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 PfWB Fetzen (Bd. 2, Sp. 1341)   ElsWB Fëtzeⁿ (Bd. 1, Sp. 160b) 
   Fetzen m.:
1.
a. 'ein unregelmäßig gerissenes Stück von Tuch, Haut, Fleisch u. dgl.', Fetze (fędsə) [fast allg.], Fatze [KU-Körbn Gal-Dornf u. Umg.]; vgl. PfWB Lappen. Dein Anzug war verriss zu dausend F. [ZW-Ernstw, verbr.]. Er tracht sein Anzug, bis d' F. devun hängen [LA-Herxh, verbr.], bis alles en F. un Zorrl (Zotteln) isch [ PS-Erfw], bis alles en Hull (Hudel) un F. is [ PS-Hintwdth]. An dem Anzug es kan F. mehn dran [KB-Bennhs, verbr.]. Sein Kleirer sein äin F. [ KU-Schmittw/O]. Ganze F. Haut gehn ab [ KL-Fischb]. Ich haue dich, daß die Fatze fahre [ KU-Körbn, LU-Friesh], daß die F. flien [Gal-Lindf u. Umg.]. Sie han gedanzt, daß die Fetze gefloo sin [Krieger 24]. RA.: Ken gure F. an'm lorre 'nichts Gutes an einem lassen' [ KL-Trippstdt Hirschhn KU-Kaulb Kreimb BZ-Dierb]. —
b. 'ein Stück von etwas überhaupt'; e F. Land 'ein Ackerstück' [LA-Venn Land]; e Fetzel 'ein kleines Stückchen' [ LU-Böhl]. Dem sein paar F.!, spöttisch für bes. kleine Äcker [PS-Geisbg, verbr.]; vgl. PfWB Placken 4 b. Un hot mer so sein F. Schinke un aa was G'scheites dezu zum Drinke ... [PfRSch. 23. 9. 1926]. —
2.
a. 'ein schadhaftes, zerrissenes Kleidungsstück'. Dem hängen die F. vom Leib [LA-Nd'hochstdt, verbr.]. —
b. 'ein minderwertiges, altes Kleid'. Die hot lauder F. an [NW-Neidfs, verbr.]. —
c. verächtlich von Kleidern überhaupt. Die hot nor noch e paar F. [LA-Gommh, verbr.]. So F., wie mer heit traat, dät ich kene um de Leib [ ZW-Gr'bundb]. — Zu 2 a, b, c. vgl. PfWB Lumpen. —
3.
a. 'eine überaus große, stämmige männliche Person'; e Fetze [ KU-Kaulb KL-Neukch NW-Kallstdt]; vgl. PfWB Fetzenbursche, PfWB -kerl, PfWB -mannskerl. Zs. PfWB Bärenfetzen. Das es der e F. Mannskerl! [ RO-Gaugrehw Feil NW-Kallstdt]; e F. Brocke [ ZW-Battw], vgl. PfWB Brocken II 1 γ. —
b.
α. 'ein nichtsnutziger Mensch, ein lasterhafter Mann' [ KU-Schmittw/O

[Bd. 2, Sp. 1342]
NW-Hardbg]; verstärkt: schlechder F. [LA-Gommh, verbr.]. Der raulich F. is 's Dootschlaan net wert [ KU-Schmittw/O]. —
β. 'eine liederliche, flatterhafte Frau'. Wie kammer sich an so'n F. hänge! [LU-Oggh, verbr.]. —
4.
a. die blooe F., von den Hundertmarkscheinen der Inflationszeit [ BZ-Dernb]. —
b. 'die Fettschicht auf der gekochten Milch'. —
c. 'totaler Rausch'. Wie kammer sich so e F. hole! [ Don-Lenauh]; vgl. PfWB Fetzer. — Südhess. II 695/96; RhWB Rhein. II 420; Saarbr. 62; LothWB Lothr. 158; ElsWB Els. I 160/61; Bad. II 136.

 

  Fëtzeⁿ [Fatsə allg.; Fætsə Str. W.] m. 1. Stück, grosses Stück: e F. Brod Hi., Syn. Rankeⁿ Ingenh., Ronkeⁿ Wh.; e F. Fleisch allg. E F. Bodeⁿ ein grosses Stück Land Katzent. Er het e gueteⁿ F. an eim Stück an dr Kuene (Künheimer) Stross, s sin meʰ aˡs vier Irteⁿ aneⁱnander Dü. Dr Pflejl is ze F. verfoʰreⁿ K. Z. 2. Fetzen, abgerissener und noch lose anhängender Lappen: das is e neü Kleid! Jetz bschaüeⁿ die F.! Wittenh. D F. hënkeⁿ vun ⁱʰm er ist zerlumpt Su., od. d F. hënke-n- ⁱʰm vom Leib NHof. Ze Krüz e F. haüeⁿ in Stücke hauen,

[Bd. 1, Sp. 161a]
schlagen, reissen. Er het mⁱr di Lingenier (Lineal) ze Kr. e F. ghaüeⁿ Mittl. Z(u) Kr. e F. v(er)risseⁿ Wittenh. Obhergh. Dollern Heidolsh. Co. Bf. Dr Wind het d Fäʰneⁿ zue Kr. e F. verschlënzt Bf. 3. ungeschlachter Kerl, nichtsnutziger Bursche, liederlicher Mensch, Vagabund O. allg.; Syn. Fëttich 3. Das is jetz emol e liedriger F. Co.; unsittliche Weibsperson: dëʳ F. brucht noch eppis ze sajeⁿ Co. Söll iʰ dⁱr sajeⁿ, was de bis? e F. bis! Bf. Schweiz. 1, 1148. Schwäb. 191. Bayer. 1, 780.