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 PfWB fett (Bd. 2, Sp. 1334)   PfWB Fett (Bd. 2, Sp. 1333)   PfWB Wichse (Bd. 6, Sp. 1299) 
   fett Adj.:
1.
a. 'reich an Fett', fett (fęd) [fast allg.], (fed) [ KU-Schmittw/O Körbn], fitt (fid) [ BZ-Völkw], fatt (fad) [ RO-Rehborn PS-Bundth Bruchw], (fḁd) [ GH-Neubg]; vom Fleisch (Gegensatz: mager), von Speisen. Ich därf kän f. Flääsch esse [ PS-Erfw]. RA.: Des macht die Supp ('s Kraut) net f., was nicht hilft [RO-Dielkch, verbr.]. —
b. 'sich fettig anfühlend', von der Bodenbeschaffenheit; fetti Erd [ SP-W'see]; fetter Bodde [ GH-Hagb]. —
c. fette Küche 'üppiges Essen an besonderen Festtagen'. Heit hammer e fett Kich, mer han geschlacht [ WD-Niedkch]. Am Donnerstag vor Fastnacht mußte in jedem Haus Fleisch auf den Tisch gebracht werden; die Hirten holten sich an diesem Tag ihre Geschenke ab; der Tag war der fette Donnerstag [Schandein Bav. IV/2, 393]. —
2. 'dick'.
a. 'wohlgenährt, feist', von Menschen und Tieren (Gegensatz: dürr, mager); vgl.

[Bd. 2, Sp. 1335]
fettfüttern, PfWB -machen. Steigerung in den Zs. PfWB aal(en)-, PfWB pudel-, PfWB teig-, PfWB dick-, dottel(teig)-, maus-, PfWB sau-, PfWB schlapper-, PfWB schlocker-, PfWB schlottel-, PfWB schlotter-, PfWB schnecken-, PfWB schnudel-, PfWB schwappel-, PfWB speck-, PfWB wackel-, PfWB weißfett. Syn.: PfWB dick1 I 2 a α, PfWB dickleibig 1 a α, -mopsig, PfWB dottelig 1 b β, PfWB trauschelig 2 a, PfWB trollig, PfWB fleischig, PfWB griffig, PfWB mast, PfWB mastig, PfWB schlottelig, PfWB schummen, PfWB schwabbelig, PfWB schwammig, PfWB speckig, PfWB wabbelig; vgl. auch die Syn. bei mockelig. Die Sau is f. (gut f., aarich f.) [PS-Th'eischw, verbr.], schlawwerich f. [ RO-Sitt]. Des isch e fitti Frää [BZ-Völkw, verbr.]; e fetter Bisse, von einem dicken Mann [ LU-Maud]; sou'n Fetter 'dicker Kerl' [ LA-Herxh]. Mer hän e fetti Sau 'schlachtreifes Schwein' [LU-Alsh/Gr, verbr.]. Er schnauft wie e fetti Gans [verbr. Gal]. Er hot e fetter Bauch [NW-Kallstdt, verbr.]. Die is so fett, daß se wackelt [ KB-Bischh], f. wie en Ool (Aal) [ZW-Hornb, verbr.], f. wie 'n Odder 'Fischotter' [LU-Maud, verbr.], f. wie en Maulwölber 'Maulwurf' [ LA-Nd'hochstdt], f. wie e Moppel [ ZW-Krähbg], f. wie Deeg ( Teig) [ Gal-Dornf]. Er is dick, fett, faul un gefräßig [ KU-Brück]. Iron. vom Gegenteil: Er is f. wie e Gääß [ KL-Reichb BZ-Dernb], wie e Gääß am Knie [RO-Als, verbr.], wie e Storch am Knie [Hebel 13], wie e Sack voll Gääßehörner [ebd. 13], wie e Bock am Michelstag [ebd. 13], wie e Zeck [ Don-Gertianosch], wie e Reche [KL-Stelzbg, verbr., Gal-Königsau], wie e Zaunstecke [ NW-Weish/S]. Der werd net f., un wammer'n in de Schmalzhawwe setzt [FR-Tiefth, verbr.]. Do hänner's (habt ihr's), werren f. devun, von einer Sache, die man nur ungern preisgibt [ NW-Gimmdg]. SprW.: Selwer esse macht f. [RO-Sippf Dielkch KL-Reichb BZ-Dierb]. Dicke Brocke machen fette Veel [verbr. Don Gal Buch Rußl]. Mer weeß net, vun was mer f. werd [Gal-Kaisersd, verbr. Don Gal Buch]. E bleeder Hund werd selde f. [KU-Kaulb, verbr., auch Gal]. E gurer (fleissicher) Hahn werd selde f. [KL-Siegb, verbr., auch Don Gal Buch Rußl]. 'm Miller sein Sai sin f., awwer mer weeß net, vun wem seim Mehl [verbr. Don Gal Buch]; in Penns: mer weeß net, vun wem seiner Frucht [PennsDeitschEck 27. 2. 1954]. BR.: Schwarm im June fattes Huhn [ RO-Rehbn]; vgl. PfWB Bienenschwarm. —
b. 'üppig', von Pflanzen; vgl. PfWB mast, mastfett. Das is e fett Wiss [KU-Kaulb, verbr.]; fettes Gras [verbr.]. Do steht 's Korn fetter [ RO-Altbbg]. Der Weinstock ist fett im Holz [ RO-Schiersf]. BR.: Junidunnerwedder macht 's Korn fetter [verbr. Don Gal Buch]. —
3.
a. 'gut gedüngt und ertragreich'. De Acker es f. [RO-Als, verbr.]. —
b.
α. 'teuer, kostspielig'. Des is e fetti Rechnung [ LU-Opp]. SprW.: E magerer Vergleich is besser wie e fetter Prozeß [Krieger 54]. —
β. Volksgl.:

[Bd. 2, Sp. 1336]
Griene Krischtdag, fetter Kerichhof 'Nach Weihnachten ohne Schnee hält der Tod reiche Ernte' [Fogel Beliefs Penns Nr. 535]. — Südhess. II 690/ 91; RhWB Rhein. II 411 ff.; Saarbr. 62; LothWB Lothr. 158; ElsWB Els. I 156; Bad. II 134.

 

   Fett n.:
1.
a. 'Fettstoff', Fett (fęd, fed), Fitt, Fatt, zur Verbr. s. PfWB fett (allg.); vgl. PfWB Talg, PfWB Schmalz. Zs. PfWB Braten-, PfWB Dachs-, PfWB Darm-, PfWB Enten-, PfWB Gänse-, PfWB Gekröse-, PfWB Grieben-, PfWB Hahnen-, PfWB Hasen-, PfWB Hühner-, PfWB Hunds-, PfWB Hünkels-, PfWB Kessel-, PfWB Lappen-, PfWB Nieren-, PfWB Rinder-, PfWB Schweine-, PfWB Speck-, PfWB Wurstfett. F. ausbroode, auslosse, abscheppe [ RO-Dielkch, allg.]. 's F. vergeht (auch: verlaaft) 'schmilzt'

[Bd. 2, Sp. 1334]
[ RO-Rehborn, allg.]. Die Pannkuche sin in F. gebacke [ NW-Gimmdg, allg.]. Er schmeert sich F. ufs Brot [ KL-Enkb, allg.]. Er reibt sich die Hänn mit F. in [Rockhs, verbr.]; die Schrunne mit F. einschmiere [NW-Kallstdt, verbr.]. RA.: Er kriet sein F. 'bekommt Schläge' [KU-Wolfst, verbr.]. Sie hot'm sein F. gebb, von Schlägen, auch vom Schelten [KU-Kaulb, verbr., auch Don Gal Buch]. Dem muß mer F. gewwe, daß er sein Grumbeere schmelze kann, dass. [ KL-Wörsb]. Der hot sein F. 'sein Teil, seine Strafe' [LU-Muttstdt, verbr.]. Er muß aach immer sein F. dezugewwe 'sich in die Unterhaltung einmischen' [ KU-Rathsw Gal-Obl]. Er hot 's F. vun de Supp abgescheppt 'hat das Beste im voraus genommen' [LA-Impfl]. Der red't aach 's F. vun der Supp runner 'nimmt durch vieles Reden das Beste für sich' [ Gal-Sap]. Die backt aach ehr Kichelcher liewer in annere Leit ehrem F., von einer Frau, die andere gern ausnützt [verbr. Don Gal Buch]. Loß mich mei Kichelcher in deim F. backe, dann därfschde aa dei Flääsch in meim Kraut koche! [um Pirmas, verbr., auch Don Gal Buch]. Volksgl.: Wannde in en Nagel tretscht, steck en in F. un grab en nooh unnich der Dachtrapp [Fogel Beliefs Penns Nr. 1575]. En Warz ame Gaul seinere Nas schmiert mer mit F. aus're Fettamschel 'Fettampel' [ebd. Nr. 1716]. VR. s. Hanappel. —
b. 'Schmierfett für Leder und Maschinen'; 's Schuhwerk mit F. schmeere [PS-Erfw, verbr. (1930)]. Zs. PfWB Huf-, PfWB Leder-, PfWB Schmier-, PfWB Schuh-, PfWB Wagen-, PfWB Wollfett. —
2. 'Fettgewebe im Körper'. Er bringt 's Maul nimmi uf var lauder F. [ LA-Herxh]. RA.: Er lebt vun seim F. wie de Dachs [verbr. NPf]. Der Magere hot 's F. enwennich wie e Gääß [LA-Nd'hochstdt, verbr.]. —
3. scherzh. Bez. in PfWB Hexen-, PfWB Mücken-, PfWB Schnaken-, PfWB Schnekkenfett. — Südhess. II 688/89; RhWB Rhein. II 414 ff.; Saarbr. 62; LothWB Lothr. 158; ElsWB Els. I 156; Bad. II 134.

 

   Wichse f., Wichs m.:
1. 'Lederpflegemittel, Polierpaste, Pomade', Wichs (wigs) [verbr., Bernhard 188 Hussong Kirkel 172 Lambert Penns 178 Krämer Gal 242]; Zs.: PfWB Ofen-, PfWB Sattel-, Schnurrbart-, PfWB Schuhwichse. Die Schmink war vun Ruß un de Schnorres aus W. [Wilms Land und Lewe 40]; vgl. PfWB gewichst. —
2. 'die ehemalige Schuhcremefabrik Grünzweig und Hartmann in Lu'haf'. »Wo schaffscht?« »In de Wichs!« [Lu'haf]. —
3. 'Prügel, Schläge' [verbr., Bernhard 188 PfRSch. 22. 7. 1926 Lambert Penns 178]; Syn.: PfWB Abfall 2, PfWB Abreibung 2, PfWB Apfel 3 e, PfWB Attacke 4, PfWB Bataille, PfWB bettwarm, PfWB Pfeffernuß 2, PfWB Pille 2 b, PfWB Bims1, PfWB Placken2, PfWB Blaffert, PfWB Plages, PfWB Platscher, PfWB Portion 1 b, PfWB Brennsuppe, PfWB Prewel 2, PfWB Prügel 2 a, PfWB Prüglerei, PfWB Bumpes2, PfWB Bumpesbirne, PfWB Bürde 2 b, PfWB Putterie, PfWB Tabak 4 c, PfWB Dalles 4, Teil 2 b β. αα, PfWB Denkzettel, PfWB dick1 I 3 g, PfWB Tracht 3 e, PfWB Traget, PfWB Tragets1 2 c, PfWB Traktament 2, PfWB Trassel 2, PfWB Dresche 1, PfWB Fang 4 a, PfWB Fett 1 a, PfWB fertig 2 b, PfWB Fitzenbumpes, PfWB fix 1 a, PfWB Flappens, PfWB franselig 2 b, PfWB Frevel 1 c β, PfWB Fundament 2, PfWB Geschlägts, PfWB Gutbesseres, PfWB Hackab, PfWB Hafer, PfWB Hafern 2 b, PfWB handgemein, PfWB handgreiflich, PfWB handig2 2, PfWB Haue1, PfWB Haut2, PfWB Hautie, PfWB Hieb, PfWB Hosensträmme, PfWB Husche, PfWB Huschtens, PfWB Hußda2, PfWB Hüßter, PfWB Keilerei, PfWB Kläpperapfel 2, PfWB Kläppermarsch, PfWB Knebelsuppe, PfWB Knödel, PfWB Knopf 1 k, PfWB Knüppel2 2 a β, PfWB Knüppelsuppe, PfWB Knusselsuppe, PfWB Kochlöffelsuppe, PfWB Kopfnuß, PfWB Kopfreif 2, PfWB Kotelett 1 b, PfWB Köter 2, PfWB Kur2 2 b, PfWB Mackes, PfWB Mäckes1 1 a, PfWB Makole, PfWB neunzehn, PfWB Rampaß1 4, PfWB Rippenstoß, PfWB Riß, PfWB Ries, PfWB Risse 2 a, PfWB Rummelnsuppe, PfWB sauer 1 a, PfWB Schlag 1, PfWB Schmackes2, PfWB Schmierung 2, PfWB Schmiß 1, PfWB Schwadronenpudding, PfWB Senge, PfWB Speckknopf, PfWB Staucher1 2, PfWB Stengelhafer, PfWB Stockhafer, PfWB Stockschlag 1, PfWB Streich 1 b; weitere Syn. s. PfWB Ohrfeige; W. krie'e [ KU-Breitb]. Heit morje hammer allegar W. kriet in der Schul [ KU-Rutsw/G]. Am End bekäm er

[Bd. 6, Sp. 1300]
noch sei W. [Schneider Dillje 90]. Gell, halt dei Maul! Sunscht kriegschd dei W. [Münch Werke I 397]. Do sieht mer doch, daß Hieb unn W., / De kleene Kinner schaden nix [Hartmann Kinnerspr. 11]. —
4. 'Durcheinander, Kram, Aufwand' [Thielen 123 Lambert Penns 178]; Syn. s. PfWB Wirrwarr. Wem nitzt dann eijentlich die Wix [PfMda.-Wettstreit 225]. —
5.
a. 'auffallende, vornehme Kleidung'. Der hot sich en die W. gesteckt [ FR-Bockh, KB-Eisbg LU-Altr]. —
b. 'ein flotter, cleverer Bursche', Wichs Gen. m. [Lambert Penns 178]; vgl. PfWB gewichst. — RhWB Rhein. IX 473/74; LothWB Lothr. 540; ElsWB Els. II 786.