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 PfWB Vieh (Bd. 2, Sp. 1358)   PfWB Tauben-vieh (Bd. 2, Sp. 147) 
   Vieh n.:
1.
a. (Kollektiv) 'Rindvieh', im weiteren Sinne 'Nutztiere der Hauswirtschaft überhaupt', Vieh (fī), Veh (fē), Viech (fīχ), Veech (fēχ), zur Verbr. s. K. 127. Beim Rindvieh unterscheidet man: nach der Verwendung: Fahr-, Fasel-, Fett-, Fuhr-, Mast-, Milch-, Nutz-, Schlacht-, Stall-, Stell-, Weide-, Zucht-, Zugvieh; nach der Gattung: Fleck-, Franken-, Glan(tal)-, Glan-Donnersberg-, Scheck-, Schweizervieh, Simmentaler V. Scheltnamen für das V.: Teufels-, Donnerkeils-, Dreck-, Hundsvieh. Sonstige Zs.: PfWB Tauben-, PfWB Feder-, PfWB Geißen-, PfWB Groß-, PfWB Horn-, PfWB Hühner-,

[Bd. 2, Sp. 1359]

Hünkels-, Juden-, Jung-, Katzen-, Klauen-, Klein-, Kühe-, Lumpen-, Mords-, Ochsen-, Raben-, Rassen-, Ratten-, Rind-, Sau-, Schaf-, Schweine-, Spatzen-, Wasser-, Zwergvieh. Bezeichnung für Geflügel und Kleingetier: 's klään V. [GH-Scheibhdt, verbr.]. Das Veech freßt un sauft [ BZ-Dernb]. 's Vieh dut weeðe 'auf der Hutweide weiden' [ Gal-Dornf]. Ich muß noch 'm V. engewwe 'Futter reichen' [ KU-Bedb]. Mer missen 's V. fierere [BZ-Klingmst, verbr.]. Mer tränken 's V. [ RO-Obd, allg.]. 's Vieh muß mer striele un bärschde (striegeln und bürsten) [Gal-Dornf, verbr.]. Im Herbscht treibt mer 's V. aus (auf die abgeernteten Wiesen) [GH-Kand, verbr.]. Die Kinner hieden 's V. [BZ-Dernb, verbr.]. Fohren häim merrem V.! 'Treibt das V. heim! [KU-Schmittw/O, verbr.]. Beim Ackern muß mer 's V. fehre [ZW-Hornb, verbr.], aach treiwe, damit es gut im Schritt geht [KB-Bubh, verbr.]. RA.: Do geht's her wie beim V., von ungesittetem Verhalten [ KL-Stelzbg]. Das es der e Hitz unner dem Veh! 'Unter den vielen Menschen ist es sehr warm' [ KU-Kaulb]. Das git (gibt) so geschlacht 'wohlgenährt' Veh, wu sich glei nooch'm Fresse lecht, von bequemen Menschen [ LA-Edk]. SprW.: Kleen Vieh macht aach Mischt [Krieger 44]. Weitere SprW. s. PfWB Pfarrerstochter, PfWB vergleichen 2. Volksgl. s. PfWB behexen. BR.: Wann 's V. die Hoor stellt, gibt's Ree (Regen) [ KL-Wörsb]. a. 1425: wann die Herrn in der Erndt schneiden, ... so sollen der armen leuthe Viehe hynach gehen [Vogel 49]. a. 1437: Wer iß sache, daß das hemelfleysche nit gangbar were, so mochte der herre ... gryfen an eine kuwe oder ander vehe, daß er sin folke gelibbern 'beliefern' möge

[Bd. 2, Sp. 1360]
[PfWeist. I 97 (SP-Berghs)]. a. 1581: Welcher hirtt eim nachpfarn ein vih verliert vnd nit redlich vrsachen ahnzeigen kan, wie es gestorben oder woh es hinkomen sey, der soll das vih bezallen [ebd. I 47 (KU-A'glan)]. —
b. 'Tier', Sing. Vieh, Veh, Viech, auch Stick V. [verbr.], Pl. Viecher, Sticker Vieh, Dim. Viehche, Vehche; vgl. PfWB Tier 1 a. Unser Vieh hot net ufgenumm 'Unsere Kuh ist nicht trächtig geworden' [ FR-Bockh]. Scheuchruf: Viech! [ GH-Max'au]; du alt Veh! [RO-Sippf]. Er frißt wie e Stick Vieh 'Er ißt viel' [KB-Kerzh, verbr.]. Er hot g'soffe wie e V. [LA-Nd'hochstdt, verbr.]. Er schafft wi e Stick V., wer immerzu arbeitet [KB-Bischh, verbr.]. Du stellscht dich dran wie e Stick V., wer sich ungeschickt anstellt [ KL-Lind]. Die hält aus wie e V., bei einer schweren Geburt [ RO-Dielkch]. Ich han Hunger wie e V. [ IB-Bliesmg/Bolch]. Er es dumm wie e Stick V. [ ZW-Gr'bundb]. SprW.: E Stick V. is e Stick V. [ Gal-Dornf]. 's V. wääß, wann's genung hot, der Mensch net [ BZ-Dernb]. E Bauer is e Gaul, un e Gaul is e Stick V. [ KL-Reichb]. Volksgl.: Wammer uf der Quatember (Fasten- und Gebettag) wäscht, geht em ken V. dot, bis der Quatember widder kummt [Fogel Beliefs Penns Nr. 1311]. Wann en Stick V. uf die Welt kummt, soll mer'm en Stick vun seim Ohr abschneide un sage: Do, Mittwoch, hoscht dein Sach [ebd. Nr. 838]. KR.: Unser Marie hot siwwe Stick Vieh, e Schoof un e Gääß, isch alles, was ich wääß [ BZ-Hofstätt]; der zweite Teil auch: (hot) e Kihle im Stall, gebt Millich for uns all [ebd.]. —
2.
a. abfällige Bez. und Schimpfw. für einen dummen, groben und ungesitteten Menschen; vgl. PfWB Tier 3 a, PfWB Viehhafen 2. Zs.: PfWB Dreck-, PfWB Erz-, PfWB Horn-, PfWB Hunds-, Maurer-, PfWB Mond-, PfWB Rind-, PfWB Sau-, PfWB Urvieh. Syn. s. PfWB Rüpel. Des is e V.! [KU-Bedb, verbr.]. Das is e lang Stick V., von einem großen Mann [ KU-Nerzw]. Dumm Stick V., heer doch emol Ruh! 'höre doch endlich auf' [ KU-Schmittw/O]. Das Stick V. verfehrt die kläine Kinn 'verleitet die Kinder zum Bösen' [ebd.]. Die Sticker V. hun die rohe Äier ausgesoff [ebd.]. Du Stick V.! [HB-Nd'gailb, verbr.]. Du dumm Stick V.! [ KL-N'hemsb]. —
b. scherzh. von einem Alleskönner, von einem Spaßvogel: Du Viech! [ IB-Hass]. — Südhess. II 711 ff.; RhWB Rhein. IX 103/04; LothWB Lothr. 158; ElsWB Els. I 90/91; Bad. II 144.

 

  -vieh n.: 'Tauben', Dauwevieh [verbr.], Duwe- [ IB-Gersh]. Südhess. I 1422. —