Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB Ficke (Bd. 2, Sp. 1355)   PfWB Ficke-auf (Bd. 2, Sp. 1356) 
   Ficke1 f.:
1.
a. 'Tasche', Ficke [Klein Prov. 112]. —
b. 'Geschlechtsteil der Kuh', Fick [ RO-Duchr]; vgl. PfWB Tasche 2 b ε. —
2.
a. = PfWB Fickmühle 1 [ LA-Herxh]. —
b. 'gutes Plätzchen, günstige Lage'.
α. 'Quelle materieller Hilfe'. Er hot (bei seinen Großeltern) en F. [ BZ-Dernb LA-Herxh]. —
β. 'günstiges Plätzchen, geeignet als Versteck' [ KU-Wolfst]. —
3. 'Versammlungsort der Klatschbasen'. Bei 's Kleine isch die F. [ NW-Meckh]. —
4. 'was Spaß bereitet'. Des war e F.! [ FR-Studh]; vgl. PfWB Fez. Ironisch: Des is mer e schäni F., wenn man z. B. ein verwirrtes Knäuel Wolle auflösen soll [ FR-Höning].

[Bd. 2, Sp. 1356]

5. s. PfWB Laus-, PfWB Spatzenficke. — Südhess. II 708; RhWB Rhein. II 437; ElsWB Els. I 102/03; Bad. II 142.

 

   Ficke-auf (Gen.?): in der RA.: Do hot er Fickuf (figˈuf) 'Er kann machen, was er will' [ NW-Bobh]. Zur Erklärung: Fick uf! bzw. Mihl uf! sagt man, wenn man beim Mühlespiel durch Öffnung der Fickmühle 1 den Partner bedroht; vgl. auch PfWB Ficke1 2 a.