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 PfWB Vieh (Bd. 2, Sp. 1358)   PfWB Rüpel (Bd. 5, Sp. 658)   RhWB Wustel (Bd. 9, Sp. 675) 
   Vieh n.:
1.
a. (Kollektiv) 'Rindvieh', im weiteren Sinne 'Nutztiere der Hauswirtschaft überhaupt', Vieh (fī), Veh (fē), Viech (fīχ), Veech (fēχ), zur Verbr. s. K. 127. Beim Rindvieh unterscheidet man: nach der Verwendung: Fahr-, Fasel-, Fett-, Fuhr-, Mast-, Milch-, Nutz-, Schlacht-, Stall-, Stell-, Weide-, Zucht-, Zugvieh; nach der Gattung: Fleck-, Franken-, Glan(tal)-, Glan-Donnersberg-, Scheck-, Schweizervieh, Simmentaler V. Scheltnamen für das V.: Teufels-, Donnerkeils-, Dreck-, Hundsvieh. Sonstige Zs.: PfWB Tauben-, PfWB Feder-, PfWB Geißen-, PfWB Groß-, PfWB Horn-, PfWB Hühner-,

[Bd. 2, Sp. 1359]

Hünkels-, Juden-, Jung-, Katzen-, Klauen-, Klein-, Kühe-, Lumpen-, Mords-, Ochsen-, Raben-, Rassen-, Ratten-, Rind-, Sau-, Schaf-, Schweine-, Spatzen-, Wasser-, Zwergvieh. Bezeichnung für Geflügel und Kleingetier: 's klään V. [GH-Scheibhdt, verbr.]. Das Veech freßt un sauft [ BZ-Dernb]. 's Vieh dut weeðe 'auf der Hutweide weiden' [ Gal-Dornf]. Ich muß noch 'm V. engewwe 'Futter reichen' [ KU-Bedb]. Mer missen 's V. fierere [BZ-Klingmst, verbr.]. Mer tränken 's V. [ RO-Obd, allg.]. 's Vieh muß mer striele un bärschde (striegeln und bürsten) [Gal-Dornf, verbr.]. Im Herbscht treibt mer 's V. aus (auf die abgeernteten Wiesen) [GH-Kand, verbr.]. Die Kinner hieden 's V. [BZ-Dernb, verbr.]. Fohren häim merrem V.! 'Treibt das V. heim! [KU-Schmittw/O, verbr.]. Beim Ackern muß mer 's V. fehre [ZW-Hornb, verbr.], aach treiwe, damit es gut im Schritt geht [KB-Bubh, verbr.]. RA.: Do geht's her wie beim V., von ungesittetem Verhalten [ KL-Stelzbg]. Das es der e Hitz unner dem Veh! 'Unter den vielen Menschen ist es sehr warm' [ KU-Kaulb]. Das git (gibt) so geschlacht 'wohlgenährt' Veh, wu sich glei nooch'm Fresse lecht, von bequemen Menschen [ LA-Edk]. SprW.: Kleen Vieh macht aach Mischt [Krieger 44]. Weitere SprW. s. PfWB Pfarrerstochter, PfWB vergleichen 2. Volksgl. s. PfWB behexen. BR.: Wann 's V. die Hoor stellt, gibt's Ree (Regen) [ KL-Wörsb]. a. 1425: wann die Herrn in der Erndt schneiden, ... so sollen der armen leuthe Viehe hynach gehen [Vogel 49]. a. 1437: Wer iß sache, daß das hemelfleysche nit gangbar were, so mochte der herre ... gryfen an eine kuwe oder ander vehe, daß er sin folke gelibbern 'beliefern' möge

[Bd. 2, Sp. 1360]
[PfWeist. I 97 (SP-Berghs)]. a. 1581: Welcher hirtt eim nachpfarn ein vih verliert vnd nit redlich vrsachen ahnzeigen kan, wie es gestorben oder woh es hinkomen sey, der soll das vih bezallen [ebd. I 47 (KU-A'glan)]. —
b. 'Tier', Sing. Vieh, Veh, Viech, auch Stick V. [verbr.], Pl. Viecher, Sticker Vieh, Dim. Viehche, Vehche; vgl. PfWB Tier 1 a. Unser Vieh hot net ufgenumm 'Unsere Kuh ist nicht trächtig geworden' [ FR-Bockh]. Scheuchruf: Viech! [ GH-Max'au]; du alt Veh! [RO-Sippf]. Er frißt wie e Stick Vieh 'Er ißt viel' [KB-Kerzh, verbr.]. Er hot g'soffe wie e V. [LA-Nd'hochstdt, verbr.]. Er schafft wi e Stick V., wer immerzu arbeitet [KB-Bischh, verbr.]. Du stellscht dich dran wie e Stick V., wer sich ungeschickt anstellt [ KL-Lind]. Die hält aus wie e V., bei einer schweren Geburt [ RO-Dielkch]. Ich han Hunger wie e V. [ IB-Bliesmg/Bolch]. Er es dumm wie e Stick V. [ ZW-Gr'bundb]. SprW.: E Stick V. is e Stick V. [ Gal-Dornf]. 's V. wääß, wann's genung hot, der Mensch net [ BZ-Dernb]. E Bauer is e Gaul, un e Gaul is e Stick V. [ KL-Reichb]. Volksgl.: Wammer uf der Quatember (Fasten- und Gebettag) wäscht, geht em ken V. dot, bis der Quatember widder kummt [Fogel Beliefs Penns Nr. 1311]. Wann en Stick V. uf die Welt kummt, soll mer'm en Stick vun seim Ohr abschneide un sage: Do, Mittwoch, hoscht dein Sach [ebd. Nr. 838]. KR.: Unser Marie hot siwwe Stick Vieh, e Schoof un e Gääß, isch alles, was ich wääß [ BZ-Hofstätt]; der zweite Teil auch: (hot) e Kihle im Stall, gebt Millich for uns all [ebd.]. —
2.
a. abfällige Bez. und Schimpfw. für einen dummen, groben und ungesitteten Menschen; vgl. PfWB Tier 3 a, PfWB Viehhafen 2. Zs.: PfWB Dreck-, PfWB Erz-, PfWB Horn-, PfWB Hunds-, Maurer-, PfWB Mond-, PfWB Rind-, PfWB Sau-, PfWB Urvieh. Syn. s. PfWB Rüpel. Des is e V.! [KU-Bedb, verbr.]. Das is e lang Stick V., von einem großen Mann [ KU-Nerzw]. Dumm Stick V., heer doch emol Ruh! 'höre doch endlich auf' [ KU-Schmittw/O]. Das Stick V. verfehrt die kläine Kinn 'verleitet die Kinder zum Bösen' [ebd.]. Die Sticker V. hun die rohe Äier ausgesoff [ebd.]. Du Stick V.! [HB-Nd'gailb, verbr.]. Du dumm Stick V.! [ KL-N'hemsb]. —
b. scherzh. von einem Alleskönner, von einem Spaßvogel: Du Viech! [ IB-Hass]. — Südhess. II 711 ff.; RhWB Rhein. IX 103/04; LothWB Lothr. 158; ElsWB Els. I 90/91; Bad. II 144.

 

   Rüpel, Rupelm.:
1. 'männliche Person, die sich schlecht benimmt', Ribbel [mancherorts VPf HB-Webh Zweibr KL-Ottb Spesb PS-Geisbg KB-Dannfs], Riwwel [KU-W'mohr ZW-Mittb LA-Birkw Land BZ-Gleisz/Gleishb], Rimmel [ LU-Alsh/Gr], Rubbel [ ZW-Nd'aub LA-Böching]; Syn.: PfWB Alber, PfWB Alberkolben, -nikolaus, -stakel, -stock, PfWB Patscher 2, PfWB Bauer 2 a, PfWB Bauernlackel, PfWB Tabak 4 a, PfWB Tappes 1cβ. PfWB Tolpatsch 1 b, PfWB Trabes, PfWB Trülpes, PfWB Ekel 2, PfWB Vieh 2 a, PfWB Viehhafen 2, -kerl, -mensch 1, PfWB Filz 2 b, PfWB Fladen II 1 d, Flap-

[Bd. 5, Sp. 659]
pes 3, PfWB Flärre 3, PfWB Flat, PfWB Flates, PfWB Flatsch 2b, PfWB Flatscher 3b, PfWB Flatschnickel, PfWB Flegel 2, PfWB Floher 2, PfWB Floßer 2, PfWB Flözel, PfWB Flözer 3, PfWB Giebel 2d, PfWB Grobian, PfWB Grobsack, -schmied, PfWB Hackklotz 2, PfWB Haferlöwe, PfWB Hanake, PfWB Hebel 4 a, PfWB Hecker1, PfWB Hobel1 2, PfWB Holzflözer, -schlegel 2 a, PfWB Hundsvieh 2, PfWB Kalb 2 c, PfWB Klammes, PfWB Kloben 2 c, PfWB Knebel 2bα, PfWB Kuhriegel, -tapen, PfWB Lackel 3 u. 4, PfWB Lappel 3, PfWB Lappes1 5, PfWB Lawu, PfWB Leuteabschnauzer, -schinder, PfWB Lümmel 1, PfWB Mistkrapfen, PfWB Muffel1, PfWB Mummelochse 2, PfWB Narr 1 b, PfWB Oberflozer, PfWB Räkel 3, PfWB Raudi, PfWB Raufbold, PfWB Rauhbauz 2 u. 3, PfWB Rauschenbeutel 4, PfWB Reckel, PfWB Ringel 2, PfWB Rohling 2, PfWB Rohnickel, PfWB Rülp, PfWB Rülpes, PfWB Rülpser 2, PfWB Ruches, PfWB Ruppel, PfWB Salomon 3 d, PfWB Saubengel, -bolle 3aα, -gast, -hund 3 a, -kerl 2 a, -kloben 1, -kopf 3, -ringel, -rülps, -rüpel, -ständer, -vieh 3, PfWB Schlampel, PfWB Schlappen, PfWB Schlingel, PfWB Socken, PfWB Stiefel, PfWB Stier, PfWB Stierbacken, PfWB Stoffel, PfWB Storren, PfWB Stritzi, PfWB Stromer, PfWB Unflat, PfWB Wüstel; vgl. PfWB alber 2, PfWB toll I 1 e, PfWB dreigedreht 2 b, PfWB eseln 1, PfWB vierschrötig 2, PfWB räkeln 1, PfWB rauhbauzig 3, PfWB roh 2 a, PfWB saugrob.
2. ein von den Burschen aufgeführter Tanz, Ribbel [ NW-Gimmdg]. — Südhess. IV 1532; RhWB Rhein. VII 624; ElsWB Els. II 277.

 

  PfWB  ElsWB  LothWB Wustel wudəl, Pl. -ələ Saarbr, Ottw, Birkf-Türkismühle m.: verächtl. grober, immer unzufriedener Mensch, ein Nimmersatt.