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 PfWB Flatter-ratte (Bd. 2, Sp. 1432)   DWB ratz (Bd. 14, Sp. 208) 
   Flatter-ratte f.: = PfWB Fledermaus 2, Flarratt [ KU-Elzw]. Rhein. II 538 Fladerratz; DWB DWb. III 1747 Flederratte.

 

 ratz, m. die spätere oberdeutsche, männliche und mit verschobenem dental versehene form von ratte sp. 204, die sich nicht nur mundartlich, sondern in erweiterung des begriffs auch in wissenschaftlicher sprache bis jetzt erhalten hat. Stieler 1524 gibt zu der ratz den plur. die rätzer; sonst ist der plur. schwach die ratzen, vgl. unten unter 1. auch als neutr. erscheint das wort ausnahmsweise: gleichwie das ratz, ob es gleich an der ketten gezäumet, dennoch von seiner art nicht läszt. polit. stockf. 49. ratz bezeichnet:
1) die ratte: diese wassermausz hat viel gemeins mit unserer groszen mausz, so ratz genannt wird. Forer fischb. 199a; so sein die ratzen in der nechsten wochen dermasen verschwunden und hinweg kommen, das man von derselbigen zeit an kein ratz in der stat nie mer gesehen ... also, sagt man, seie in etlich hundert jaren kain ratz zu Veringen im stetlin an der Lachart nie gespurt worden; so auch ein lebendiger ratz dahin gebracht oder ungeferdt dahin kom, so sterb er. Zimmer. chron. 3, 273, 5; da hat er sie (der rattenfänger von Hameln die ratten) in den nechst beiliegenden berg verbannet, und volgends kein ratz mehr in der stadt gespeurt, noch gemerkt worden. 274, 32;

ratzen und meus,
flöch und leus,
angst und sorgen,
wecken mich all morgen. 2, 123, 24;

bildlich von menschen (vgl. auch kuchelratz, küchenratz): we den schamperen ratzen, den kinderen diser welt, den weltwisen die do förchten die muszfallen der pen und trübseligkeit .. es ist also vil, das du o schamperer ratz nit kanst din herz uffkeren und uffheben z gott. Keisersberg bilg. 119c; ein verbreiteter reimspruch, der auf den letzten grafen von Wertheim († 1556) ging, verbarg unter thiernamen ungetreue räte, unter der ratz namentlich einen namens Ratzeberg:

wäre nicht der ratz und der haasz,
und der schreiber mit der küpfern naasz,
so läge mein herr nicht im grünen grasz.
Pistorius thes. par. 5, 38.

oberdeutsch noch jetzt in landschaften: schweiz. der raz und die raz ratte, auch übertragen auf geizige, sich übermäszig abmühende personen. Hunziker 201 (welches letztere sonst racker ist, sp. 34); bair. der ratz Schm. 2, 193 Fromm.; tirol. der ratz ratte, mit den redensarten stehlen, schlafen, spielen wie ein ratz. Schöpf 538, die sonst auf bilchmaus und iltis bezogen werden, vgl. unten 2, a, b und schlafratz, spielratz; der plur. fällt mit dem des folgenden fem. zusammen, vgl. DWB ratze.

[Bd. 14, Sp. 209]

2) ratz, andere ähnliche thiere bezeichnend.
a) die haselmaus, bilchmaus, siebenschläfer, myoxus glis: der ratz, sorex, glis Maaler 325; glis, vulgariter ratz Schm. 2, 193 Fromm.; wie ein ratz schlafen, glire somnolentior Adelung; so schlief Paul wie ein ratz. Salzmann schwarzmantel 60.
b) der iltis, mustela putorius. Nemnich 3, 676; so hessisch Vilmar 316; ratz iltis Stieler 1524; er stielt wie ein ratz, furacior est Autolyco. ebenda; damit er aber, wie man so zu sagen pflegt, nicht weggehen möge, wie der ratz vom taubenhause. Salzmann Conrad Kieser 200; tragt die hühner in das hühnerhaus und riegelt es fein zu, dasz der ratz nicht hineinkommt. schwarzmantel 81. vgl. stinkratz.