str. Stöber Volksb. 357. E füriger Drach Meteor, Irrlicht, Irrwisch Bf. Nach dem Volksglauben fliegt er durch die Luft und bringt Schätze in die Häuser Han. Hf. Stöber Sagen 2, 116. Di Supp is noch ganz f. Ingenh. Dunzenh., od. is f. heiss Hf. F. rot feuerrot ebd. s fürich Is l in der Heilkunde, das Glüheisen Hf. Kinder, die

[Bd. 1, Sp. 134b]
eine Schnecke finden, singen: Schnëck, Schnëck, streck d Hörner ʰerus, ader iʰ wirf diʰ üwer siweⁿ fürigi Mureⁿ nus! Dü. ‘Firige Kugle üwer ’s Bett awe!’ Schwamm drüber! Mü. Mat. 46. 2. scharf, brennend auf der Zunge od. im Gaumen, namentlich von Branntwein K. Z. 3. zornig, aufbrausend, heftig: das is e füriger Teüfl Co. D N. N. hän alli e f. Schit (Holzscheit) im Loch, wënn ’s nit brënnt, se raücht ’s doch von Familien, die sehr leicht aufbrausen Dü. F. druf losgeʰn O. E fürigeʳ Güller ein feuriger, guter Hahn, auch übertr. von einem Manne; von einem solchen sagt man oft kurzweg auch s is e Fürigeʳ! Dü. 4. fürigi Madam nennt man den Klatschmohn, Papaver rhoeas Türkh. Schweiz. 1, 951.