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| PfWB ver-ziehen (Bd. 2, Sp. 1324) | PfWB fort-ziehen (Bd. 2, Sp. 1556) | |||||||||||||||||||||||||||
1. 'in eine andere Form ziehen'. a. das Gesicht, das Maul, die Stirn, die Miene v., ve(r)zieh(e), -zieje, -zieche, -ziege, s. PfWB ziehen [verbr.]; vgl. PfWB verzerren 2. Er verzieht die Stern 'runzelt die Stirn' [ KU-Schmittw/O]. Der (saure Wein) verzieht ääm 's Gesicht ('s Maul) bis hinner die Ohre [ FR-Bockh]. RA.: Er verzieht 's G'sicht wie e verzooner Elfder (Elfer) [ KL-Fischb]. Volksgl.: Wann de Muund uf em scheint im Bett, verziegt's em 's G'sicht [Fogel Beliefs Penns Nr. 1261]. — b. Gummiband v., vgl. PfWB verdehnen. Verzieh doch den Gummi (den Strumpbännel) net so! [ KL-Stelzbg, PS-Hintwdth]. — c. Riewe v. 'schwache und zu dicht stehende Rüben herausziehen' [ LU-Opp]; vgl. PfWB verrupfen 4. — d. die Griebe v. 'den Schwanz einklemmen und davonlaufen', urspr. vom Hund. Verzieg die Grieb! [ LU-Neuhf]. — 2. 'falsch erziehen, verwöhnen'. Die äänziche Kinner werre oft verzooche [LU-Opp, verbr.]. Das es e verzooner Strick [ RO-Dielkch]. Syn. s. PfWB verhätscheln. — 3. sich v. a. 'nachlassen, schwinden', vom Gewitter, vom Rauch, auch von Schmerzen; vgl. PfWB verteilen 2. 's Wedder verziegt sich [LU-Friesh, verbr.]. Die Wolke verziehn sich [FR-Bockh, verbr.]. 's Koppweh verziecht sich langsam [ BZ-Dernb]. — b. 'sich verformen'. 's Holz ('s Brett) hot sich verzoche [BZ-Dierb, verbr.]; vgl. (sich) werfen. — c. α. 'fortgehen', bes. 'heimlich eine Gesellschaft verlassen'. Syn. s. PfWB weggehen. Do geht's net gut aus, meer verziehe uns liewer [RO-Als, verbr.]. Er verzieht sich wie e Gewidderbutze [ NW-Königsb]. RA.: Schreib dich Gummi un verzieh dich, schreib dich Klicker un veroll dich! [ KB-Bischh]. — β. = PfWB sterben. Er werd sich ball verzieje [ LU-Opp]. De Dokder sagt, sie wär am Verziehe 'sie würde bald sterben' [Beam Penns 34]. — 4. intrans. a. 'den Wohnort, die Wohnung wechseln'; vgl. PfWB verändern 2, fort-, PfWB umziehen. Sie verziehe noh Speyer [ KB-Bubh LU-Altr GH-Schwegh]. a. 1553: Item ein Sant-Marienman 'Untertan des St.-Marien-Klosters', der im [Bd. 2, Sp. 1325] hoff gesessen were vnnd den hoff nit liden mocht, wie sich der verziehen soll mit recht [PfWeist. I 193 (HB-Breitft)]. — b. 'eine Entscheidung hinauszögern'. Du noch e bissel verzieche [ LA-Mörzh GH-Schwegh]. Mer därf net lang v., wann's geht ans Steche, vom Spargelstechen [Keiler 41]. o. D.: (Mit der Abhaltung des Hubgerichts soll man) vber 4 oder 5 tage nicht verziehen [PfWeist. I 67 (FR-Assh)]. — Südhess. II 674/75; RhWB Rhein. IX 781; LothWB Lothr. 157; ElsWB Els. II 898; Bad. II 129.
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