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| PfWB fleißig (Bd. 2, Sp. 1451) | PfWB Knecht (Bd. 4, Sp. 345) | |||||||||||||||||||||||||||
1. wie schd., fleißich (flaisiχ, -i) [WPf NPf nördl. u. südl. VPf vereinzelt mittl. VPf], (-ḁi- bis -ǫi-) [fast allg. mittl. VPf (Bertram § 91, 92)], (-ḁi-) [vereinzelt mittl VPf. (Bertram a. a. O.)]; vgl. PfWB emsig. De ganze Dag schafft er brav und f. [Zahn Pläsier 126]. Sie is so f. wie e Bien [KL-Matzb, verbr.]. Sie sin f. wie die Ometze (Ameisen) [ Don-Gertianosch]. Er is f. wie die Pann uf der Faßnacht [ Gal-Sap]. Die Imme sin heit f. 'Die Bienen tragen viel ein' [ BZ-Klingmst]. Zuruf an Arbeitende: Fleißich? [LA-Altd, verbr. bes. VPf]; geht's f.? [NW-Hamb, verbr.]; oft mit Zusätzen wie: schutzt's 'geht es gut voran?' [LU-Neuhf, verbr.]; schafft net so viel! [ LU-Maud]. Die Arbeitenden antworten: wennich! [ NW-Geinsh]; jo, e bissel [ NW-Freinsh, KU-Schmittw/O]; 's hot mich noch kenner gelobt [ GH-Vollmw]. RA. vom müdemachenden Wetter: Bei dem Werrer schafft äin Faulenzer so veel wie 90 Fleißiche [ WD-Niedkch]. SprW.: En fleißicher Hahn werd selde fett [ NW-Deidh]. E fauler Esel traat sich eher dot wie e fleißicher [ KU-Trahw]. Die Faule werre am Owend f. [ebd.]. E fleißichi Mutter - e fauli Dochter [ KU-Diedk PS-Saalstdt]. Wann de Mann is noch so f. un die Fräi is [Bd. 2, Sp. 1452] liererlich, geht doch alles hinner sich [ KU-Schmittw/O]. KR.: Sechs mol sechs isch sechsedreißich, un der Mann isch noch so f., un die Fraa isch lidderlich, geht alles hinnerschich [ GH-Schwegh]; Var. s. PfWB Bett 1 a, PfWB Bube 1, PfWB faul 2 a; vgl. auch Katharine-Elisabeth. AR.: Zehn, zwanzich, dreißich; wer ist f.? wer ist faul? der kriegt e paar uf's Maul [ FR-Studh]. Kinderspiel s. PfWB faul 2 a. a. 1437: zu mehrer bestedigunge, sicherheydt vnd vestigkeit (hait er) mit fleisigem ernst gebeden, ... daß sie vndt iglich besunder syn yngesigelt an diß offen instrument wullen henken [PfWeist. I 31 (RO-Als)]. a. 1469: haben wir vffs vleissigst gebetten vnnd erbetten, das er vnß dasselbig (weißtumb) vffs pergamen schrifftlich vbergeben wollen [ebd. I 107 (KU-Berzw)]. — 2. im Blumennamen 's fleißich Liesel 'Balsamine' [KU-Brück PS-Gersb KB-Kriegsf NW-Kallstdt Land verbr. Gal]; 'Zimmerbalsamine' [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB Glasblume. — Südhess. II 797; RhWB Rhein. II 597; LothWB Lothr. 167 flissich; ElsWB Els. I 172; Bad. II 176.
| 1. a. 'Dienstknecht', Knecht (gnęχd, selten -e-) u. Kneecht (gnēχd) bzw. Knäächt (gnχd) [zur Verbr. s. K. 244], Knescht (gnęd) [ KU-Rothsbg Kaislt], Knacht (gnaχd) [ PS-Petbch GH-Wörth], Knaacht (gnāχd) [ PS-Nothw GH-Neubg]; Auslandspfälzer: Knecht (gnęχd) [verbr.], Kneecht (gnēχd) [mancherorts Don Gal, doch vgl. 1bβ]; e guder, fleißicher, fauler K.; e K., wo gut, fleißich schafft [verbr.]; e K. dinge 'in Dienst nehmen'; sich als K. verdinge [verbr. schon seit etwa 1930 selten werdend]. RA.: Bin ich dann dei K.? [ Gal-Michalowka Dolina Obl Buch-Tereblestie]. SprW.: Wer sich selbscht macht zum K., dem geschiehts recht [ RO-H'stätt]. Sei aajner K., sei aajner Herr [ Don-Tscherwk mancherorts Don Gal Buch]. 'me gude K. gehts net schlecht [ Don-Gertianosch]. — α. im bes. 'Knecht, der beim Bauern dient'; Zs.: PfWB Bauern-, PfWB Pferds- 1, PfWB Vieh-, PfWB Fuhr-, PfWB Futter-, Gäuls-, PfWB Koppel-, Küh-, PfWB Neben-, PfWB Stall-, PfWB Stuten-, Wingertknecht. Knechte wechseln die Stellung gewöhnlich am zweiten Weihnachtstag; vgl. Bündels-, PfWB Wandertag. De K. fiedert 's Vieh, fahrt mit de Kih (de Gail) [(1930) verbr.]. RA.: Das is fun dem K. seim Werrer, von schlechtem Wetter [ NW-Frankeck]; vgl. RhWB Rhein. IV 913 Knechtenwetter. SprW.: For K. un Maad is nimmand zu schad [LA-Edh, verbr. Don Gal Buch]. De Weingarte brauch e K., ke Herr [mancherorts Don (Steinmetz)]. VR. (Dienstbotenvers aus alter Zeit): Ich bin meim Herr sei liewer K., was ich dun, is alles recht [ HB-Böckw]. Sechs mol sechs es sechsedreißich, unser Maad es noch so fleißich, unser K. es noch so faul wie e alder Schäsegaul [ KU-Kaulb]; Var. s. PfWB fleißig 1, vgl. auch VR bei Bettlade 1. — β. Zs.: PfWB Pfeffer-, PfWB Bier-, Besuchs-, +Turn-, +Forst-, Gestüts-, +Grempel-, Haus-, Hengst(en)-, +Opfer-, Saal-, +Spett-, Stubenknecht. — γ. 'im Rang unter dem Ritter stehender Edelmann'; vgl. +knechtisch. Zs. PfWB Edelknecht. 15. Jh.: Kumpt ein man, er sy ritter oder knecht, pfaff oder leye [PfWeist. I 244 (LA-Diedf)]. — b. α. 'junger [Bd. 4, Sp. 346] Bursche, der αα. 'zur Hochzeit einlädt, als Brautführer fungiert'; vgl. Zs. PfWB Braut-, PfWB Haupt-, PfWB Ladeknecht. - - ββ. 'beim Quackumzug an Pfingsten den Pfingst(en)quack abgibt'; vgl. Zs. PfWB Pfingstenknecht. - - γγ. 'sich keck gebärdet'; vgl. Zs. Rauschenblattknecht. — β. 'lieber kleiner Junge', Kosewort, Kneecht, Knäächt, -che [(1925) verbr. WPf NPf NW-Gönnh verbr. Don Gal Buch (ältere Gener.)], Knecht, -che, -el [mancherorts VPf Rußl-Worms]. Kosewort der Mutter zu ihrem folgsamen Söhnchen: Du bischt mei Kneechtche! [KU-Trahw, verbr.], mei braver K. [ Gal-Sap]. Kumm her, mei Knecht! [LA-Impfl]; vgl. PfWB Magd. — 2. übertr. a. von Tieren; vgl. PfWB Bäcker-, Kukkucks-, PfWB Schneider-, PfWB Weberknecht. — b. Hilfswerkzeuge u. Geräteteile. α. 'Tritt des Spinnrads, womit das Rad in Bewegung gesetzt wird', Knäächt [KU-Kaulb HB-Limb (PfId. 77)], Knecht [ NW-Frankeck], Knechdel [ LA-Venn]. — β. 'Schüttler der Windmühle', Knecht [ KB-Bennhs]. — γ. 'Eisenzapfen am Kelterkranz, der beim Vordrehen des Kelterbackens die Kelterschraube mitnimmt, sie beim Rückdrehen im Gewinde ruhen läßt', Knecht (gnęχd) [Bertram § 278]. Auch: 'zwei schmale Latten, auf denen in der Kelter die Legdielen beim Zudecken des Leseguts ruhen', Knechde, Pl. [Bassermann-Jordan Weinbau]. Syn. s. PfWB Bajaß 7. — δ. 'Gestell des Schreiners, das dazu dient, lange Bretter, die an einem Ende in die Hobelbank eingedreht sind, zu stützen, um das Herabsinken zu verhindern', Kneecht [ KU-Kaulb Gal-Mierow]. Zs. Leimknecht. — ε. Zs. PfWB Standknecht 'Wabenständer'. — ζ. 'Balken des Fachwerks', Pl., Knechde [ LA-Gommh]. — Südhess. III 1486 ff.; RhWB Rhein. IV 908 ff.; LothWB Lothr. 297; ElsWB Els. I 502.
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