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| PfWB ver-ziehen (Bd. 2, Sp. 1324) | PfWB weg-laufen (Bd. 6, Sp. 1140) | PfWB stiebern (Bd. 6, Sp. 567) | |||||||||||||||||||||||||||||
1. 'in eine andere Form ziehen'. a. das Gesicht, das Maul, die Stirn, die Miene v., ve(r)zieh(e), -zieje, -zieche, -ziege, s. PfWB ziehen [verbr.]; vgl. PfWB verzerren 2. Er verzieht die Stern 'runzelt die Stirn' [ KU-Schmittw/O]. Der (saure Wein) verzieht ääm 's Gesicht ('s Maul) bis hinner die Ohre [ FR-Bockh]. RA.: Er verzieht 's G'sicht wie e verzooner Elfder (Elfer) [ KL-Fischb]. Volksgl.: Wann de Muund uf em scheint im Bett, verziegt's em 's G'sicht [Fogel Beliefs Penns Nr. 1261]. — b. Gummiband v., vgl. PfWB verdehnen. Verzieh doch den Gummi (den Strumpbännel) net so! [ KL-Stelzbg, PS-Hintwdth]. — c. Riewe v. 'schwache und zu dicht stehende Rüben herausziehen' [ LU-Opp]; vgl. PfWB verrupfen 4. — d. die Griebe v. 'den Schwanz einklemmen und davonlaufen', urspr. vom Hund. Verzieg die Grieb! [ LU-Neuhf]. — 2. 'falsch erziehen, verwöhnen'. Die äänziche Kinner werre oft verzooche [LU-Opp, verbr.]. Das es e verzooner Strick [ RO-Dielkch]. Syn. s. PfWB verhätscheln. — 3. sich v. a. 'nachlassen, schwinden', vom Gewitter, vom Rauch, auch von Schmerzen; vgl. PfWB verteilen 2. 's Wedder verziegt sich [LU-Friesh, verbr.]. Die Wolke verziehn sich [FR-Bockh, verbr.]. 's Koppweh verziecht sich langsam [ BZ-Dernb]. — b. 'sich verformen'. 's Holz ('s Brett) hot sich verzoche [BZ-Dierb, verbr.]; vgl. (sich) werfen. — c. α. 'fortgehen', bes. 'heimlich eine Gesellschaft verlassen'. Syn. s. PfWB weggehen. Do geht's net gut aus, meer verziehe uns liewer [RO-Als, verbr.]. Er verzieht sich wie e Gewidderbutze [ NW-Königsb]. RA.: Schreib dich Gummi un verzieh dich, schreib dich Klicker un veroll dich! [ KB-Bischh]. — β. = PfWB sterben. Er werd sich ball verzieje [ LU-Opp]. De Dokder sagt, sie wär am Verziehe 'sie würde bald sterben' [Beam Penns 34]. — 4. intrans. a. 'den Wohnort, die Wohnung wechseln'; vgl. PfWB verändern 2, fort-, PfWB umziehen. Sie verziehe noh Speyer [ KB-Bubh LU-Altr GH-Schwegh]. a. 1553: Item ein Sant-Marienman 'Untertan des St.-Marien-Klosters', der im [Bd. 2, Sp. 1325] hoff gesessen were vnnd den hoff nit liden mocht, wie sich der verziehen soll mit recht [PfWeist. I 193 (HB-Breitft)]. — b. 'eine Entscheidung hinauszögern'. Du noch e bissel verzieche [ LA-Mörzh GH-Schwegh]. Mer därf net lang v., wann's geht ans Steche, vom Spargelstechen [Keiler 41]. o. D.: (Mit der Abhaltung des Hubgerichts soll man) vber 4 oder 5 tage nicht verziehen [PfWeist. I 67 (FR-Assh)]. — Südhess. II 674/75; RhWB Rhein. IX 781; LothWB Lothr. 157; ElsWB Els. II 898; Bad. II 129.
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| 1. 'fein regnen oder schneien, stieben', stiew(e)re (dīwərə, dīwrə) [BZ-Darst Dierb PfId. 137 vereinzelt Gal], stiwwere (diwərə) [KB-Kerzh LU-Böhl Beam Penns 89 vereinzelt Gal]; vgl. PfWB kieseln 2, PfWB stieben; Syn. s. PfWB rieseln 2. Es stiewert [BZ-Darst Bertram § 295]. Wann's stiwwert, blost un schneet un dobt, / Do ward die Grundsau noch gelobt [Birmelin Penns Poems 21]. — 2. a. 'jemanden vertreiben, wegjagen, verscheuchen', stiwwere [KB-Kerzh FR-Bockh BZ-Dörrb, Steinmetz], stiewere [Gal-Obl, Krämer Gal 207], stibern [Klein Prov. 169], stüweren [Klein Prov. 179]; vgl. PfWB stauben 3 a; Zs.: PfWB hinausstübern; Syn. s. PfWB fortjagen. Ich hun dene awer gestiwwert [ FR-Bockh]. — b. 'fortlaufen', stiwwere [ NW-Kallstdt]; Syn. s. PfWB weglaufen. — 3. a. 'schimpfen' [ PS-Zesbg]; Syn. s. PfWB schelten. Ich han en gestiebert [ PS-Zesbg]. — b. 'jemanden beruhigen', von Kindern, stiwwere [ ZW-O'hs]; vgl. PfWB dibbern 2; Zs.: PfWB verstübern. — 4. s. auch in PfWB aufstöbern, -stübern.
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