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 PfWB Fetzen (Bd. 2, Sp. 1341)   PfWB Brocken (Bd. 1, Sp. 1240) 
   Fetzen m.:
1.
a. 'ein unregelmäßig gerissenes Stück von Tuch, Haut, Fleisch u. dgl.', Fetze (fędsə) [fast allg.], Fatze [KU-Körbn Gal-Dornf u. Umg.]; vgl. PfWB Lappen. Dein Anzug war verriss zu dausend F. [ZW-Ernstw, verbr.]. Er tracht sein Anzug, bis d' F. devun hängen [LA-Herxh, verbr.], bis alles en F. un Zorrl (Zotteln) isch [ PS-Erfw], bis alles en Hull (Hudel) un F. is [ PS-Hintwdth]. An dem Anzug es kan F. mehn dran [KB-Bennhs, verbr.]. Sein Kleirer sein äin F. [ KU-Schmittw/O]. Ganze F. Haut gehn ab [ KL-Fischb]. Ich haue dich, daß die Fatze fahre [ KU-Körbn, LU-Friesh], daß die F. flien [Gal-Lindf u. Umg.]. Sie han gedanzt, daß die Fetze gefloo sin [Krieger 24]. RA.: Ken gure F. an'm lorre 'nichts Gutes an einem lassen' [ KL-Trippstdt Hirschhn KU-Kaulb Kreimb BZ-Dierb]. —
b. 'ein Stück von etwas überhaupt'; e F. Land 'ein Ackerstück' [LA-Venn Land]; e Fetzel 'ein kleines Stückchen' [ LU-Böhl]. Dem sein paar F.!, spöttisch für bes. kleine Äcker [PS-Geisbg, verbr.]; vgl. PfWB Placken 4 b. Un hot mer so sein F. Schinke un aa was G'scheites dezu zum Drinke ... [PfRSch. 23. 9. 1926]. —
2.
a. 'ein schadhaftes, zerrissenes Kleidungsstück'. Dem hängen die F. vom Leib [LA-Nd'hochstdt, verbr.]. —
b. 'ein minderwertiges, altes Kleid'. Die hot lauder F. an [NW-Neidfs, verbr.]. —
c. verächtlich von Kleidern überhaupt. Die hot nor noch e paar F. [LA-Gommh, verbr.]. So F., wie mer heit traat, dät ich kene um de Leib [ ZW-Gr'bundb]. — Zu 2 a, b, c. vgl. PfWB Lumpen. —
3.
a. 'eine überaus große, stämmige männliche Person'; e Fetze [ KU-Kaulb KL-Neukch NW-Kallstdt]; vgl. PfWB Fetzenbursche, PfWB -kerl, PfWB -mannskerl. Zs. PfWB Bärenfetzen. Das es der e F. Mannskerl! [ RO-Gaugrehw Feil NW-Kallstdt]; e F. Brocke [ ZW-Battw], vgl. PfWB Brocken II 1 γ. —
b.
α. 'ein nichtsnutziger Mensch, ein lasterhafter Mann' [ KU-Schmittw/O

[Bd. 2, Sp. 1342]
NW-Hardbg]; verstärkt: schlechder F. [LA-Gommh, verbr.]. Der raulich F. is 's Dootschlaan net wert [ KU-Schmittw/O]. —
β. 'eine liederliche, flatterhafte Frau'. Wie kammer sich an so'n F. hänge! [LU-Oggh, verbr.]. —
4.
a. die blooe F., von den Hundertmarkscheinen der Inflationszeit [ BZ-Dernb]. —
b. 'die Fettschicht auf der gekochten Milch'. —
c. 'totaler Rausch'. Wie kammer sich so e F. hole! [ Don-Lenauh]; vgl. PfWB Fetzer. — Südhess. II 695/96; RhWB Rhein. II 420; Saarbr. 62; LothWB Lothr. 158; ElsWB Els. I 160/61; Bad. II 136.

 

   Brocken m.:
I. 'abgebrochenes Stück'.
1. gegenst. Brocke (brogə, brǫgə, s. F.) [allg.].
a. ein B. Brot, Zucker u. dgl. Milchsupp mit Brocke (Brot) [ PS-Fehrb]. De B. bleibt mer im Hals sticke [ BZ-Dierb]. Mihn Brieh wie B. 'mehr Flüssigkeit als feste Speise' [ KU-Schmittw/O]. Zs. PfWB Zuckerbrocken. — Ein kleiner Brocken: Breckelche (bregəlχə) [WPf NPf nördl. VPf], Breckel (bregəl) [mittl. u. südl. VPf einschl. PS-Ost]; e Breckel Zucker [ PS-Erfw], än Breckl Flääsch [ NW-Freinsh]. Er muß lauder kleene Breckelcher esse, wer nicht gut kauen kann [RO-Semb, verbr.]. — RA.: Er dut Breckle lache 'erbricht sich' [NW-Meckh, verbr.], Breckelcher spauze, dass. [ KU-Kaulb], Breckelcher huschde, dass. [ KU-Lauteck LU-Friesh]; vgl. PfWB bröckeln 2 c. Syn. s. PfWB brechen1 3 b. Do koscht die Brieh mihner as die Brocke 'Da sind die Gerichtskosten höher als der erzielte Erfolg' [ KU-Kaulb Schmittw/O Spey SP-Harths Buch-Illisch]. SprW.: 'ma beese Hund gibt ma en Brocke meh 'Einen bösen Hund (auch Menschen) muß man besonders gut behandeln' [ NW-Niedkch]. Mer schmeißt rechter eem beese Hund e Brocke hin wie

[Bd. 1, Sp. 1241]
eem gude, dass. [verbr. Don Gal Buch Rußl]; Ähnliches bei böse II 3, PfWB Brühe. Dicke Brocke machen fette Veel (Vögel) [KB-Bischh, verbr., auch Don Gal Buch]. KR.: Klopp, klopp, Seire, de Bäcker hot en junge Wolf, frißt gere Kleie, die dicke Brocke loßt er leie [ FR-Bobh]. —
b. von anderen Stoffen.
α. von Steinen, Rasen u. dgl.; e Brocke Wasem 'Rasenstück' [ IB-Habkch]. Zs. Eis-, PfWB Stein-, Wasen-, PfWB Ziegelbrocken. —
β. än Breckel is mer vum Zahn abg'fahre 'Mir ist vom Zahn ein Stück abgebrochen' [ LU-Alsh]. —
γ. von Exkrementen. Ich schlaa dich, daß de Lumpe kotzscht un Brocke scheischt [ Gal-Dornf]. Auf die Frage nach der Uhrzeit, wird im Scherz erwidert: Dreivertel uf Glocke, wann de Hund scheißt, gibt's Brocke; wann die Katz scheißt, gibt's Brieh, des kriegscht morje frieh [LA-Nd'hochstdt, PS-Erfw Geisbg KB-Kriegsf SP-Heiligst LA-Impfl GH-Kand]. —
2. übertr. 'ein Teil'. Er hat'm e Brocke geb 'einen Teil des nicht allzu großen Vermögens gegeben' [ ZW-Battw]. —
II. 'etwas Großes, Dickes'.
1. gegenst.
α. Brocke 'große Bonbons' [nördl. VPf]. —
β. dicke Brocke 'schwere Granaten', Soldatenspr. [verbr.]. —
γ. 'dicker, starker Mensch', vgl. PfWB Brockeler2. Des isch e Brocke! [LA-Ilbh, verbr.], e B. vumme Mannskerl [ KU-Schmittw/O RO-Dielkch], e B. Minsch [ KU-Kaulb], e dicker B. [ KU-Bedb], e großer B. [ KU-Hundh], e ordndlicher B. [ HB-Kirrbg], e feschter B. [ LA-Wollmh], e Fetze B. [ ZW-Battw]. Die Bewohner von FR-Eppst tragen den Uznamen Brocke.
2. übertr. 'viel'; e große Brocke krie 'viel erben' [ KU-Schmittw/O]. 's is e großer B. abgefall 'Das Geschäft hat einen guten Gewinn gebracht' [ebd.]. —
III. sonstige Bed.
1. 'Überrest, Abfall'. »In den Gewannen, wo der Wurm arg war, das Viertel (des Wingerts) zwei Hotten, und das war nichts als Brocken und schlechte War« [Franz, St. Martin, S. 117]; vgl. PfWB brockig, PfWB Brocks. Zs. PfWB Anstandsbrocken. —
2. 'persönliche Habe', verächtlich, vgl. PfWB Brakken3.
a. 'Kleider und Leibwäsche', Brocke [ KU-Kaulb Kreimb]. —
b. 'Ausrüstung des Soldaten' [ KU-Bedb]. — F.: meist brogə, bei der jüngeren Gener. auch schon brǫgə. Südhess. I 1129/30; RhWB Rhein. I 998/99; LothWB Lothr. 65; ElsWB Els. II 186; Bad. I 330.