-griebe f.: 'ausgekochter Fettwürfel, -grieb, Pl. -griewe [verbr.]. Südhess. II 793. — | | Griebe f.: 1.a. 'ausgelassener Speckwürfel', Grieb (grīb), Pl. Griewe (grīwə) [verbr. WPf NPf nördl. VPf mancherorts mittl. u. südl. VPf verbr. Don Gal Buch]; vgl. PfWB Gropel 1 a. Zs.: PfWB Fett-, PfWB Fleisch-, PfWB Schmalz-, PfWB Speck-, PfWB Wurstgriebe. Die Weibsleit dun Griewe schneire (bei der Hausschlachtung) [verbr.], G. auslosse [verbr.]. Die Griewe kummen in die Worscht [verbr.]. Gerichte: Grumbeeresalat un Griewe [ PS-Erfw]; Quellgrumbeere un G. [ Gal-Josbg]; vgl. PfWB Tunkens 1 b. RA.: Er hot Griewe gesse, wer einen Mundausschlag hat [ NW-Wachh]. Er war an de Griebcher, dass. [ KL-Queidb]. [Bd. 3, Sp. 437] Er hat der Mutter die Griewe gestohl, dass. [ KL-Reuschb]. Er hot mit'm Parre Griewe g'schnirre (geschnitten), dass. [ LU-Alsh]. Er hot met'm Judd (mit'm Parre) Griewe gess, dass. [ KU-Schellw ZW-L'wied]. Er war beim Altheimer Parre Griewe esse, dass. [ ZW-Mittb]. Du hoscht met'm Parre Griewe g'fress, do horrer (hat er) dir e paar ans Maul g'schmess, dass. [ KU-Nerzw]. a. 1531: vor Griefen außzulassen [GgHospRech]. — b. 'Rückstände beim Auslassen von Butter', Griewe (Pl.) [ KB-Bischh]; vgl. PfWB Gropel 1 c. Zs. PfWB Buttergriebe. — 2.a. 'Mundausschlag', häufig Dim. Griebcher [verbr.]; vgl. PfWB Griebenbart, -gesicht, -gusche, -maul, -nase, -schnüß, -schnute, PfWB Grind 1 e. Zs. PfWB Pfarrersgrieben. Er hot e Griebche (Griebcher) am Maul [KL-Siegb, verbr.]. Griebcher kriet mer, wammer Grumbeeresupp eßt [ HB-Erb], wammer uf de Owe spauzt [ KL-Erlb], wammer e Mädche kißt [ HB-O'bexb Pirmas]. — b.α. 'Schwanzwurzel bei Tieren' [mancherorts]. Zs. PfWB Schwanzgriebe. Dem Gaul hun se de Schwanz abgeschnitt bis uf die G. [ Gal-Josbg]. — β. 'Schwanz der Kuh' [verbr. WPf NPf vereinzelt mittl. VPf]. Die Kuh stellt die G., wenn sie wild geworden ist und dahinrast [ NW-Haßl]. RA.: die G. stelle 'sich schleunigst davonmachen' [Zweibr]. — c.α. 'After beim Rindvieh' [ ZW-Kl'bundb KL-Stelzbg FR-N'lein]. — β. 'Gesäß beim Menschen'. Dem muß mer die G. verhaue [Ingb HB-Erb Reiskch KU-Eschau PS-Winz]. — d. 'Geschlechtsteil der Ochsen u. Pferde' [verbr. WPf]; vgl. PfWB Rute. — e. 'unordentliches Frauenzimmer'; 's Griebche [ HB-Lu'thal]. Syn. s. PfWB Drecksack 1 a. — Südhess. II 1460/61; RhWB Rhein. II 1397/98; LothWB Lothr. 217; ElsWB Els. I 267; Bad. II 471. | | NRhWB Griebe Rhfrk grīp [Birkf -eip u. -ī-; in Kreuzn, Simm vielfach -ū-; Simm-Castellaun -y-], Pl. -wə; Mosfrk -ī:f, –ē:- [an der uSaar in geschloss. Geb., in Bernk -ēi-, –e·i.-; Trier-Fell Mehring, Zell-Pünderich -:-; Koch-Treis, Merz-Losh -ū:-; Kreuzn-Münchwald -ūft], Pl. -wən; Rip -ē:-, Pl. -və [Jül-Calr -ē:vəl, Pl. -ələ]; Berg -ē:-, –ī·ə.-, –ī-, –ei-, Pl. -wən; Eup -e·i.-, Pl. -və; Siegld -ep, Pl. -bə; das Wort reicht bis einschl. Aach-Orsb Stdt Würselen Merkst, Geilk-Immend, Jül-Gevelsd Tetz, Erk-Immerath, Grevbr-Beckr Buchholz, MGladb-Rheind Neuwerk, Kref-Willich, Neuss-Büttgen Stdt, Düss-Stdt, Sol-Ohligs, Mettm-Cronenbg Schöller, Elbf, Mettm-Dönbg, Gummb-Nümbrecht; lrhn. über die L. hinaus noch in Geilk-Brüxgen Kreuzr Langbr u. Heinsb-Stdt, Kref-Ürding, Klev-Schneppenbaum; rrhn. noch in Dinsl-Walsum Möllen Vörde Spellen Friedrichsf Oberhsn; Mörs-Neuk γrwən Pl.; Ess-Schonnebeck -b-; MülhRuhr -ē:wəln Pl.; Mörs-Asbg krwəlts Pl.; n. der L. k·ə.m, kr-, Selfk krap, Klevld k, prekəl, rīf (s. d. W.) f., meist Pl. [m. Bitb, Daun, Prüm; dr jrē:wən Prüm-Bleialf]: 1. Der Rückstand, den man beim Ausbraten des zerschnittenen tierischen Fettes behält (bei Talg, Speck, auch wohl bei Butter), Fett-, Speck-, Schmalzgr. (s. auch Bauch-, Kack-, Kreisch-, Treipengr.); die Fett-, Schmalzgr. kommen unter das Wurstfüllsel; früher wurden sie wohl auch mit gestampften Kartoffeln vermengt u. an Stelle von Butter auf Brot gegessen (s. Ochsenbutter); Speckgr., geröstete Speckstückchen, nicht allzusehr ausgelassen, werden über die Kartoffeln oder in die Erbsensuppe gestreut; Gr.ən kreischen Fett auslassen Prüm. RA.: De vergeht (geht zeröck) wie en Gr. on (in) der Pann wirtschaftlich oder körperlich geht er ganz zurück Prüm, Allg.; den muss vergihn wie en Gr. en der P.! Verwünschung Trier. Heə sitt us wie en Gr. ausgemergelt Aach; he os verhutscht wie en Gr. durch Wärme verweichlicht Schleid-Hellenth; so mager wie en Gr. Aach. Sech de Gr.ə von der Zopp huəle lossen borniert sein Bitb-Geichl. Wennt der Bur et Speck en Gr.ə schnitt en et Mehl en Waffele beckt, werd he gene rike Mann Eup. Mat (mit) er Döstel am (im) Strih as en Koh am Wanter (Winter) esu fruh wie e Bauer mat em Gr. op de Gromper (Kartoffel) Bitb-Mettend. Was haben wir gekocht? Antw.: Gromperenzopp on Gr.ən Daun-Katzwinkel, — mot [Bd. 2, Sp. 1398]
Gr.ən drop Malm-Ouren. Burgsonntag singen die heischenden Kinder: Schneckt (schneidet) hei, schn. dief, schn. en decke, fette Gr.! Prüm-Ihren. Adam u. Ev zanken em en Gr. gesagt, wenn jmd. um eine Kleinigkeit zankt, bes. unter Kindern Prüm-Laschd. Wer Ausschlag am Munde hat, der hät dem Pastur de Gr.ə gestolle (geschlouche Dür-Winden) Rip, Allg., — hat Gr.ə met der Pastur geəte Eup, — es P. an de Gr.ə gewes, do hät de en möm Schümleffel für de Mul geschlage Bergh, — do hat er die Schmelzpann of et Maul kriet Ottw-Merchw, — do hat der em en nogeworf, die es em an der Schniss hänge blif Saarbr-Feching, — den höt em noch e Scheimlefel voll nogeschmass, die sen em am Gesicht hänke gebliwen Trier-Thomm, — wor dem Her an de Gr.ən Eif, — hot de Gr.ə geschnäst (genascht) Bernk, — dem Paff de Gr.ən afgefreten Sol, — hät dem Pastur an de Gr.ə geleck Köln, — hat der Motter de Gr.ən geschneist uSaar, Trier, Bitb, Wittl, Bernk, — hot seiner Modder de Gr.ən aus der Pann gestohl Trier-Stdt, — hät dem Metzger (Schleiter) Gr.ən gekläut Barm; de Jüdde han em en Gr. nogeworfe Aden-Virnebg; der Paff hot en mit Gr.ə beworf Bernk-Rhaunen; den hat de Gr.ən last (längs) de Mond gestoche (gedohn) Prüm, Bitb, Wittl; den hot e Gr. lastgestoch Bitb-Geichl; der hat de Gr.ə net ausgeass May-Köllig. — 2. übertr. a. sachl. α. Ausschlag, bes. am Munde, bes. nach dem Genusse reichlichen u. vielfach unreifen Obstes; Wundkruste, schorfige Wunde; er hat Gr.ən am Mond, em Gesicht; die Wonn hat en Gr. gezoge Rip, Allg. — β. e Gr. Woll die nach dem Scheren zusammengeschlagene, gerollte Wolle eines Schafes Prüm. — γ. -īwə Pl. Rest des Kernobstes Siegld-Lützeln; -b- Ess-Schonnebeck. — δ. der in dem Schwanz bes. des Pferdes verlaufende Endteil des Rückgrates, Möhre Saarbr-Feching. — ε. Pl. scherzh. Schulden Koch-Lutzerath. — b. persönl. α. magerer Mensch MGladb-Rheind; mageres Weib, en dönn Gr. Eup; en verplackte Gr. Aach, Schleid. — β. Ofenhocker(in) Schleid-Hellenth. — γ. -ībχə verächtl. grüner Bursche Birkf. |