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| PfWB Fleisch-griebe (Bd. 2, Sp. 1447) | PfWB Griebe (Bd. 3, Sp. 436) | PfWB Pfarrer (Bd. 1, Sp. 796) | |||||||||||||||||||||||||||||||||
1. a. 'ausgelassener Speckwürfel', Grieb (grīb), Pl. Griewe (grīwə) [verbr. WPf NPf nördl. VPf mancherorts mittl. u. südl. VPf verbr. Don Gal Buch]; vgl. PfWB Gropel 1 a. Zs.: PfWB Fett-, PfWB Fleisch-, PfWB Schmalz-, PfWB Speck-, PfWB Wurstgriebe. Die Weibsleit dun Griewe schneire (bei der Hausschlachtung) [verbr.], G. auslosse [verbr.]. Die Griewe kummen in die Worscht [verbr.]. Gerichte: Grumbeeresalat un Griewe [ PS-Erfw]; Quellgrumbeere un G. [ Gal-Josbg]; vgl. PfWB Tunkens 1 b. RA.: Er hot Griewe gesse, wer einen Mundausschlag hat [ NW-Wachh]. Er war an de Griebcher, dass. [ KL-Queidb]. [Bd. 3, Sp. 437] Er hat der Mutter die Griewe gestohl, dass. [ KL-Reuschb]. Er hot mit'm Parre Griewe g'schnirre (geschnitten), dass. [ LU-Alsh]. Er hot met'm Judd (mit'm Parre) Griewe gess, dass. [ KU-Schellw ZW-L'wied]. Er war beim Altheimer Parre Griewe esse, dass. [ ZW-Mittb]. Du hoscht met'm Parre Griewe g'fress, do horrer (hat er) dir e paar ans Maul g'schmess, dass. [ KU-Nerzw]. a. 1531: vor Griefen außzulassen [GgHospRech]. — b. 'Rückstände beim Auslassen von Butter', Griewe (Pl.) [ KB-Bischh]; vgl. PfWB Gropel 1 c. Zs. PfWB Buttergriebe. — 2. a. 'Mundausschlag', häufig Dim. Griebcher [verbr.]; vgl. PfWB Griebenbart, -gesicht, -gusche, -maul, -nase, -schnüß, -schnute, PfWB Grind 1 e. Zs. PfWB Pfarrersgrieben. Er hot e Griebche (Griebcher) am Maul [KL-Siegb, verbr.]. Griebcher kriet mer, wammer Grumbeeresupp eßt [ HB-Erb], wammer uf de Owe spauzt [ KL-Erlb], wammer e Mädche kißt [ HB-O'bexb Pirmas]. — b. α. 'Schwanzwurzel bei Tieren' [mancherorts]. Zs. PfWB Schwanzgriebe. Dem Gaul hun se de Schwanz abgeschnitt bis uf die G. [ Gal-Josbg]. — β. 'Schwanz der Kuh' [verbr. WPf NPf vereinzelt mittl. VPf]. Die Kuh stellt die G., wenn sie wild geworden ist und dahinrast [ NW-Haßl]. RA.: die G. stelle 'sich schleunigst davonmachen' [Zweibr]. — c. α. 'After beim Rindvieh' [ ZW-Kl'bundb KL-Stelzbg FR-N'lein]. — β. 'Gesäß beim Menschen'. Dem muß mer die G. verhaue [Ingb HB-Erb Reiskch KU-Eschau PS-Winz]. — d. 'Geschlechtsteil der Ochsen u. Pferde' [verbr. WPf]; vgl. PfWB Rute. — e. 'unordentliches Frauenzimmer'; 's Griebche [ HB-Lu'thal]. Syn. s. PfWB Drecksack 1 a. — Südhess. II 1460/61; RhWB Rhein. II 1397/98; LothWB Lothr. 217; ElsWB Els. I 267; Bad. II 471.
| 1. wie schd.; vgl. PfWB Pastor. Bei Protestanten und Katholiken wird der Geistliche des eigenen Bekenntnisses gew. de(r) Parre (s. F.) oder de(r) Herr P. genannt, der des anderen Bekenntnisses wird unter Zuhilfenahme des entsprechenden Attributs bezeichnet: kadolischer (prodeschdandischer) P.; vgl. PfWB Pfarrner. RA.: Der redd wie e P. 'Er ist beredt' [ KU-Bedb, RO-Dielkch GH-Kand]; vgl. PfWB Advokat. Er hätt kenne P. werre, dass. [KB-Kriegsf, verbr.]. Ich ben kän Parre, wu zwämol prerricht, wenn man das gleiche nicht zweimal sagen will [BZ-Dierb, verbr. vorn. VPf]. De P. preddicht nor eemol, dass. [Kaislt, KB-Bischh Pirmas PS-Saalstdt Haust Zweibr LA-Edh, allg. Don Gal Buch]. Dem kann kää Parrer helfe, von einem Schwerkranken [ LU-Oggh]; vgl. PfWB Doktor. Mir is alles recht, bloß 'm Herr Parre seine Kutt, die is mir zu weit [ LU-Friesh Böhl]. 's geht'm wie dem Parre, der saat: beide Schinke sen gut, von einem, der alles haben will [ KB-Kriegsf]. Das kleine Kind, das durchaus mit den Eltern in die Kirche möchte, schreckt man: O weh, de P. schläht (schlägt) der e Naal in de Kopp [ KU-Kaulb Schmittw/O]; in Gal die Variante hierzu: Der Herrgott schlaat der e Naal in de Kopp, als Drohung gegenüber Kindern, die nicht gehorchen oder etwas Verbotenes tun wollen. — Kannscht's mache wie de P. Asmann, d. h. wie du willst [ NW-Hardbg]. Weitere RA. s. bei PfWB danken, PfWB Fuß, PfWB Griebe, PfWB Hotzenplotzen, PfWB Kutte, PfWB schlagen. — SprW.: Der P. geheert in die Kerch un die Fraa ins Haus [LU-Oggh, verbr.]. Wann die Kerch noch so voll es, geht doch de P. noch enenn [ KB-Kriegsf]. 'me Parre, der danzt, 'me Määre, das peift, un 'me Hinkel, das kräht, denne geheert de Hals erumgedreht [ KU-Bechb]. Parrers Kinn un Millers Kih, wann's geroot, gibt's gut Vieh [Hebel 46, KB-Kriegsf]; vgl. PfWB Pfarrerstochter. WR.: Räänt's 'm P. (auf dem Weg zur Kirche) uffs Buch, so räänt's die ganz Wuch [PS-Windsbg, verbr. WPf Gal-Chrusno, auch Varianten]. Volksgl.: Wammer'n schwärzi Katz antrefft uf em Weg zum Pärre fer heire (heiraten), bedeit's, as mer schlecht Glick hot [Fogel Beliefs Penns Nr. 217]. Rätsel: Owwe e Holzklotz, unne e Holzklotz, un in de Mitt e Fleeschklumbe (der Pfarrer auf der Kanzel) [Hebel 114]; vgl. Els. II 138. VR.: Was hemmer (haben wir) dann fär'n P. in unsre alde Stadt? De P. esch 'n gude Mann, weil er so gut [Bd. 1, Sp. 797] ladeinisch kann [ LA-Hainf Burrw]. 's Parrers Mäd un 's Schullehrers Mäd gäin (gehen) minanner grase, huppsen uff de Äcker rum wie die junge Hase [ LA-Nd'hochstdt, KU-Rothsbg]. Ich hun der jo schun lang gesaat, geh mer net bei Parres Maad; Parres Maad hot Gift im Wambe, wie e pol'scher Herschestambe [ Gal-Dornf]. a. 1343: ein capplan ... sal einem perrer gehorsam sin [OttbgUrkb. 423]. a. 1376: Ich Thielman pferer zu Hornbach [HornbGb.]. a. 1382: an Herren Conraden den parren zu Cuntwick [ebd.]. a. (15. Jh.): dem Pferrer vnd cappelanen zu wachenheim [Niedhammer 150]. a. 1423: vnd hant die perrer alle biszher ja gesprochen [PfWeist. I 160 (FR-Bockh)]. a. 1519: gerechent bit pferer vnd kirchen geschworn von allen parren [Kurpf. 884 (Kirchengefälle zu Duchroth u. Oberhausen)]. — Die Frau des Pfarrers ist die Fraa Parre(r) bzw. Pfarre(r); sonst s. auch PfWB Pfarrerin, PfWB Pfarrersin, Pfarr(ers)frau. — 2. 'Anführer des Kerwezuges', Parre [ KU-W'mohr]; andernorts Präsident, auch PfWB Vorderreiter genannt. Näheres s. bei PfWB Kirbe. — 3. 'Mistkäfer', Parre [ KU-W'mohr RO-Börrstdt]; vgl. ElsWB Els. II 138 Pfarrer = Baumwanze. — F.: parə und pḁrə, ohne sichere Abgrenzung bezügl. a und ḁ [fast allg.]; pǫrə ist in der südl. VPf, einschl. Ostteil von PS, verbreitet; pärə (mhd. pherrer) wird für KL-Lind für die Geburtsjahrgänge 1914 bis 1930 angegeben (Höh 81), außerdem für LA-Mart; bfarÄr für GH-Scheibhdt. Die jüngere Gener. spricht vielerorts schon parər, parÄr. — RhWB Rhein. VI 678/79; Saarbr. 153; ElsWB Els. II 138; Bad. I 189; Hess.-Nass. II 580/81.
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