Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB Flamme (Bd. 2, Sp. 1420)   PfWB Flamm-kuchen (Bd. 2, Sp. 1420) 

[Bd. 2, Sp. 1420]
   Flamme f.:
1.
a. wie schd., Flamm (flḁm und flam, s. F.) [allg.], Pl. -e; Dim. Flämmche [WPf NPf nördl. VPf], Flämmel [mittl. u. südl. VPf Ost-PS]; e groß(i) F. [verbr., vgl. K. 10]; e Flämmche leeje 'Feuer legen' [ PS-Geisbg]. Die F. flackert (geht aus) [Kaislt, allg.]. Im Owwe kneckern fescht die Flamme [Kühn Schnitze II 4]. Rätsel: 's steht eppes hinner'm Haus, das brennt un kriegt ken F. (die Brennessel) [Wilde 33]. a. 1507: wer in disem gericht siczet vnd heltt für (Feuer) vnd flam vnd gemeinschafft, der ist dem carstfaut ein faßnachthun schuldig [PfWeist. I 25 (RO-Alsbr)]. —
b. 's Flämmel 'Lichterscheinung, die sich nachts über sumpfigem Gelände zeigt' [ NW-Niedkch]. —
2. übertr.
a. umgspr. 'Mädchen, für das ein Mann entflammt ist, Geliebte'; mein F.; er hot e F. [verbr.]; vgl. PfWB Mensch. —
b. Er is Feier un F. 'sehr begeistert' [RO-Dielkch, verbr.]; vgl. PfWB Feuer 2 c β. —
c. 'Rotlauf, Rose' [Beam Penns 35]; vgl. PfWB Feuer 2 b. — F.: Die Form flḁm (häufig flḁnm) überwiegt; in manchen Gegenden erscheint dunkles, dem ǫ angenähertes ḁ, so bes. mittl. u. südl. VPf (vgl. Bertram § 23, 24; Heeger Südostpf. § 52). In der NPf u. nördl. VPf ist flam (bzw. flanm) stärker verbreitet. In KL-Lind spricht (1951) die ältere Gener. ḁ, die jüngere a (Höh 46). Für die Auslandspfälzer gilt wohl immer a, allenfalls mit nur geringer Färbung. — Südhess. II 763/64; RhWB Rhein. II 545; Saarbr. 65; LothWB Lothr. 164; ElsWB Els. I 169; Bad. II 166.

 

   Flamm-, Flammen-kuchenm.:
1. 'dünner Kuchen (Fladen) aus Brotteig', Flammkuche, s. PfWB Flamme u. PfWB Kuchen [(bis etwa 1910) fast allg., selten SWPf, PfId. 45 Schandein Bav. IV/2, 414 Lambert Penns 56 verbr. Don Gal Buch], Flamme- [vereinzelt, bes. südl. VPf Don-Schowe Torscha]; vgl. PfWB Backofengeflammter, Brot-, Puckerts-, Flämen-, Speckkuchen. Man buk den F. vor dem Brot in dem von der Holzglut freigemachten vorderen Teil des Backofens, während im größeren Teil des Ofens noch das Feuer brannte; gegessen wurde der F. mit einem Aufstrich aus Pflaumenmus, Rahm u. a. oder mit einer Auflage aus Speck oder Zwiebeln. Früher erhielt der Maurer, der einen Backofen hergestellt hatte, vom ersten Gebäck einen Brotlaib und einen F. [ SP-Schiffstdt]. —
2. Neckname für die Bewohner von KU-Bedb und KL-Steinwd. — Südhess. II 764; Rhein. II

[Bd. 2, Sp. 1421]
545/46; Saarbr. 65; LothWB Lothr. 164; ElsWB Els. I 422; Bad. II 166/67.